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o! the joy - zen mode


Erscheinungsjahr: 2008
Label: distile records
Tracks: 10
Spielzeit: 45:42
Genre: alternative
Subgenre: emo mathrock/neo progrock
o-the-joy-zen-mode.jpg
Bewertung: 7.5/10

rating

Bei "zen mode" könnte man es sich einfach machen: Wer das Cover mag, mag wahrscheinlich auch die Musik. Chaotisch und bunt sind beide. Und beide lassen erst auf den zweiten Blick die Harmonie und die Struktur erkennen.

Das erste, was man hört, nachdem man "zen mode" in den CD-Player gelegt hat, und auf "play" gedrückt hat, sind drei zischende Beckenschläge. Auf die sofort ein dichtes Stakkato von Gitarrenriffs und Schlagzeug folgt. Pure Energie, wenige Sekunden lang. Man fühlt sich an At the drive-in erinnert, an diese frische, freie, ungestüme Energie. Weitere Sekunden später, fühlt man sich, erneut, an At the drive-in erinnert, wenn dieser Gesang sich Wege bahnt. Emo-Gesang, der aber verzeihlich ist, weil die Musik ansonsten eher wenig damit zu tun hat und erst recht nicht die üblichen Klischees aufbietet.

Im weiteren Verlauf verblasst der Vergleich, verschwindet aber nicht völlig. O! the joy sind schöngeistiger, jazziger, vertrackter, weniger rockig und weniger bockig (obwohl die meisten Menschen jeden zweiten der oft vorkommenden Rhythmuswechsel vielleicht so nennen würden) als At the drive-in. Und mit mehr Verschnaufpausen. Da käme jetzt Mars Volta ins Spiel - aber genug des Namedroppings, dafür sind O! the joy zu eigenständig.

Nach knapp drei Minuten wechseln O! the joy im Opener von "zen mode" unvermittelt in einen jazzigen Psychedelikpart, der dennoch in den Song passt wie die Faust aufs Auge. Dualismen werden im Zen abgelehnt: Hier arbeitet nichts gegeneinander. Die Elemente auf "Zen mode" ergänzen sich. Hier das geordnete Chaos voller Energie, dort der lässige Jam. Mathrock trifft Improv-Ähnliches und mündet in einfach guter, zeitloser Musik.

Dass O! the joy auf ihrem Debütalbum verdammt abwechslungsreich werkeln, wird spätestens in der Mitte von Stück zwei klar. "There is no such thing as "organized crime"" beginnt als melancholisches Klavierstück, bevor es sich kurz hymnisch aufbäumt und sich später im weiteren Verlauf berstend entlädt. Herzerfrischendes Gefrickelchaos, spastisches Zucken, dass sich im Verlauf der instrumentalen vier Minuten noch zu steigern vermag (nicht ohne zwischendurch ein klein wenig, rauchige, Luft zu holen natürlich). Das knappe "This fault is not mine" erinnert wieder an (siehe zweiten Absatz), während "under the radar" mit seinen zahlreichen verqueren Harmonien Fusion Jazz Pop mit Mathrock verknüpft. Oder so. Jedenfalls Gefrickel vorzüglich mit Melodie verbindet - das ist nicht neu, aber von O! the joy gut gemacht und mit Geschick in vier Minuten verpackt.

Die Perlen hat man sich jedoch bis zum Schluss aufgehoben. Nachdem die Mitte von "Zen mode" ein klein wenig absackt sind "We write the next chapter" und "I just didn't tell you" die benötigten Höhepunkte in der zweiten Hälfte von "zen mode", auch, wenn letzteres (im Gegensatz zum mit genialen Gitarrenlinien vollgestopften "We write...") nicht unbedingt begeisternd anfängt - wenn der Gesang sich in ein zärtliches Säuseln verwandelt und der Song sich in feinstem Progpopgewand kleidet, geht das Herz auf. Im selben Song gibt es dann noch einmal alles, was O! the joy ausmacht: Psychedelische Postrockpassagen, ausschweifende Gitarrenlinien über vertrackten Rhythmen und energetischere Parts.
Abschließend formuliert der Titeltrack noch einmal vier Teile Mathrock, drei Teile Psychedelisches (etwas zu ausschweifend) und ein Teil Emocore in acht Minuten. Feiner Abschluss eines feinen Albums für Alle die bei den Wörtern Gefrickel und Emo-Gesang nicht völlig am Boden liegen.

O! the joy auf myspace


Ähnlich:
At the drive-in, the mars volta, De Facto, The Dismemberment Plan, 31Knots, Portugal.The Man, Coheed And Cambria, Sparta, Fugazi, Cave In, The Blood Brothers, Led Zeppelin, Omar A. Rodriguez-Lopez, Sonic Youth, the mass, Thursday, These Arms Are Snakes, the Dismemberment Plan

31.12.2008
stativision


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!