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poem is you, the - the promised south


Erscheinungsjahr: 2008
Label: k & f records
Tracks: 11
Spielzeit: 37:34
Genre: alternative
Subgenre: americana
thepoemisyou.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Eine nette Geschichte. Dresdner und Belgierin treffen sich zufällig in Berlin und beschließen eine Band zu gründen. Heraus kam The Poem is you und was anfing als Zwei-Mann-Projekt ist mittlerweile zu einem multinationalen Sextett angewachsen. Das hört man den meisten der elf Songs an: Die Instrumentierung ist reichhaltig (auch wenn zwischendurch mal nur auf Gitarre und Gesang gesetzt wird) und die Abwechslung hört nicht beim Wechselgesang zwischen Marie Reiter und Daniel Bock auf.
Wie diese bunt zusammengewürfelte Band nun ausgerechnet auf die Idee kommt, Americana spielen zu wollen, bleibt wohl ihr Geheimnis. Wahrscheinlich fanden sie einfach nur Bands wie 16 Horsepower und die Bright Eyes toll und nun spielen sie im gar nicht so wilden Osten Deutschlands ihren Americana/Indie Folkpop. Das wirkt zwar auf den ersten Blick wie Marschmusik in den Rocky Mountains, aber man gewöhnt sich dran und schließlich spielen The Poem is you eine aktuelle Variante des amerikanischen Rootsmusik. Eine, die auch dem Countryhasser irgendwie ok vorkommen wird, weil vieles hier klassischem Singer/Songwritertum näher ist, oder einem reduzierten Indiepop. Mit dem ruhigen ersten Teil des Titeltracks, irgendwo zwischen Intro und Song, eröffnet die Band wunderbar ihr "promised south". Man wundert sich zwar über die merkwürdig verkehrt klingende Produktion (hier inbesondere beim Gesang), freut sich aber über den schönen, melancholischen Song, über die fragilen Gitarren, über das traurige Akkordeon, über hübsch klackernde Percussion. Auch wenn der Song nicht einmal 2 Minuten währt. Danach jedoch beweist das mit aufmunternd federndem Rhythmus ausgestattete "Emile" auf eindrucksvolle Weise wie eine schlecht produzierte, zu vorlaut zischende Snare Drum einen kompletten Song zerstören kann. Die steht zum Glück bei dem folgenden "Down The Hall", der an reduzierte Cardigans erinnert, im Hintergrund und verschwindet im reichhaltigen, aber nicht über einen netten Song hinauskommenden "The Ballad Of Old Harold Part 1", im an Bright Eyes erinnernde "Midnight Train In F Major" (schöner Doppelgesang) und in den meisten anderen Songs komplett.

Dennoch leidet das Album generell an seiner Produktion, die wahrscheinlich beabsichtig Lo-Fi ist, aber eben auch eklatante Schwächen aufweist, die nicht passieren dürfen. So wirken eigentlich ordentliche Songs wie "Watermans Mill" lediglich wie bessere Schulbandversuche und der zweite Teil von "The Ballad Of Old Harold" schrammt mit seinen tollen Gesangsarrangments knapp am Hitprädikat vorbei. Und so schwankt das Album zwischen tollen Arrangments, schönen Songs und ein paar Füllern (das Instrumental "Duel for Guitars #2" mit erneut viel zu sehr in den Vordergrund gemischten Schlagzeug ist auch noch grausam langweilig).
Schön kurz vor Ende: Der zweite Teil des Titeltracks greift das gute Thema des Openers wieder auf und reduziert noch weiter. Nicht so schön dann das Ende: "Riots" ist ein mäßig interessanter Indiepopsong der wieder sehr unter der Produktion leidet, aber immerhin ein ordentliches Finale mit gute Klavierbegleitung aufweist.

Live sind The Poem is you bestimmt toll: Songs und Instrumentierung zeigen jedenfalls die Qualitäten der Band - nur läuft das Ganze auf CD noch nicht ganz rund.

the poem is you auf myspace
k & f records


Ähnlich:
Sixteen Horsepower, Woven Hand, Calexico, Giant Sand, Bright Eyes, Commander Venus, Timesbold, Royal City, American Music Club, The Mountain Goats, Friends Of Dean Martinez, The Band Of Blacky Ranchette, Giant Sand, Calexico, T-Bone Burnett, Willard Grant Conspiracy, Paul James Berry, Townes van Zandt, Johnny Cash, Lee Hazlewood, Nina Nastasia, Loreena McKennit, Ryan Adams, Azure Ray

28.07.2008
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!