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predominant lunatics - thirteen lost souls


Erscheinungsjahr: 2007
Label: aurora music
Tracks: 13
Spielzeit: 54:37
Genre: alternative
Subgenre: wave/dreampop
predominantlunatics.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Waviger Dreampop, der so gar nicht richtig zur Schweiz passen will. Obwohl: Vielleicht passt dieser getragene, sanftmütige und zeitlose Klang doch ganz hervorragend zu den Eidgenossen. Nur gehört hat man bis jetzt noch wenig davon aus dem bergigen Land. Waviger Pop ist eigentlich eher des Briten Sache, die ob des verregneten Wetters allen Grund zu melancholischer Stimmung haben. Nun gab es ja in den letzten Jahren eine Art Revival eines kräftigen Gothic Pops, siehe Interpol und The Editors. Damit aber haben die Predominant Lunatics nichts zu tun. Zwar ist die schattige Grundstimmung eine ähnliche, aber die Produktion und die Vorbilder eher andere als Joy Division. The Cure hört man raus und die versammelte Dreampopgarde der späten Achtziger und frühen Neunziger, aber insbesondere wegen des Gesangs sind Predominant Lunatics ziemlich eigenständig. Womit wir schon beim hervorstechenden Schwachpunkt der Band sind: Der Sänger. Marco Finsterwald mag eine besondere Präsenz als Sänger haben und auch für die Unverwechselbarkeit sorgen, aber die helle Stimme zieht die Musik regelmäßig ins lächerliche und allzuoft liegt der Gesang dazu neben der Spur. Über dessen angestrengt britischen Akzent, der das Schwyzerdütsch nie verbergen kann, sollte man auch lieber den Mantel des Schweigens hüllen. Dass das Album in London gemischt und gemastert wurde, hat dem Gesang jedenfalls nicht geholfen.
Man muss sich an Gesang, Akzent und Stimme gewöhnen, will man Zugang zu den Songs auf "thirteen lost souls" finden - sonst kommt man gar nicht mehr aus dem Stirnrunzeln heraus. Dann merkt man, dass die Substanz gar nicht so schlecht ist. Sehr träumerischer, entrückter Wave Pop in einer 80er Jahre Produktion, die Liebhaber wahrscheinlich schätzen werden. Sehr gitarrenmelodiebetont ist das Ganze, aber auch die Keyboards mischen in Songs wie "cosmic trip" mit eher ungewöhnlichen, poppig-fröhlichen Klängen mit.
Abwechslung wird auf "thirteen lost souls" zwar nicht groß geschrieben, aber mit "in flames" und "another war" geht die Band eher Richtung desperat-aggressiver Klänger, während "cosmic trip" und "eyes like sky" die poppige Seite repräsentieren - letzteres geht fast schon in eine nur leicht melancholische Britpop-Richtung. Der Rest der Songs bewegt sich fast durchgehend im unteren Midtempobereich, aus dem nur selten und kurz durch aufbrausende Gitarren (das Trio "the six fountains", "why and why not" und "episode epilogue") oder schnelleres Tempo (verbunden mit einem fast schon ausgelassenen Refrain in "theydream") ausgebrochen wird. Wäre die Stimme nicht, die immerhin in der raueren Variante bei "another war" ordentlicher klingt, dann könnte man unbeschwert in den netten, gezupften und verzwirbelten Gitarrenmelodien versinken, da der Rhythmus (ebenfalls von den Heroen der melancholischen 80er Jahre Klängen bekannt) selten aus der Reihe tanzt. Am schönsten dabei ist der mit fünfeinhalb Minuten längste Song der CD, "take me home", aber vor Langeweile ist man während "thirteen lost souls" nie gefeit. "Through Me" und "night of the blind" sind weitestgehend spannungslos geraten und die oben angesprochenen Gitarren könnten bei fortschreitender Spieldauer ruhig mutiger agieren (und damit sind nicht die kurzen verzerrten Ausbrüche kurz vor dem Ende gemeint) oder zumindest nicht die ewig ähnelnden Muster spielen.
So ist "thirteen lost souls" eigentlich nur etwas für ewig gestrige Waver, die gerne bei melancholischer Popmusik träumen und bezüglich des Gesangs einiges abkönnen.


predominant lunatics seite


Ähnlich:
The cure, ultra vivid scene, lush, the dylans, clientele, the house of love, soda stereo, Joy division, bauhaus, the mission, pink turns blue

10.10.2007
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!