. .

pendikel - pendikeland


Erscheinungsjahr: 2011
Label:
Tracks: 13
Spielzeit: 52:26
Genre:
Subgenre:
161_pendikelland cover 2011.jpg
Bewertung: 7.5/10

rating

Meine Gebete, gebt dem deutschen Indierock Progressive, gebt dem deutschen Indierock Experiment, sie wurden erhört. Ausgerechnet von Pendikel. Aber vielleicht: Von wem auch sonst? Pendikel haben ja den richtigen Namen dafür. Man kann sich nichts und alles darunter vorstellen und so ist auch Pendikeland. Das kann Deutschland sein. Passend: Hunde, Ostblock, Trend Global, Kalter Krieg, Gut und Böse, Parolen und Polizei! Hammer, Krisenmobil. Aber letztlich ist das Alles auch global, wie Pendikel. Mit den Texten kann man sich beschäftigen, aber lohnenswerter ist das mit der Musik: Diese Dynamik! Auch wenn ich Carsen Sandkämper für so manch lahmen Gesang eine reinhauen könnte, so global gesehen ist "Pendikeland" schon ein gelobtes, ein heiliges Land. Wie da zarte Passagen an schroffen Gebirgswänden zerschellen ist schon einmalig und auch die Vertonung der Stille gelingt hervorragend. Dumm ist höchstens dass man sich, einmal an sperrige, vielknospige Geräuschgestalten gewöhnt, bei monotoneren Auswüchsen schnell in die Durststrecke gelangt. Und dass dann punkiger Kram, "trag die alten sachen auf", gar langweilen kann. Dafür ist das Lied aber wiederum zu flott - dennoch, haarscharf. Sonst fühle ich mich gar an alte Genesis erinnert, was Pendikel vielleicht als Beleidigung empfinden könnten, aber zumindest blinken in meinem Kopf die gleichen Synapsen auf wie damals bei "foxtrot". Ab und zu, natürlich, versteht sich. Und für mein Gemüt könnte Pendikeland ruhig noch ein Stück wagemutiger sein, noch etwas weiter draußen und sperriger. In Pendikel will ich mich reinfräsen und Splitter sollen meine Haut durchdringen. "Hunde und Helfer", "Generation Memory", Ja! "Metaphern", albern, aber: Ja! Die Hunde von At the drive-in lugen da um die Ecke. Dazwischen, naturgemäß, und wofür? auch diese Pendikel-Quasi-Hits. "Dieser Moment". "Der mit dem Hammer", fast. "Achter de Welt", für Fans von ruhigen Notwist mit Klavier. Aufbrausend wird es kurz vor Schluss, wie der Name schon sagt, "Zäune", die von Pendikel mit Stacheldraht obendrüber. Sägezahn und Mühlenbrot, mehr Handlung gibt es nicht. Eine Prise Noise lässt Sandkämpers Stimme wie in alten Zeiten kreischen. Befreiend ist das nicht, zu kurz. Befreiung gibt es im Pendikeland nicht, höchstens als Sedativ für alle die es wollen. Denn der Lift streikt, ist das gut? Schlecht? Hoffnung jedenfalls ist lange nur Wort. Bis sie mit Schmerzen gefüllt Mehr als nur Zweifel verspricht. Schmerzen gibt es am Ende von Pendikeland nicht. Wohlklang und Zuversicht, vordergründig, aber nicht wirklich. Am Ende: Alle sediert.


Ähnlich:
Ja Panik, Kante und so

02.03.2014
stativision (Tobias G.)


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

46J         7I8      
  J    T      O   TO9
L5Q   ARP   NG4      
8      A    C     9RH
PMX         467      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!