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occculture - cortex


Erscheinungsjahr: 2005
Label: khazad-dum
Tracks: 11
Spielzeit: 54:55
Genre: beats/elektro
Subgenre: dark wave/elektro
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Bewertung: 5/10

rating

Man kennt das ja. Mann trifft Frau und fünf Jahre später wird, nachdem das erste etwas klein geraten ist, bereits das zweite Kind zur Welt gebracht. Die Gene sind in diesem "Cortex" genannten Sprössling in etwa gleich verteilt: Der stampfende Elektrobeat stammt vom Vater und melodischer Gesang zwischen Dark Wave, Pop und Rock kommt von der Mutter.
Ungewöhnlich wird diese Kombination vor allem durch den eingängigen melodischen Gesang Lena Amboshis, der in dieser Form wohl noch nicht im Electro/Industrial-Genre zu finden war. Die Musik dazu besteht neben den oben erwähnten Stampfbeats auch mal aus gemäßigterem Rhythmus und verträumten Keyboardflächen die von üblichen düsteren Klangkulissen ausgeschmückt werden.

Die Musik von Occculture (nur echt mit dem dritten 'c') erinnert dabei trotz aller typischen Trademarks selten an andere Genregrößen, da sich das Duo gekonnt zwischen alle (elektrischen) Stühle setzt. Da ertönen gesampelte Gitarren neben düsteren Keyboardschwaden neben Sprachsamples neben Glockengebimmel neben trancigen Synthiesounds und Klaviermelodien. Die programmierten Beats sind ähnlich vielfältig. In "Xenophobia", "Killing Fields" und "Evil is here" regiert eckiges Gestampfe, während in "Wasting Time", "haunted" und "gone" wesentlich weicher agiert wird und "scars" von hymnischen Beats begleitet wird. "Never again" wiederum wird eher von Geplucker dominiert. Abwechslung wird auf "cortex" groß geschrieben, was zwar teilweise dazu führt, dass der rote Faden verloren geht, sich aber positiv auf die Langzeitwirkung des Albums auswirkt.

Dennoch liegt die CD schwer im Magen. Eines der großen Probleme von "cortex" ist, dass die Betonung sehr auf dem klaren Gesang Amboshis (dazwischen gibt es immer mal wieder raues Gekrächze) liegt, der trotz aller Abwechslung auf Dauer nerven kann, besonders wenn er nach Frühneunziger-Dancefloor klingt. Rein musikalisch werden zwar alle möglichen Geschütze aufgefahren, aber keines davon trifft ins Schwarze, was auch durch die Potenzierung der Sounds nicht besser wird. Teilweise (zum Glück nur sehr selten) erinnert Occculture auch schlimm an billigeren Techno, was nicht gerade zu längeren Rotationszeiten der CD im Spieler führen dürfte. Die ruhigeren Songs auf der CD, insbesondere "never again", "gone" und "mare tranquillitas" laufen zwar wesentlich besser rein, aber besonders die beiden letzten haben einen nicht zu unterschätzenden (Düster-)Kitschfaktor.

So bleibt "cortex" eine zwiespältige Sache, die zwar sehr eigenständig und abwechslungsreich geraten ist, aber auch schnell enervierend wirken kann. Insofern ist die Gretchenfrage, ob man sich mit dem (objektiv ohne Zweifel gelungenen) gewöhnungsbedürftigen Gesang Lena Amboshis anfreunden kann. Reinhören ist besonders den offenen Electrofreunden zu empfehlen. Ob mehr draus wird, bleibt abzuwarten.


Ähnlich:
Hocico, Wumpscut, ASP, X-Fusion

16.05.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!