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zeromancer - eurotrash


Erscheinungsjahr: 2001
Label: eastwest
Tracks: 12
Spielzeit: 57:06
Genre: Metal
Subgenre: Industrial Metal
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Bewertung: 5/10

rating

Sie bekamen als Seigmen nur Norwegen, aber sie wollten die Welt.
Was sich anhört, wie der Beginn eines tragischen Märchens wurde in Gestalt der fünf Herren von Zeromancer Wahrheit, und die Vorzeichen des jetzt vorliegenden zweiten Albums namens Eurotrash standen zumindest bei mir schlecht.
Die Halbwertszeit des Debuts war nicht so lange, wie erwartet, als erste Singleauskopplung wählte man einen Song mit dem erschreckend schlechten Titel "Dr. Online", das Cover war auch nicht gerade einladend; 80er-Jahre Cover, wie hier "Send me an angel" gab's schon viel zu viele aus der gleichen Musikrichtung und Gimmicks, wie der dazugelegte Zeromancer Kalender bei der ltd. Edt. machten die Sache auch nicht besser.
Musikalisch hat sich nicht viel verändert. Wie auch auf dem Erstling frönt man leider - anders als Seigmen - recht einfach gestricktem Electrometal, ohne viel Neuerungen, Feinheiten, oder Eigenidentität. Die Electroelemente wirken leider zum Grossteil recht stumpf, die drübergelegten Gitarrenriffs sind alles andere als originell, erfüllen aber ihren Zweck indem sie, zumindest bei den besseren Songs des Albums (wie dem Titeltrack und "Raising Hell") ordentlich Drive bieten. Neun der 12 gebotenen Songs passen in dieses Muster. Immer leicht melancholisch angehauchte (meistens im Refrain angebrachte) Stimmung und dennoch auch immer tanzbar und leicht nachvollziehbar. Nur schade, dass die meisten dieser nach Schema F ablaufenden Songs nicht auf Dauer wirken. Zumal häufig auf Textzeilenwiederholungen als Stilmittel gebaut wird, sollte der Song musikalisch mit Überraschungen aufwarten um den Hörer bei Laune zu halten, was jedoch viel zu selten passiert. Auch in Sachen Atmosphäre hat man bei diesen Songs nicht allzu viel zu bieten. Dazu ist die Stimmung zu kalt geraten - aber dann doch nicht so kalt, dass es den Hörer verschrecken könnte. So klingt das Album, als wäre hier auf Nummer sicher gegangen. Der Kommerz ist an jeder Ecke hörbar, auch wenn es der ein oder andere nicht wahrhaben will.
Anders sieht die Geschichte bei den getrageneren, flächigeren Songs aus, die nicht für Ambitionen auf die Tanzfläche geschaffen wurden. "Wannabe" ist ein leicht trippiges, ruhiges Stück geworden, das Platz lässt für die ausnahmsweise mal auf Dauer anhörbaren elektronischen Elemente, sowie für unverzerrte Gitarren. Auch die an sich schöne, sich aber zu sehr an bekannte Muster haltende Stimme von Moklebust bekommt hier mehr Platz sich zu entfalten. Allerdings hätte man hier mehr draus machen können, als ein 4 minütiges Stück mit "Dumdumdummydumdumdum"-Refrain. Der zweite Höhepunkt folgt mit Cupola, das ebenfalls getragen an Seigmen erinnert, mit einem ganz eigenen Verständnis von Atmosphäre und Epik. Nur die endlose "hit me, hit my nerves" Repetition hätte nun wirklich nicht sein müssen. Zu guter Letzt steht das abschließende Germany noch in der ruhigen Ecke des Albums, sehr karg, fast schon an Industrial auf der einen und Ambient auf der anderen Seite grenzend, aber nicht wirklich interessant, obwohl ein besserer Song des Albums.
Textlich schwimmt man immer noch in zwiespältigen Gewässern. Die Bandbreite an Themen hat sich erfreulicherweise im Gegensatz zum Debut vergrössert und ganz so schlimm, wie es alternative Gazetten wahrhaben wollen, ist das Englisch nicht, aber Einfallsreichtum was schöne Formulierungen angeht sucht man hier vergeblich.
Insofern überwiegen die negativen Punkte und als Fazit, ich ziehe es nicht gerne, kann ich nicht sagen, dass Zeromancer an der Masse der im Genre vorhandenen Bands in irgendeiner Form herausragt. Und wären da nicht Lichtblicke wie Cupola, das Album wäre mit Songs wie "Send me an angel" (ich könnte wirklich…) ein Fall zum Vergessen.


Ähnlich:
Blind Passengers, Seigmen, Orgy, Oomph!, Stabbing Westward, Project Pitchfork, econoline crush, Depeche Mode, Filter, Think about mutation, rammstein, nine inch nails, marilyn manson

13.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!