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rocket from the crypt - group sounds


Erscheinungsjahr: 2001
Label: vagrant
Tracks: 16
Spielzeit: 35:33
Genre: Alternative
Subgenre: Ska/Retropunk
rocketfromthecrypt.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Die CD enthält eigentlich alles: Eine Superproduktion, druckvoll, satt und differenziert (obwohl selbstproduziert, bzw. gemixt von Donnell Cameron); eine schöne Aufmachung im Digipack; fitte Musiker an allen Geräten (inkl. fetter Bläsersektion) und vielseitige Songs zwischen Balladen ("Ghost Shark") und erfrischenden Uptempo Skapunk-Rockern ("Heart of a Rat").
Doch was bei dem amerikanischen Sextett neuerdings fehlt, ist die Fähigkeit, die Songs beim ersten Hören ins Gehirn zu katapultieren und auch nicht mehr so schnell rauszulassen!
Nach zwei Klassealben, von denen eins punkiger und rockiger war ("Scream, Dracula, Scream"), das andere sich mehr auf ältere Rocktugenden der 60er, sowie Ska besann (RFTC), kommt jetzt ein schnell rausgerotztes Album, das nur über eine Importplattenfirma erhältlich ist - von der letzten hat man sich wohl mangels Erfolg getrennt.

Fast drei Jahre sind seit dem selbstbetitelten Album ins Land gezogen, doch zäh ist das Album eigentlich nicht geworden. Schon beim Opener "Straight American Slave" spürt man neuen frischen Wind im RFTC-Lager, wofür auch der hauptsächlich in den oberen Mitten sehr schöne Mix zuständig ist. Das Lied versprüht -wie auch die folgenden - ungestümes Punkfeeling und mit seinen Bläsereinsätzen gute Laune, jedoch fehlt wie bei vielen Songs auf dem Album DIE Hookline, die man auf vergangenen Alben der Band in Hülle und Fülle wiederfand.
Auch nach 10-maligen Hören hat man keinen richtigen Ohrwurm entdeckt, dabei sind die Songs keineswegs so komplex aufgebaut, dass man beim neuen Hören noch versteckte Kleinigkeiten finden könnte.

Theoretisch steht man mit den mehrstimmigen Chören, den eingängigen Riffs und den melodischen Bläsern sowie den mitunter tanzbaren Rhythmen gut da. Aber auch beim fünften Song, "Return of the liar", der recht untypisch und mit ungewöhnlichen Gitarrenriffs anfängt, stellt sich trotz des Rotzes und der Spielfreude bei mir kein Gefühl ein, mitsingen zu müssen, wie das damals der Fall war. Erst "Heart of a Rat" kann wie in alten Zeiten so richtig mitreißen. Der erste Höhepunkt erst nach fünf Songs: Das darf alten Hasen wie Rocket from the crypt eigentlich nicht passieren!

Das folgende, basslastige und einen ruhigeren Fixpunkt darstellende "Venom Venom" geht auch in Ordnung, ist aber definitiv kein Hit, wie RFTC durchaus zu fabrizieren in der Lage sind.
"Savoir faire" stellt tempomäßig wieder das obere Ende der Fahnenstange dar, ist aber wieder nur Mittelklasse, ehe es dann im zweiten Abschnitt des Albums insgesamt etwas ruhiger wird, befindet sich da doch das hübsche "S.O.S." dessen Gitarren mich ein wenig an die Surfsounds der Pixies erinnert. Nach den durchschnittlichen Tracks sieben und acht der dritte Höhepunkt des Albums.

Auch "Dead seeds", das mit seinen vier Minuten das zweitlängste Lied des Albums darstellt ist ruhiger als Durchschnitt, bietet aber außer ein paar schönen Gesangsmelodien ebenfalls nicht mehr als diesen.

Mit dem flotten aber recht uninteressanten "This bad check is gonna stick" und dem leicht melancholischen "spitting" wird das Tempo noch mal kurzzeitig angezogen, was leider nur beim letzten freudig stimmt, weil es mit fantastischen Bläsersätzen und Vocallines überzeugen kann. Da merkt man noch mal die Klasse RFTC´s!

Ebenso beim abschliessenden, leicht mysteriösen "Ghost Shark", das völlig aus der Rolle fällt. Fünfeinhalb Minuten (soweit ich weiß, das längste RFTC-Stück ever) wird eine merkwürdige Atmosphäre erzeugt, die durch das melodische Klavier, die Akustikgitarren und die leisen El Mariachi Bläser ein wenig an Tito & Tarantula erinnert. Das fünfte Highlight einer insgesamt sehr durchschnittlichen CD, was durch die geringe Spielzeit von 35 Minuten (auf der später erschienenen deutschen Version gibt's zusätzlich noch drei Bonustracks) noch mehr ins Gewicht fällt.
Wer mit der letzten Scheibe von den Amis nicht so recht warm wurde, weil er den Punk vermisste, sollte hier mal reinhören, ihm wird definitiv was geboten. Auch für Leute, die eine CD für den Baggersee-Sommerurlaub suchen, könnte "group sounds" was sein. Mir allerdings fehlen die Songs und Hooklines, die RFTC früher ausmachten. Da helfen die fünf gelungenen Songs auch nicht mehr viel weiter. Ebensowenig die eingangs erwähnten anderen schönen Dinge.


Ähnlich:
The Mighty Mighty Bosstones, Voodoo Glow Skulls, New Bomb Turks, Union 69, Jon Spencer Blues Explosion, Royal Trux

01.01.2002
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!