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placenta - missgunst & neid


Erscheinungsjahr: 2013
Label: noizgate
Tracks: 10
Spielzeit: 42:!6
Genre: metal
Subgenre: groove metal
Placenta-Missgunst_Und_Neid.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Ich muss zugeben, an mir ist diese ganze Metal/Deathcore-Schiene komplett vorbeigegangen. Vielleicht gereicht das den deutschen und überraschenderweise auch deutschsprachigen Placenta aus Berlin zum Vorteil. Vielleicht auch, dass sie sich mit ihrer Verpackung so unklischeehaft geben. Logo, Textbuch, Cover und restliches Layout hätte jedenfalls von einer Band aus irgendeinem Bereich zwischen Punk, Experimental und Hip Hop stammen können. Zumindest damit biedert sich Placenta an keine Fangruppe an. Lediglich das Bandlogo auf der CD selbst gibt den vielleicht entscheidenden Hinweis: Es erinnert ein klein wenig - wie der Name selbst auch - an Pantera. Und tatsächlich spielen Placenta groovigen Metal. Mit leichten Death Metal (der bellend-grunzende Gesang in den Strophen) und... Pop-Einflüssen. Der Sänger klingt in den Refrains, als hätte er ein paar Übungen an der deutschen Popakademie in Mannheim gemacht. Das ganze Konzept wiederum erinnert dann doch an den New Metal, der vor rund zehn Jahren en Vogue war. Alles also irgendwo schonmal dagewesen. Sicherlich auch besser. Immerhin bringt die Band ihre deutschsprachigen Texte gut unter. Lyrisch ist \"Missgunst und Neid\" erstaunlicherweise nicht uninteressant. Placenta nähern sich in \"Wunderschön und wild\" dem Leben eines U-Bahn-Musikanten aus ungewöhnlicher Perspektive. \"Baroness\" und \"Ein Riese\" liest sich hingegen eher wie leicht peinliches Quatschgeseier (wohlmeinend: Satire) aus der großen Pause in der Abiklasse - aber mit frischem Einbau von sozialen Netzwerken und Lan-Parties. \"Schlafe Los\" und \"Sretan Put\", eher in Gedichtform, erinnert mich ein wenig an die Ich-bezogenen Texte von Eric Fish (Subway to Sally) und das enigmatische \"Jure Joskan\" ist mit zahlreichen Assoziationen gespickt. Schade, dass dieser lyrischen Variation musikalisch nur insoweit entsprochen wird, dass der eine Song mal langsamer (\"Jure Joskan\"), der andere mal brutaler (\"Schwarze Tauben steigen\"), schneller und/oder thrashiger (\"Tanzt\") ist und ansonsten nur mit einigen gut gewählten Samples, Intros und Outros gearbeitet wird. Hier und da würde der Band etwas doomigere Einflüsse gut stehen, ebenso wie Industrial oder etwas frickligere Passagen. Ganz aus der Reihe fällt das experimentelle \"Collage À Trois\", wie der Titel schon sagt, an eine akustische Collage gemahnend, feedbacks treffen auf Soundspielereien - als Verschnaufpause zu lang, als Experiment zu unspannend, als Song unbrauchbar. Das oben schon angesprochene \"Ein Riese\" fällt mit seinem entspannteren, aber düsteren Sound zumindest in der ersten Minute aus der Reihe, ehe er sich in das altbekannte Modern Metal-Gewand mit melodischem Refrain kleidet. Das ist zum Glück meistens hinreichend mitreißend und eingängig komponiert, wobei stellenweise mehr Raffinesse zwischen Geballer meets Melodie nett wäre. Und auch die Produktion ist mir stellenweise zu künstlich. Aber dennoch nimmt \"Missgunst und Neid\" die Hürde vom mittelmäßigem zum interessanten Album mit Daseinsberechtigung, wozu insbesondere die Texte beitragen.


Ähnlich:
Fleischmann, Pantera, Meshuggah, Slipknot, Linkin Park und alles übrige zwischen Metal und DeathCore.

20.06.2014
TG


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!