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trixi g - lebenstrip


Erscheinungsjahr: 2007
Label: zippi
Tracks: 10
Spielzeit: 46:20
Genre: singer/songwriter
Subgenre: deutsch singer/songwriter
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Bewertung: 5.5/10

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Zum Lebenstrip wird man ja nicht allzuoft eingeladen. Trixi G (das Alias von Beatrix Gerecke, das nicht unbedingt dazu beiträgt, die Sängerin ernst zu nehmen) tut es. Besonders viel kommt aber zumindest bei diesem Teil nicht dabei rum: Zusammen mit Co-Texterin Beate Oberlein schreibt sie rund um zwischenmenschliche Beziehungen. Liebe, Vertrauen, Auseinandergehen, Zusammenkommen. Vielleicht ist das Leben tatsächlich nicht viel mehr. Aber allzuviele Perspektiven zeigen die Texte nicht auf. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein. Aber das meiste Material liest sich zu sehr wie triviale Gedichte von Brigitte-Leserinnen. Sonntagnachmittaglektüre, wenn man sich berieseln lassen will und sowieso nicht mehr wahrnimmt, dass da Textzeilen wie "die geister tanzen wild herum, ich mach sie stumm" ("Aus und vorbei"), "wär ich auch blind, es würde geh'n, unter allen menschen der welt würde ich dich sehn" ("für dich") oder "tausendmal bist du abgetaucht, tausend zigaretten hast du danach geraucht" ("ladykiller") auf einen niedergehen. Es ist nicht alles so schlimm, so kitschig und so ungelenk, aber dafür, dass die Musik den Hörer so sehr auf die Texte lenkt, sind diese einfach zu kraftlos und uninteressant, trotz der vielen Metaphern. Zusammen mit der Intonation von Trixi G klingt das manchmal nach einem Eric Fish von Subway to Sally in schlechten Zeiten ("Mein Gott").

Die Musik ist ungleich besser als die Texte. Schnarrende, aber sehr klare Akustikgitarrenriffs wechseln sich ab mit gezupften Saiten, Dynamik wird den Songs durch die auch mal härteren Anschläge gegeben ("Lebenstrip" und, leider weniger gelungen: "aus und vorbei", "Ladykiller") und Stille ("für dich", wo das Gitarrenspiel von Uwe Ducke ein wenig an den Mittachtziger-Edge von U2 erinnert) wird gekonnt als Stilmittel eingesetzt. Neben der typischen Songwriter-Akustischen wird auch mal Blues oder Country gespielt, was der Abwechslung des Albums gut tut. Ein paar elektronische Effekte ("Ladykiller") und Saxophon- (Uli Haase) und Querflöteeinspielungen tun ihr übriges, um den formellen Minimalismus ein wenig aufzulockern.

Der Gesang von Trixi G, der ein wenig an den von Jule Neigel erinnert, wird den Texten entsprechend eingesetzt und klingt schneidend (manchmal etwas zu viel des Guten) und ausdrucksstark, wobei die leisen Passagen nicht ganz so glaubwürdig rüberkommen (eine Ausnahme ist "worte") wie die rockigeren ("lebenstrip") oder pathetischeren ("das paar", "mein gott"). Die zahlreichen Wiederholungen in gleichen Phrasierungen, die in zahlreichen Songs vorkommen, sind aber unnötig und zerstören teilweise die Atmosphäre von Songs wie "mein gott" oder "für dich", anstatt sie zu untermauern.

Musikalisch ein ordentliches Album mit wenigen Ausfällen und vielen guten Songs, wenn man von den zahlreichen Refrainwiederholungen absieht ("Zeig mir den Weg", "für dich", "das paar", "mein gott", "worte" und das überlange "ende und anfang"), textlich uninteressant bis ärgerlich. Eigentlich nicht so tragisch, wären die Texte nicht so in den Mittelpunkt gerückt, oder in einer anderen Sprache gesungen. So aber ist der Lebenstrip nicht mehr als Durchschnitt.

Trixi G Internetpräsenz


Ähnlich:
Jule Neigel, Patti Smith, Anne Haigis, Christina Lux, Eric Fish, Tamara Danz

10.10.2007
Tobias Goris


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
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  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
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