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the go set - the hungry mile


Erscheinungsjahr: 2006
Label: karvin records
Tracks: 14
Spielzeit: 40:49
Genre: punk
Subgenre: folk punk
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Bewertung: 6.5/10

rating

Große Teile des heuigen Australiens haben bekanntlich ihre Wurzeln in einer britischen Sträflingskolonie. Salopp formuliert: Alles Nachfahren von britischen Knackis. Kein Wunder eigentlich, dass von dort mal eine Band auf dem Plan erscheint, die in der Tradition von irischen oder britischen Folkpunkbands mit sozialkritischen Working Class-Texten wie The Pogues oder The Levellers (in härter) steht.

Die Texte von Songschreiber J. Keenan sind zwar eine ganze Ecke naiver und längst nicht so poetisch wie seinerzeit die von Shane McGowan, aber mit genauso viel Ehrlichkeit dahinter und stets mit Inbrunst vorgetragen. Musikalisch schreibt Herr Keenan dankenswerterweise nicht nur vorwärts preschende Party/Uptempohymnen mit Dudelsackmelodie, sondern auch breitwandige, mit einer wohldosierten Portion Melancholie ausgestattete Folkrockstücke wie die schönen "Tale of a convict" und "Scarlet Snow". Und auch vor akustisch instrumentierten Balladen wie "The Hardness of his hand" und "learning slowly" machen the Go Set nicht Halt, auch wenn es wohl Credibility bei den punkorientierten Fans kostet. Für die gibt es unter den 13 Stücken (plus neu arrangiertes Dudelsack Traditional als Intro) aber dennoch genug Stoff auf die Ohren. Besonders "Union Man" und "Bombs are falling" sollten mit ihren wunderbaren Hooklines auf keiner zünftigen Saufparty (mit einem letzten Rest Niveau) fehlen, weniger schön sind hingegen Ausfälle ohne jegliche melodische Finnesse wie "all the truth and lies" oder das im Refrain viel zu sehr an New Model Armys "Vagabonds" (und zahlreiche andere Kopien dessen) angelehnte "The Power of Youth". Und auch der Drummer könnte aus seinem sturen Beat öfter mal ausbrechen und den Songs mehr Dynamik verleihen, wofür momentan noch lediglich die Gastmusiker an den klassischen Instrumenten und Johnny Rotten McHaggis an den exotischen Blassäcken und Whistles zuständig sind. Umso schwerer wiegt die Unterdurchschnittlichkeit am Schlagzeug, als dass es im Mix etwas zu penetrant erscheint.

Bis auf die genannten Schwächen jedoch haben The Go Set eine ordentliche Balance zwischen nach Bier und Schweiß riechender, feuchtfröhlicher Partymusik und nachdenklicheren Momenten gefunden, die auf der gleichen Schiene durchaus noch ausbaufähig ist und, auch zwischen Bands wie Flogging Molly und den Dropkick Murphys, in Zukunft Bestand haben kann. Dafür braucht es auch nicht eher unpassende Versuche an einem (in dem Fall schon von den Real McKenzies bearbeiteten) Traditional wie "Scots Wha'ha'e" - das ist nämlich als Abschluss eine zu schwache und zu prollige Visitenkarte.

www.thegoset.com.au


Ähnlich:
The Pogues, Flogging Molly, Dropkick Murphys, The Levellers, The Nips/Nipple Erectors, Millwall Chainsaws, Fiddler's Green, The Finnegans, Across The Border, Great Big Sea, The Tossers, Blue Meanies, The Real McKenzies, Billy Bragg, The Dubliners, The Undertones, Stiff Little Fingers

31.07.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!