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sigur ros - ba ba ti ki di do


Erscheinungsjahr: 2004
Label:
Tracks: 3
Spielzeit:
Genre: Alternative
Subgenre: Silence
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Bewertung: -/10

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Ba. Ba.

Es ist das Ewige. Das Leichte. Das Verlockende. Das Wohlriechende. Das Scheusal. Die Insel. Es ist das Kraut. Das schöne Kraut. Die Essenz Islands. Das Wasser in der Maschine. Der Schlüssel zur Energie und natürlich auch die Gänsehaut im Zelt, kurz nach der Einfuhr.

Es ist das, was man kennt und das was man braucht. Ganz einfach. Von daher wird sich niemand beschweren, denn wir sind alle in Sicherheit. Schwere ist sowieso das völlig, völlig falsche Wort. Es ist die Leichtigkeit. Teilweise fast schon ungewohnt. Immer ein paar Zentimeter über dem Boden.

Forst. Weniger kommt es drauf, wie man es findet und was man hört, sondern wie man empfindet. Das ist wichtig, schön und geborgen. Wie eine Motte in der Scheidewand. So glücklich und froh. Wie im Heu. Made In Speck. Alles fließt, alles fließt vorüber, alles erklärt sich wie von selbst. Alles findet sich zur rechten Zeit und wenig zu spät. Mehr frisst du, mehr bist du. Widerspruch? Einspruch. Ein Spruch voll Glanz wider dem Spruch. Ich finde den Boden zu dunkel - was macht er da? Fischt ihn raus. Was sucht er da? Sein Glockenspiel? Spiel die Glocken, Junge. Spür die Glocken. Spül die Glocken. Kune Ba. Ba.

Ich suche, ihr findet. Wir finden, er sucht. Wir suchen, sie findet. Wir gehen, sie bleiben. Eigentlich ist alles so einfach, wenn man nur an der richtigen Stelle sucht. Mittendrin. Draußen. Außen. Hauptsache die Hebel sind gewirkt. So wie damals, als wir noch vom Hemd im Mund lebten. Damals. Als alles so war, wie es heute nicht mehr ist. Als wir rausfanden, dass die Zukunft in der Vergangenheit liegt. Unsere Zukunft. Unsere Vision. Meine Vision. Deine Vision. Von einem neuen Land im Eis, dass einst eigentlich so grün heißen sollte. War es der Irrtum oder die Speckfahrt? Das Rätsel mit der Lösung. Der Eintopf der Gedanken. Ich finde die Tür alleine, danke.

Die Ströme enden am 24. und fließen zurück in die Heimat, wo es die großen Vögel gibt. Sein Stolz ist die Verletzlichkeit. Auch in der Außenhülle. Weiß. Innen Schwarz. Dezente Linien. Kleber, wo er nicht hingehört und die Kompromisse. Versteckt und doch so deutlich sichtbar. Reproduzieren. Nein. Hinweis. Ja. Drei Buchstaben verändern eine ganze Menge. Hoffentlich nicht das Wesentliche. Nicht, dass es schade um das Geld wäre, nein, es wäre schade um die Kunst. Die Kultur. Das Leiden. Die Leichtigkeit. Die Sonne. Die Freude, die das Leben trotz allem bereithält. Und doch finde ich ihn wieder im Sog. Ich blicke hinein und schreie aus vollster Kehle: Amrand gibtes kein Scheuvorsal, ich finde! Und noch mal lauter. Ich schreie nicht mehr. Ich habe aufgehört. Es geht nicht um mich.

Es geht um den Kreis und seine Umrundung. Sie dauert nicht lange und doch lange. Sie birgt Überraschungen und Gefahren. Wie jede Reise. Doch seltsamerweise kehrt etwas wieder. Etwas vermissungswürdiges. Tränen. Glück. Freude. Der (Quanten)Sprung. Vertrauen. Besitz. Leuchtturm. Spuren verwischen. Wichtig. Gut. Liebe. Und doch so leise. Ergeben. Treu. Das ist witzig und das ist richtig. Keines von jenen derer. Eingerahmt an der richtigen Stelle. Pause.

Der Sonnenaufgang verheißt trotz seiner Schönheit wenig Gutes. Der Umschwung. Er knockt dich aus. Du schaust noch mal ungläubig und es stimmt doch. Du willst es nicht wahrhaben. In deinem Körper toben Tausende Gefühle und Prozesse gleichzeitig. Dein Körper bebt. Du ringst um Fassung. Eigentlich ist es nicht schlimmes. Eigentlich bist du Herr der Lage. Eigentlich. Doch dann kommen auch die Gesandten. Du sinnst. Es passt. Und auf einmal ist wieder alles besser. Besser. Besser. Das ist die Magie. Man muss nur den richtigen Leuten das Richtige sagen. Dann. Dann passt es. Es beruhigt und es macht sogar schön. Wunderschön. Silence Is Sexy. Definitiv. Manche Dinge muss man eben für sich behalten. Und tief im Innern vergraben. So tief, dass selbst du eine mächtig große Schaufel brauchst. So wie ich dich brauche.

