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loom light - ein märchen das es nicht mehr gibt!


Erscheinungsjahr: 2006
Tracks: 12
Spielzeit: 61:21
Genre: misc
Subgenre: dark wave/gothic
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Bewertung: 5.5/10

rating

Vor etwa zwei Jahren durfte man den ersten Teil der Saga des "Webstuhls im Licht" der Österreicher Loom Light bestaunen. "The secret of the silver blades" war eine höchst surreale (und alles andere als professionelle) Ansammlung verschiedenster Musikstile und sorgte wohl nicht nur hier für offene Münder. Der Nachfolger ist nun komplett auf Deutsch und "ein märchen das es nicht mehr gibt!" ist auch musikalisch um Welten homogener als der Erstling. Dark Romeo, der Songschreiber von Loom Light hat offensichtlich die Gedanken seiner komponierenden Seite gehörig in Ordnung gebracht und präsentiert hier eine zumindest instrumental ordentlich reinlaufende romantische Dark Wave/Gothic Mischung mit zahlreichen einfallsreichen elektronischen Elementen, die geschickt in den Songs verwoben sind. Die überwiegend (etwas zu sehr) synthetisch geprägte, aber trotz des winterlichen Covers sehr warme Produktion die sich durch das ganze Album zieht und alle Songs extrem prägt, wird nur durch die sehr diversen Gitarreneinspielungen (von hypnotisch webend bis schrill und hardrockig solierend) und den überwiegende weiblichen Gesang analog ergänzt. Womit wir beim Schwachpunkt sind: Der auf mystischen Vamp getrimmte weibliche Leadgesang ist auf Dauer dann doch zu monoton und zu bemüht, um positiven Eindruck zu hinterlassen (die etwas besseren Einsätze wie in "Zeit" und bieten einen Ansatzpunkt für Besserung). Kommt dann doch mal der männliche Counterpart durch, nervt dieser gleich noch mehr - ob nun durch grausame Effektspielereien wie in "Spieglein" und "Der Fluch von Schloss Montejuic" oder durch die ausdruckslose Erzählerperspektive mit österreichischem Akzent in "Romeo & Susannah", dem viertelstündigem Herzstück der CD, das sich instrumental insbesondere durch gelungene Gitarrenmelodien auszeichnet, gesanglich aber durch den erwzungenen Abwechslungsreichtum eher verliert.

Am schönsten ist wohl der Einstieg der CD. "Legenden aus dem Nirvana" klingt wie viele Stücke der CD partiell billig, erzeugt aber eine wohlig-warme und gleichzeitig mystische Atmosphäre, ähnlich einem guten Märchen. Hypnotisch und in seinen Bann ziehend. Bei dem folgenden "Romeo Aurel's Mondscheinprinzessin" wird das durch zuviel Kitsch zunichte gemacht (die Effekte können allerdings überzeugen), beim treibenden "Panthenon Silver" ist zuviel billiger Plastik im Spiel um das Stück ernst zu nehmen, andere Songs werden vom Gesang runtergezogen.
Trotzdem: Die Steigerung zum Debüt ist unverkennbar, zumindest kann man Loom Light mit "ein märchen, das es nicht mehr gibt" ein ernsteres Anliegen attestieren. Meistens.

Zum Schluss dann nämlich doch noch eine Reminiszenz an den ersten Teil: Weiblicher Sprechgesang zu Düstersynthpop mit Hardrockeinlagen in "Die Schlacht um Samor". Ein Stück für das Kuriositätenkabinett. Ernsthaft gut finden kann das wohl keiner.

www.loomlight.com


Ähnlich:
Goethes Erben, Das Ich, the Cure, Rosenstolz, Untoten, Project Pitchfork, Sisters of Mercy, Fields of the nephilim

26.09.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!