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soundtrack of our lives, the - communion


Erscheinungsjahr: 2009
Label: haldern pop
Tracks: 24
Spielzeit: 93:45
Genre: rock
Subgenre: retro rock
soundtrackofourlives_communion.jpg
Bewertung: 7.5/10

rating

Hatte das überhaupt einer auf dem Schirm? Ein Doppelalbum von The soundtrack of our lives? Von diesen bärtigen Retrorockern, die zwar ständig solide Songs schrieben, tolle Live-Auftritte hinlegten, aber irgendwie auch stets mit dem Beigeschmack des Unspektakulären belegt waren? Wohl kaum. Mittlerweile steht "communion" ja auch schon etwas länger in den Regalen, von wo aus das Cover einen wie die neueste Ausgabe der Apothekenrundschau anlächelt. Der rein optische Kaufreiz ist so gleich Null, aber darum geht es The soundtrack of our lives nicht. Obwohl ihr Retrorock teilweise gar dem Zeitgeist entsprach, waren sie nie Rockstars, jegliches Getue war ihnen fremd. So bahnt sich auch "communion" mit eher kleinem Label und wenig Drumherum den Weg in die Plattenläden und schließlich ins heimische Wohnzimmer. Wo sich das Album dann langsam, aber sicher in voller Schönheit entfalten kann. Obwohl die meisten Songs der gut anderthalbstündigen CDs auf Anhieb mindestens ordentlich klingen, erfasst man das komplette Werk nicht in den ersten Durchläufen. Ganz grob getrennt nach (sehr entspannten, melodischen) Rockern mit verzerrter Gitarre (auf CD 1) und ruhigeren Songs, die teils mit der akutischen aufgenommen sind (CD 2) dient "Communion" nämlich sowohl dem unangestrengt im Hintergrund laufen, als auch dem fokussierten Zuhören. Belohnt wird man immer, anders als bei so manch Rock-Doppelalbum aus den 70ern, die teilweise doch recht anstrengend und angestrengt wirk(t)en.
Zwar zeichnet sich auch "Communion" durch eine Vielzahl von Einflüssen aus - das schwedische Sextett verarbeitet in ihrem Retrosound nicht nur Elemente aus Psychedelic und Rock, sondern auch aus Soul, 60s Pop, Garage, Folk, Southern Rock und Gospel und transportieren das alles wundersamerweise durch eine extrem frische Produktion in die Moderne. Der einzige Faux Pas sei gleich hier erwähnt: "Thrill me", auf CD 1 ist so ein schlimmer Südstaatenrocker mit Countryeinfluss und so auf Gute Laune getrimmt, dass man gleich schlechte Laune bekommt - sollte man nicht schon vier Kurze intus haben. Solche Songs sollten sie lieber Lynyrd Skynyrd überlassen. Davon abgesehen überzeugt Communion aber auf fast ganzer Linie. Ob nun pathetischer, sich langsam steigernder und düsterer Folkrock wie "Second life replay", einfach nur schöner Folkpop wie "fly" oder das relaxte, mit genialen Gitarrenornamenten versehen "Pictures of youth". Das schönste kommt aber gleich zu Beginn. Und erinnert sich noch einer an "Tender" von Blurs "13"? Ähnlich genial wird hier "Babel on" eingesetzt. Als sechseinhalbminütiger Torwächter mit geschichteten, machtvollen, psychedelischen Soundtürmen und einem mantraartig eingesetzten "Come on"-Chorus. Euphorisierend. Das folgende "Universal stalker" kommt erst einmal reduziert daher, senkt das Energielevel, bevor sich der Song auch hier für gut eine Minute seiner Zügel entledigt, ehe es verträumt psychedelisch weitergeht.

Auch auf CD 2 nimmt der Opener eine besondere Stellung ein. Nicht nur ist "Everything beautiful must die" der vielleicht schönste Song der Band. Auch stellt er zum letzten Song von CD 1, einem der rockigsten, verzerrtesten Songs des Albums, eine Antithese dar, so entspannt, so klar, so schön. "The fan who wasn't there" und das instrumentale "Digitarian Riverbank" sind dann reduzierter Folkpop, der einen geradewegs, noch mehr als zuvor, in die 60er transportiert. Erst recht mit diesen triumphierenden Trompeten am Ende von ersterem. So richtig gefangen nimmt einen dann erst wieder "Songs of the ocean", der, leicht melancholisch, trotz aller Streicher nie wirklich kitschig erscheint. Auf der zweiten Hälfte von CD 2 sind dann die drei Rocksongs der zweiten Scheibe versammelt. "Reconnecting the dots", "Saturation wanderers" und "Utopia", wovon besonders das hingerotzte dennoch mit schöner Melodie versehene letztere ein Konzert-Highlight sein wird. Zum wieder ruhigeren Schluss gibt es mit dem folkig-zerbrechlichen "Lifeline" und dem Gospel-beeinflussten "The passover" dann die Erkenntnis, dass The soundtrack of our lives eine der ganz wenigen Bands sind, die so einträchtig Energie und Melodie, Eingängigkeit und Tiefgründigkeit unter einen Hut bekommen. Chapeau.


Ähnlich:
The black crowes, motorpsycho, The Rolling Stones, The Beatles, Afgan Whigs, MC5, The Stooges, The Yardbirds, The Who, Foo fighters, The Doors, The Verve, Super Furry Animals, Lynyrd Skynyrd, Blur.

09.05.2010
T. Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!