Alles ist plötzlich so anders. Nichts mehr, wie es war oder sein sollte. Schon länger, schon kürzer. Wer weiß das schon so genau. Ich weiß nur eines: Es geht weiter. Unaufhörlich. Egal, was passiert. Und man muss rennen. Immer weiter rennen. Manchmal vielleicht mit geschlossenen Augen, weil alles so weh tut. Die Zähne zusammenbeißen. Rennen. So wie damals in dieser einer Situation vor den Knöpfen: Der Bildschirm verfolgt dich unaufhörlich. Das ist das Leben. Und du rennst hindurch. Aber du kannst trotzdem vieles mitnehmen. Mehr als du brauchst. Es geht um die Methodik. Suchen. Finden. Jagen. Rennen. In der Kürze liegt nicht immer die Würze. Oder doch? Das war's. Es geht voran. Wie immer. Wenn dich etwas anschiebt, dann hindre es nicht dran. Lass dich schieben. Und fühl dich wohl dabei.

Ti. Ki.

Es sind nur drei Songs, aber es reicht. Es wurde für die Split Side Performances von M. Cunningham geschrieben und es erfüllt seinen Zweck voll und ganz. Es ist der Einstand und hoffentlich nicht das Ende. Und es ist wieder etwas Neues. So, wie gegen Ende war das Kollektiv schon seit "Von" nicht mehr. Man möchte fast schon das Wort "Schwarz" in den Mund nehmen. Was auch zur Innenseite passen würde. Echt jetzt. Das ist wohl die größte Überraschung. Und auch das größte Wohl. Das Größte. Hören sie selbst, werden sie nicht blind. Und falls doch: Sehen sie einfach mit dem zweiten. Abschluss. Abfluss. Da sieht man mal wieder die Parallele. Zum Leben. Zu allem. Und doch ist es so wunderschön und doch so wunderböse. Und will man nicht ewiglich Leben, um ewiges Glück zu erfahren. Man will es streicheln. Aber nicht mit nach Hause nehmen. Weil es sonst mehr Unheil anrichtet. Noch mehr.

Ein wenig erinnert es an die Stille. Nicht an die, die sexy ist, sondern an die, die uns das Singen lehrt. Es ist nicht die gleiche Art, aber die gleiche Masche. Oder umgekehrt. Wen interessiert das schon? Verstehen wird es sowieso keiner. Oder keine. Aber das ist nicht der Punkt. Es geht um die Katharsis. Und das Glockenspiel. Genauso wie in der Küche. Und im Bad. Das ist die große Kunst, wissen sie? Nur: Wer weiß das schon zu schätzen? Die Mafia? Ich bitte dich. Dieses Piano. Das macht es. Das findet es. Darum geht es.

Aber gehen sie nicht durch diese Tür. Es könnte das Verderben sein. Fragt sich nur: Für wen? - Spielt das eine Rolle? Nein. Schauen sie öfter mal im Schrank nach. Retten sie Leben.

Maxi-CD ist das völlig falsche Wort. EP heißt das. EP. Merken. Setzen. Drei Songs in mehr als zwanzig Minuten. Dazu die tolle Aufmachung, die die EMI durch blöde Pflichtsticker völlig vermurkst hat. Vielen Dank. Sigur Rós werden sich ebenfalls bedanken. Danke. Echt jetzt.

Trostpflaster gibt es trotzdem immer wieder. Das Paradoxe ist: Wie kann man mehr haben, als man je zu träumen wagte - und durch einen kleinen, nicht weiter tragischen Verlust alles und noch viel mehr verlieren? Wie geht das? Gar nicht? Gut. Xanax. Das Radio. Kreativität. Gefragt ist Kontrolle. Über alles. Bieten sie mehr? Weniger? Du? Auch gut. Gib mir Frieden. Gib mir Vergebung. Gib mir das Göttliche - wie?

Ich brauche das. Nur was?

Ein Weg. Er strahlt in der Dunkelheit. Das Licht leitet, deutet die Richtung. Und doch ist man gewillt, in die andere Richtung zu laufen. Einfach so. Weil man es nicht wahrhaben will. Weil man sich nicht damit abfinden kann, obwohl alles so einfach sein könnte. Der Weg ist gepflastert mit unebenen Felsbrocken, die der Geist auftürmt. Ein toller Sommer. Ein schlimmer Winter. Oder doch umgekehrt? Wer legt eigentlich fest, was schlimm und toll ist. Du? Ich? Wir alle? Und: Wozu? Du musst den Weg barfuss gehen. Sonst bringt es nichts. Und selbst wenn du danach keine Füße mehr hast, so hat es sich wohl doch gelohnt. Du hast die Übersicht. Kein gefährliches Halbwissen. Du blickst in das Tal und bist wieder glücklich. Wie vorher. Und doch weißt du immer noch nicht, wie es zu dem fiesen Weg kommen konnte. Du willst es nicht wissen. Und doch weißt du es, obwohl du es nicht weißt. Und du fragst dich: Was hab ich getan? Wie konnte ich nur? Das fatalistische Element. Du wusstest es, bevor es geschah - und dennoch traf es dich wie Flutwelle und spülte dich einfach weg. Weit weg. Hinfort von allen Sündern. Hinein in die wahre Hölle. Herzlich Willkommen - ich hoffe, sie hatten einen guten Flug.

