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winds - of entity and mind


Erscheinungsjahr: 2001
Label: avantgarde
Tracks: 5
Spielzeit: 21:29
Genre: Rock
Subgenre: progressive rock
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Bewertung: 7.5/10

rating

"Winds" sind keine Newcomer mehr, obwohl die "of entity and mind"-EP das erste Lebenszeichen der Band als solches ist. Zumindest Drummer J. A. von Blomberg, auch bekannt als Hellhammer, spielte bei zahlreichen anderen norwegischen Black/Düstercombos und begeistert auch hier mit seinem ideen- und variantenreichen Spiel, nur getrübt durch die etwas schwache Abmischung der Drums. Die Priorität des Sounds liegt eindeutig auf Gesang und Keyboard, an vielen Stellen auch auf der Leadgitarre.

Fünf Stücke (und ein höllisch gut versteckter einminütiger Hiddentrack, der aber ziemlich belanglos ist) ergeben die Spielzeit von wenig über 20 Minuten, aber die CD lohnt definitiv. Als Vorgeschmack auf die 2002 erscheinende Longplay-CD etablieren Avantgardemusic die Band schon jetzt als Aushängeschild - zurecht.

Für Freunde harter Musik ist die Band definitiv nicht das Richtige, nimmt man mal die selten ins Bild rückende Doublebass Drum beiseite, denn geboten wird leicht progressiver, Science-fiction beeinflusster Gothicrock. Die Keyboards erinnern an den Dream Theater-Ableger "Chroma Key", die Sologitarren von C.A. Tidemann an die verblichenen Cynic und an Loudblast, der Gesang pendelt zwischen rauem Flüstern und sehr melodischem, recht hellem Gesang.

Verarbeitet werden Themen zwischen Science-Fiction und eigener Macht sowie philosophisch angehauchte Weltbildbetrachtung. Teilweise leider etwas platt, was sich auch in dem nur vordergründig ästhetisch futuristischen Artwork widerspiegelt, aber mitunter durchaus auch interessant gemacht wird.

Die Einleitung für die Reise ins Universum des Egos macht ein schickes Sci-Fi-Intro, mit allem, was dazu gehört: Sphärische Keys, Vocoderstimme, usw. "In all Reflections" macht dann den richtigen Anfang und ist hauptsächlich auf das E-Klavier und die Stimme zugeschnitten, die beide wirklich fantastische Melodien zustandebekommen. Allerdings wirkt der Track stellenweise sogar ZU seicht und easylistening, zum Glück später relativiert durch die härteren E-Gitarren. Abwechslungsreich aufgebaut und sehr harmonisch gibt er auch schon die Marschrichtung vor. Nie wird von dem vorgegebenen Konzept groß abgewichen, Überraschungen bleiben einzelnen instrumentellen Passagen vorbehalten, wie die schöne gezupfte Gitarre nach dem ersten Refrain.
Und es ist wohl eines der ersten Alben, bei dem mich wirklich kein Gitarrensolo stört. Alle fügen sich trotz einigem Gefrickels großartig in die Songs ein, besonders beim längsten Track "Bloodstained and sworn" (6 minuten) überbietet sich Tidemann Minute für Minute.

Track 4 "Mirrored in Time" ist wohl das dramatischste und auch schnellste Stück der CD, erinnert ein wenig an Passagen auf Arcturus´ letztem Meisterwerk, aber das Intro des Songs ist zu lang geraten und wird nach einiger Zeit langweilig. Trotzdem ein guter Song, wenn auch nicht heranreichend an den ebenfalls stark klavierlastigen Abschlusstrack "An Eternity of Dreams", das wohl das ruhigste Lied der CD darstellt.

Ich komme nicht umhin, das Ganze an eine weichgespülte Variante von Arcturus zu betrachten, ohne das chaotische und disharmonische dieser Ausnahmeband. Zwischen sehr ruhigen Klavierpassagen und ein wenig hektischen von Doublebass und E-Gitarren untermalten Solifrickelpassagen pendeln die Stücke hin und her, hinterlassen dabei großartige Melodien.
Für Freunde von Chroma Key auf jeden Fall empfehlenswert. Arcturusfreunde, die auch auf Härte verzichten können, sei das Teil auch ans Herz gelegt. Nur für den Durchschnittsmetaller ist das Teil trotz Hellhammer nix geworden. Gut so.


Ähnlich:
Arcturus, Chroma Key, Pink Floyd, Cynic

27.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!