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winter, johnny - second winter


Erscheinungsjahr: 1969
Label: columbia
Tracks: 11
Spielzeit: 46:53
Genre: rock
Subgenre: bluesrock
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Bewertung: -/10

rating

Großartiger druckvoller Bluesrock

Schnappt man aus den reichhaltigen musikalischen Veröffentlichungen des in Leland, Mississippi geborenen Bluesgitarristen Johnny Winter etwas auf, dann wird es in der Regel ein rauschendes E-Gitarren-Solospiel vor zum Metronom degradierter Begleitband sein. Winters Spiel ist in Virtuosität, Technik und Geschwindigkeit auch bei konservativster Blues-Adaption großartig. Stets spielt er übergangslos Rhythmus- und Sologitarre in einer Person, singt oft gleichzeitig dazu. Bei genannten Band-Bedingungen kann die gitarristische Quasselstrippe aber auch schnell nerven, da ein homogener Einfluß der Bandmitglieder, die ihn etwas bremsen könnten, zu sehr fehlt.

"Second Winter" von 1970 ist hier in seinem Abwechslungsreichtum unter den Winter-Alben einsam herrausragend. Der damals 26-jährige spielt die Gitarre schon gewohnt virtuos, nur ein bißchen schmutziger (hier auch Mandoline).
Sein Bruder Edgar ist noch dabei - an Piano, Orgel, Cembalo und Alt-Sax.
Weiterhin zur ersten Winter-Band gehören John Turner (dr,perc) und Tommy Shannon (bg - später Bassist bei Stevie Ray Vaughan).
Gleich der Opener ("Memory Pain") ist ein Anspieltip: Harter, druckvoller Bluesrock, dessen Grundriff ganz raffiniert versetzt auf den 4/4-Takt gelegt ist.
Der nachfolgende melancholische Blues-Pop "I'm not sure" lebt v.a. von der Blues'n'Boogie-Piano Begleitung, auf dem Cembalo von Edgar Winter gespielt.
Richtiger Boogie Woogie kommt noch mehrmals ("Slippin' and Slidin'", "Johnny B.Goode". Als Highlights sind noch ein Hochgeschwindigkeits Blues-Rock ("Hustled down in Texas") und der krönende Abschluß mit "Fast life rider" zu nennen. Letzteres hat als Intro und Ende eine schnörkellose Melodielinie auf der E-Gitarre und einen ausgedehnten Zwischenteil, bei dem ein dreckiges, verzerrtes Wah-Wah-Gitarrensolo von Winter mit Bolero-ähnlichen Drums unterlegt wird.

Wundert Euch nicht, wenn Ihr dies als Doppel-LP (statt CD) besorgt, denn es ist ein Doppelalbum mit nur 3 Seiten! Die 4 Seite hat einfach keine Rillen, ist blank. Aber angesichts derartiger Qualität glauben wir den Beteiligten auch bei nur 47 Minuten Gesamtlaufzeit mal das Cover-Statement: "Als die Aufnahmen fertig wahren, wollten wir auf keinen dieser Songs verzichten. Da sie auf 2 LP-Seiten nur auf Kosten der Klangqualität unterzubringen waren haben wir sie auf 3 Seiten verteilt." (sinngemäß zitiert) Das Cover ist so schön, daß sich trotz des Preises die Doppel-LP auf jeden Fall lohnt: Drei in weiß/hellblau/schwarz gehaltene psychedelische Portraits von Johnny Winter, eine Serie, in der er seine langen, schneeweißen Haare herumschüttelt.

Fazit:
Besorgen!

17.03.2005
nightonearth


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!