Gespalten liegst du da. Er bettet dich in Samt. Er treibt dir die Stacheln ins Fleisch und obwohl er das tut, weiß ich, was es wirklich ist. Es ist schwarz. Es ist die Zeit. Keiner findet mich, keiner findet dich. Und trotzdem fanden wir uns beide. Inmitten der Sonne. Bevor wir verglühten.

Lass mich sterben. Ich bin schon längst tot.

Di. Do.

Verdammt nichts zu tun. Die Leere auskosten. Die Leere hassen. Auf Kohlen. Energie im ganzen Körper - und doch: Stillsitzen. Abwarten. Die Zeit wird kommen. Der Genuss. Das Eichhörnchen. Das gute Gefühl. Erhabenheit.

Plötzlich: Das Fegefeuer, es spricht. Ein Baum, seine Blätter, keine Blumen. Eine Wolke tanzt zu den letzten Klängen der Sonne, die sich windet. Das Meer rauscht einsam vor sich hin, während der rote Drache immer näher kommt. Er spukt blaues Feuer und hält Ausschau. Grasgrün.

Es sind die kleinen Dinge der Unwissenheit. Die großen Dinge des Wissens und die Diamanten der Sinne. Man nährt man sich an, mal entfernt man sich, doch eines bleibt: Vergebung, Vesper, Vergeltung. Nur nicht im Wasser. Manchmal erwischt man noch den richtigen Zeitpunkt. Zum Glück. Was könnte nicht, was sollte nicht. Fassungslos die Meinung, der Arm unberührt. Ablenkung von der Taube, die mich einst so stolz erblickte. Man starre, man starre, die Stare haben Starre, doch zu finden sie bist nicht fähig, da den Kopf gebrochen ist. Hast du ein Herz, so wandle, hast du keins, so bleibe stehen. Ich finde dich schon, ich finde dich schon, so kann es gehen. Bleibe, bleibe - richte dich fort, dort stehst du an der Sonne und erspar die Binsenhott, bevor der Einklang uns verronne. Organisches. Gemischt. Willkürlich gefunden, abgetrennt mit einer Axt. Und das ganze Blut fließt auf den Boden. Der Verband ist weg. Das Blut geht seinen Weg. Wie auch du.

Schwarzer Kaffee.

Bergauf. In die Wolken, der Sonne so nah. Manchmal geht alles viel zu schnell. Aber das ist auch gut so. Dinge drehen und wenden sich. Der Strudel. Treiben lassen. Freuen.

Es vergehen wenige Tage. Doch das reicht. Es kann soviel passieren. Nicht alles ist schön, manches könnte nicht schöner sein. Ansichtssache. Letztlich kann man das Meiste drehen und wenden, wie man will: Am Ende steht immer der schwarze Vogel. Mit ausgebreiteten Flügeln und das Haar wild zurückgekämmt. Alles sitzen im Café. Es geht um die Leere. Das Vakuum. Es geht um Annährung, Entfremdung. Leute, die man mag und Leute, die man nicht mag. Sie kommen alle zusammen und alle hassen dich, während sie lieben. Hassen sie dich? Etwas anderes. Meistens findet nicht der, der sucht. Ungerechtigkeit ist ein weites Feld.

So wie Di Do. Der Fick in der Liste. Das Spannende. Und das unerwartete. Ich führte das Debüt schon ins Feld. Aber es stimmt. Böse. Sigur Rós. Das geht. Die Elfentanten. Böse. Wusstet ihr, dass es in Island eine Elfenbeauftragte gibt? Nein? Dann wird es aber Zeit.

Meine Damen und Herren, ich wünsche ihnen alles Gute. So tönt es. In der Ferne - und man fragt sich, ob alles wirklich so wunderbar ist. Dabei ist es das. Man muss das Glück nur lange genug suchen. Falsches Ausdrucksweise. Das Glück ist in einem selbst, man muss es nur ausbuddeln. Bei manchen ist es tiefer vergraben, bei anderen greifbar nahe. Der Griff nach den Sternen. Halt mich fest.

Lass es nicht zu.

Mach es auf.

Wir sehen uns dann alle wieder in der Hölle. Oder im Himmel. Oder doch im Supermarkt um die Ecke? Das Leben und der Tod spielen manchmal komische Spiele mit einem. So wie vieles andere auch. Stadtmusikanten im Swimming Pool. Da wo Sigur Rós mal wieder zu Gange waren. Hoffen wir, dass die EMI solche Aktionen in Zukunft duldet. Man kann nie wissen. Ich will es auch gar nicht wissen.

Entspannen, treiben lassen. Die Dunkelheit genießen. Oder das weiße Licht.

Erlösung.

02.04.2005
hlmr


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!