. .

substance of dream - gloria


Erscheinungsjahr: 2002
Label: de profundis
Tracks: 3
Spielzeit: 15:29
Genre: Alternative
Subgenre: Gothic/Dark Wave
substanceofdream_1.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Es lebe Retro. Substance of dream passen sowohl vom Sound (Produktion) her, als auch von der Musik perfekt in die Wave/Gothic-Szene der späten 70er/frühen 80er, die sich einerseits an Punk und Industrial bediente, andererseits die volle düsterromantische Breitseite in Texten, Gesten und Stimmung auffuhr. Diese Mischung klingt heutzutage zwar etwas angestaubt, aber kann durch die einfachen Mitteln und mitunter karge Instrumentierung hervorragend Stimmungen transportieren - wobei eine wesentliche Komponenten, die Texte, nicht vernachlässigt werden sollte.
Substance of dream (mit dem momentanen Schlagzeuger von Fliehende Stürme an Bord) sind dabei leider nicht in der Lage, mir die gewollte Stimmung in den drei auf "gloria" enthaltenen Songs näher zu bringen. Anteil daran hat sicherlich der gepresste, selten überzeugende Gesang, der im Opener "gloria" irgendwo zwischen Rammstein und In Extremo auf der einen Seite, Das Ich und artverwandtem auf der anderen Seite liegt. In den beiden anderen Songs wird sich gesanglich mehr am Gothic Rock (Dreadful Shadows etwa) orientiert, wobei das Gefühl nicht weicht, dass der Mann am Mikro eigentlich gar keine Lust hat zu singen. Ähnlich halbgar wie der Gesang erscheinen die überwiegend auf Deutsch verfassten Texte. In "gloria" wird Hörigkeit mit ein wenig S/M dekoriert, das alles verpackt in eher triviales, aber dennoch düster symbolbehaftetes Wortgut. Schon besser, weil assoziationsreicher der Text zu "fremder Tag" (der, traumähnlich, dem Namen der Band am ehesten Ehre erweist), aber auch hier wird deutlich, dass die Band vor allem textlich von der Qualität ihrer Ikonen (obwohl der Schlagzeuger selber bei einer spielt) noch weit entfernt ist.
Die Musik pluckert derweil unauffällig, aber tanzbar daher, mit dem typischen leicht holprigen Rhythmus, der hier stets songdienlich bleibt. Das verhaltene, dem Punk entliehene Akkordegeschrubbel (in "gloria" erstaunlich doomig, was den Song atmosphärisch etwas nach vorne bringt) auf der Gitarre weckt dabei keineswegs auf, sondern verstärkt den hypnotischen Charakter des Instrumentalen. Dem sollen wohl auch die ein oder anderen Keyboardmelodien dienen, solange diese aber so altbacken aufgetischt werden wie in "fremder tag", verschrecken sie eher als anzuziehen. Hoffnung macht allenfalls der abschließende "song b", in dem sich Rhythmus und die Synthie-/Gitarrenmelodien gut vertragen und so ein angemessen melancholisches Feeling verbreiten, das Zeilen wie "the day has gone senseless without you, i'm sitting here, you are disappeared, the rain beats down my window" auch textlich verbreiten.
Aber wozu die ganze Rede: Düsterromantisch veranlagte und Unentschlossene können sich selbst ein Bild von der Band unter www.substanceofdream.de machen.


Ähnlich:
Fliehende Stürme, Das Ich, Sisters of Mercy, Killing Joke, Goethes Erben, Project Pitchfork, Dreadful Shadows

12.03.2005
stativision (Tobias Goris)


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

LTO         19T      
R 1    Y      D   4OJ
Q7L   U7T     5      
W 5    F      F   DOM
YSJ           T      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!