. .

puppies on acid - how soon is never?


Erscheinungsjahr: 2007
Label: broken smile productions
Tracks: 6
Spielzeit: 24:20
Genre: alternative
Subgenre: alternative progrock
puppies.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Respekt. In dieser Zeit nach zehn Jahren gemeinsamen Musizierens die erste offizielle EP herauszubringen, dazu gehört Durchhaltevermögen. Die meisten kleinen Bands hätten wahrscheinlich vorher das zeitliche gesegnet oder würden als Coverrockbands durch die Provinz tingeln und auf Bauernpartybühnen vor Besoffenen spielen. Puppies on Acid haben in dieser Zeit offensichtlich geübt und sind gereift. Nichts auf „How soon is never“ hört sich nach Schnellschuss an. Über das schwache Artwork sollte man hinwegsehen und dass die Lyrik niemals für sich Bestand hätte: Geschenkt. Auch Dream Theater haben mal klein angefangen. Musikalisch sind die 24 Minuten ein Lichtblick am bisher eher mauen deutschen Alternative Prog Rock Markt.

Auf zehnminütige Hymnen verschwendet das hanseatische Quartett zum Glück keine Spielzeit (sieht man von dem zweigeteilten, zusammen neunminütigen Opener „Who was wrong“/“Memories in the reviewmirror may appear closer than they are“ ab), die Mittzwanziger kommen in der Regel schnell auf den Punkt. Vielleicht sogar etwas zu schnell: So refrainverliebt jedenfalls hört man Bands aus diesem Genre selten. Dadurch ist die Nähe zu Muse und Dredg aber schnell erklärt. Eingängige Melodien hier und da. Der Gesang ist eine erstaunlich gelungene Mischung aus hohem, klassischen Prog Rock Gesang und zwischen Überdrehtheit und Pathos wechselnden Alternative Prog Vocals. Nur bei „Seconds after the cut“ hätte man sich weniger langgezogenen Vokale und generell mehr Zurückhaltung gewünscht. Ansonsten sind die Zutaten natürlich die gleichen wie bei den Vorbildern. Durch die andere Zusammensetzung gewinnen Puppies on Acid aber ihre Eigenständigkeit. Wo sonst würde man so ein funky Bassspiel wie auf „Famous Broken Smile“ vor fetten Riffs und nach einem Mars Volta ähnlichen Intro finden! Und so ein merkwürdiges, theatralisches (aber fast albernes) Ende wie bei „set yourself on fire“. Wie auch immer, der Höhepunkt bleibt der Opener „Who was wrong“, bei dem schneidende Gitarren, ein eingängiger Refrain, hochklassige Melodien und ein weder zu komplexer noch zu einfacher Songaufbau aufeinander treffen. Hier, beim dazugehörigen „Memories“ und beim abschließenden „Set yourself on fire“ wird aber auch deutlich, dass die Refrainverliebtheit der Band den Songs unnötig Länge verleiht und so doch einen kleinen Mangel an Substanz offenbart. Die Balance am Abgrund zur Langeweile ist gefährlich und wird nur durch die Kürze der EP entschärft. Für ein volles Album sollte die Band also noch mehr am Songwriting feilen. Die Zutaten und die Mischung stimmt jetzt schon.

puppies on acid auf myspace

puppies on acid website 

 


Ähnlich:
dredg, muse, 3, dream theater, incubus, oceansize, faith no more, the mars volta, 30 seconds to mars, substyle, anyone, the butterfly effect, porcupine tree, deftones, stone the crow, coheed and cambria

18.11.2007
Tobias Goris


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

4GD         BW3      
  O    L    8 X   8S2
7XK   LIS   4IJ      
N      H      8   SQN
QAE         TQQ      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!