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riamiwo - quench


Erscheinungsjahr: 2004
Label: one take
Tracks: 8
Spielzeit: 35:20
Genre: alternative
Subgenre: indietronic
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Bewertung: 6/10

rating

Quench: Ein Stoff schwächt die Wirkung eines anderen Stoffes ab, sobald er in die Nähe dessen gelangt. Die Analogie zur Musik von Riamiwo dürfte ungefähr so lauten: Geräusche, Melodien und Sounds beeinflussen einander gegenseitig in Tonhöhe und Lautstärke, wenn sie einander nahekommen.

In der Tat bietet Riamiwo (abgekürzt für Run into a mindworm), die Ein-Mann-Band aus Koblenz, Musik ähnlich der von Knispelektronikern wie Console, Lali Puna und Mouse on Mars, die ständig Töne, Beats und Geräusche gegeneinander ausspielen, aus- und einblenden, verschwinden und erscheinen lassen.
Durch die nicht selten eingesetzten Indiepop-Versatzstücke, wie sanft gezupfte Gitarren, genuschelter Gesang und zarte Streicher ähneln Riamiwo aber viel eher noch der Vorstellung von Musik im Notwistschen Sinne. Sogar optisch erinnert Oliver Gräfen, der Mensch hinter Riamiwo, ein wenig an die Acher-Brüdern.

Musikalisch geht es auf "Quench", der zweiten Veröffentlichung der Band, aber noch ruhiger zu, als es noch auf "neon golden", dem letzten Album von Notwist, der Fall war. Höchstens dessen Titeltrack kann es in Sachen zurückgelehnter Soundknispelei mit Songs wie dem eröffnenden "electric tagtraum", "slowgrounded" (Nomen est omen) und "sender" aufnehmen - freilich nicht in Sachen Qualität. Denn in Einfallsreichtum, Songwriting und Ausführung sind die Jungs aus Weilheim dem Koblenzer noch einige Längen voraus. Nein, die Betonung liegt bei Riamiwo auf "zurückgelehnt", denn Oliver Gräfen denkt noch nicht mal daran, groß an der Temposchraube zu drehen. Die Beats pro Minute kann man genüßlich an zwei Händen abzählen, die Knöpfchendrehereien kann auch der noch nachvollziehen, dem bei Squarepusher, Boards of Canada und Mouse on Mars die Gehirnwindungen verknoten.
Dazu werden auf der Gitarre bedächtig Melodien gezupft, der Bass bumpert ruhig im Hintergrund und ab und zu wird einem die Zeit mit zauberhaften (synthetischen) Violinenklängen versüßt. Nur vor der Stimme bekommt man schon beim zweiten Songs Angst. Auf schlimmstem Schülerbandniveau nuschelt sich Herr Gräfen schüchtern durch die drei mit dem Versuch an Gesang "veredelten" Tracks und es braucht seine Zeit, bis der Gesang nicht mehr als störender Faktor wahrzunehmen ist. Schade ist es insbesondere um den Quasi-Hit "i should know", dem mit schön ausformulierten Gesangslinien das "Quasi" gestrichen werden könnte. Natürlich sind auch bei Notwist keine Chorknaben am Werk, aber im Duell Acher gegen Gräfen fällt das Ergebnis eindeutig zu Gunsten von ersterem aus. Gnädigerweise bleiben selbst auch die lyrisch ausformulierten Songs überwiegend instrumental.

Ansonsten bietet "Quench", durchaus atmosphäreschaffende Musik, wie sie, da behält der Infozettel Recht, auch zum nächsten deutschen melancholischen Film a lá "Halbe Treppe", "Lichter" und "Schultze gets the blues" passen würde. Knispelfiepelsummsummbrumm.

riamiwo


Ähnlich:
The Notwist, Lali Puna, Console, Tied and Tickled Trio, Boards of Canada, the white birch, Air

04.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!