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sacriversum - beckettia


Erscheinungsjahr: 2000
Label: serenades
Tracks: 10
Spielzeit: 41:49
Genre: Metal
Subgenre: Gothic Metal
sacriversum.jpg
Bewertung: 3.5/10

rating

Eine polnische Band spielt Gothic-Metal.
Hatten wir das nicht schonmal? Genau, Sirrah und Cemetery of Scream kommen auch aus der Ecke. Aber während Sirrah einfach gut sind und Cemetery of Scream zumindest interessant, finden wir bei Sacriversum nur sehr wenige Perlen auf deren neuem (zweiten) Album "Beckettia".
Auf dem ersten Album, welches 1998 erschien, war nahezu nur Death Metal enthalten, der in Polen nicht zuletzt durch Vader recht erfolgreich sein dürfte. Heute ist aus diesem Genre nur der männliche Grunzgesang von Sänger Remo erhalten geblieben, der nicht allzu tief und aggressiv ausgefallen ist. Klingt gar nicht mal so schlecht, es gibt zumindest viel Schlechteres.
Für die zweite Stimme und den entscheidenden Gothic-Anteil (neben den wabernden Keyboards) sorgt die Frau namens Alexandra in der Band, ihre Sache macht sie in den meisten Songs nicht schlecht, sogar relativ eigenständig, allerdings klingt die Kombination von Musik und Gesang unpassend und unprofessionell.
Das Album handelt, wie der Name schon vermuten lässt, vom irischen (sehr von mir geschätzten) avantgardistischen Dramatiker Samuel Beckett, jeder Song ist einem Titel eines seiner Werke entliehen worden, die Texte befassen sich mit deren Inhalt, was ich mangels abgedruckter Texte in der Promoversion leider nicht nachvollziehen kann.
Das Album startet mit einem kurzen Intro, welches am Anfang schon durch gewagte Computer/Synth-Einstreuungen zu überraschen vermag. Klingt ein wenig nach älteren Alan-Parsons Project, nur schlechter konstruiert: Wabernde Keyboards werden von Sprachsamples und merkwürdigen Sounds überlagert.
Es geht direkt in den zweiten Track "Waiting for Godot" über, der relativ hart beginnt. Schon früh suchen uns die Grunts des Sängers heim, untermalt wird das Ganze von ziemlich klassischem Gothic-Death und schlechten Keyboards. Später erscheint auch die Sängerin und steuert eben jene Gesangslinien bei, die nicht zur Musik passen. Negativ fällt einem auch die Songstruktur auf, die oftmals unstrukturiert anstatt komplex wirkt, mehr Zusammenspiel wäre hier genau wie auch auf dem nächsten Track "Vision" (instrumental) extrem wertsteigernd. Wobei der Anfang mit Neurosisartigen Samples Hoffnung aufkeimen lässt, die kurz darauf allerdings durch 08/15-Metal Geboller und die überflüssigen Soli zunichte gemacht wird.
Der erste Lichtblick folgt allerdings: "The Krapps last Tape" überzeugt durch wunderbare Gesangslinien Alexandras und durch gar nicht mal so schlechten klaren männlichen Gesang mit polnischem Akzent. Auch die Struktur ist hier etwas glatter geraten, aber dennoch mit der nötigen Komplexität versehen, in der Tradition von Cemetery of Scream gehalten. Nach kurzem Break folgt die Wende hin zum Geknüppel, zum Glück ohne die Missgeschicke der ersten Songs zu wiederholen. Schöner, nicht überragender Gothic Metal. Mit 6 ½ Minuten aber zu lang geraten.
Positiv weiter gehts mit "Happy Days", das gleiche Spiel wie zuvor, einige Synths sind zwar etwas misslungen, aber im Großen und Ganzen gut. Hier fällt besonders das gute Gitarrenspiel der Gitarristen auf - warum nicht mehr davon!

Die nächsten 5 Songs des 40 minütigen Albums bieten leider nicht mehr viel Gutes. "Spectral Trio" klingt nach schlechten Atheist (auf das Bassspiel achten), "An act without words" bietet standardisierten, schlecht strukturierten Gothic-Death mit hinterhergehechelten Gesangslinien und "Not Me" ist schwacher traditioneller Metal, lässt aber dank einigen netten Parts noch einmal zaghaft aufhorchen.
Der letzte Track, mit "Nacht und Träume" deutsch betitelt ist aber gar nicht mal schlecht. Melancholische Klavierparts, zaghaftes Bassspiel, später übergehend in härteren Metal mit der weiblichen Stimme. Gehört so zur Oberklasse dieses Albums. Erinnert ein wenig an die besseren Tracks von "Dreams of Sanity".
Fazit: Nur drei gelungene (nicht wirklich gute) Songs, der Rest bietet höchstens einfallslosen Mittelklasse Gothic-Death, wie ihn jede Dorfcombo hinbekommt.


Ähnlich:
Sirrah, Theatre of Tragedy, Dreams of Sanity, Cemetary of Scream, Antichrisis, My Dying Bride

28.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!