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neurosis - sovereign


Erscheinungsjahr: 2000
Label: music for nations
Tracks: 4
Spielzeit: 32:40
Genre: Alternative
Subgenre: psychedelic noisecore
neurosis.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Die Vier-Track EP mit Multimedia-Teil ist als Überbrückung zur nächsten, im Herbst erscheinenden full-length-CD von Neurosis gedacht, und gleichzeitg als Komplettierung von "Times of Grace" gedacht.
Nun heißt EP bei Neurosis nicht wie bei vielen anderen Geldschneiderei, sondern hier wird über 30 Minuten Musik geboten (was hauptsächlich auf den 13-minütigen Titeltrack zurückzuführen ist). Hinzu kommt der große, aufwendig gestaltete Multimediateil, der ein paar Videos beinhaltet und ein sehr schönes, symbollastiges Menu, wer einmal Neurosis live gesehen hat, weiss ungefähr, was ihn erwartet, Endzeitstimmung und Apokalypse audiovisuell.

Musikalisch ist die "Sovereign"-EP eher der ruhige Bruder der relativ harten und songorientierten "Times of Grace", hier agieren die Klang-Genies mehr nach meinem Geschmack.

Den Auftakt macht das sich langsam steigernde, intensiver werdende "prayer". Leise Akustikgitarren und die typischen Sprachsamples am Anfang machen den Track (ganz, wie es zum Titel passt) sehr meditativ und eindringlich, bis er dann zum Ende hin immer lauter werdend zur Katharsis aufruft. Meiner Meinung nach einer der besten Neurosis Tracks überhaupt. Unfassbar, wie die Band eine derartige Spannung erzeugt, die zu jedem Zeitpunkt trotz Stille so dicht ist, dass sie nahezu greifbar ist, dass sie dich auch bei hellstem Tage einnebelt. Mit zweistimmigem rauen Gesang wird der düstere Text vorgetragen, von zwei leidenden Stimmen, die perfekt mit der Musik verschmelzen. Wie immer trägt auch das hypnotische, ein wenig tribalmässige Drumming dazu bei, die Stimmung aufrecht zu erhalten. Nahezu perfekt, bevor es sich dann entlädt.
"An offering" ist ein leicht paranoides Gebräu aus langsamen Hi-Hat-Schlägen, tiefem rauen Gesang und fetten Drums, die Leadgitarren sind für das bedrückende Feeling ebenso verantwortlich wie die nicht zuordenbaren Geräusche,
die sich fast unbemerkt um einen schleichen und Angst im Hörer auslösen. Nie so dräuend wie die Songs auf der "Times…" aber wieder einmal so intensiv, dass mir Angst und Bange wird.

Der überleitende Zwischentrack "flood" wird wiederum von Tribaldrumming dominiert. Das wird hier verschmelzt, mit Klängen wie von den Einstürzenden Neubauten, ähnlich Maschinen nachahmend. Geht in Ordnung, von Neurosis hat man aber in der Richtung schon besseres gehört.
Dann geht es ins Finale. "Sovereign" der Titeltrack. Mit 13 Minuten einer der längsten Songs, die Neurosis je geschrieben haben. Gelungen, mit Klassemelodien, die sich zwischen den Wall of Sounds verbergen. Es ist der härteste Track der CD, und doch will er einen nicht so recht mitreißen. Für 13 Minuten passiert mir da zu wenig. Die Monotonie, die verwendet wird, um eindringlich zu sein, wirkt manchmal langweilig, was in ähnlichem Maße nur auf dem vorletzten Werk "Through silver in blood" der Psychoten passiert ist. Nichtsdestotrotz ein teilweise grandioser Song, insbesondere bei den getrageneren Passagen gegen Ende.

Durch das Multimediamaterial kommt man übrigens noch auf einen speziellen Teil der Neurosis-Page, der aber bei mir aus irgendeinem Grund "not accessable" war, vielleicht weil ich nur die Promo besitze. Auf diesem speziellen Abschnitt, der nur durch die EP erreichbar ist, gibt es weitere exklusive Stücke von Neurosis, was die Chose schlussendlich noch interessanter macht.

28.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!