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ncor - nimm mich


Erscheinungsjahr: 2005
Label: final dusk records
Tracks: 13
Spielzeit: 50:55
Genre: beats/elektro
Subgenre: Industrial Pop-Rock
ncor.jpg
Bewertung: 4/10

rating

Mit dem Artwork scheinen Final Dusk Records ein kleines Problem zu haben. Neben Y-Luk-O kommt auch die neue nCor-CD mit billigster Illustration daher. Und auch hier gilt: Ganz so schlimm ist die Musik nicht geworden. Wobei man auf "nimm mich" scharf trennen sollte: Instrumental ist das Album sogar partiell gut geworden, wenn pluckernde, treibende Beats, akustische und rockige Gitarren, passgenau eingesetzte Samples und Klaviermelodien eine unheilige Liasion eingehen. Allein: Der Gesang ist eine Katastrophe. Ich muss (obwohl ich weiß, dass die Realität anders aussieht) ständig an das Klischee vom pickligen Jüngling denken, der in seiner Stube sitzt, versucht böse und verrucht zu klingen und abundzu einen auf schmachtenden Prinzen macht. Immer wieder kommt mir - so absurd es auch klingen mag - Nu Pagadi in den Sinn, deresgleichen nCor in "Medienstar" textlich ziemlich ungeschickt an den Pranger stellen. Auch ansonsten sind die teilweise sehr symbolhaften, überwiegend düsteren Texte nicht besonders gelungen, was umso schwerer wiegt, als dass sämtliche Lyrik in Deutsch gehalten ist.

www.ncor.de

Musikalisch ist die Bandbreite von nCor erstaunlich. Zwar sind alle Songs in Midtempo gehalten und Variationen in dieser Hinsicht gibt es nur selten, aber durch das eingesetzte Instrumentarium und die differenzierte Programmierung wird doch eine beachtliche Vielfalt erreicht. Zwischen fast schon Prodigy ähnlichem Big Beat Grundgerüst ("Luft", "Nachtzerstörer", "Hirntod" und "Tanz mit dem Feuer"), über das mal akustische Gitarren, mal harte Riffs gelegt werden und sanftem, pathetischem Industrial Rock ("Für Dich" und der Titeltrack) ist alles vertreten. Am besten funktioniert bei nCor dabei der Gegensatz aus treibenden Beats und getragenen Akustikgitarren, wovon auch das erstaunlich gelungene Camouflage-Cover "Crime" zehrt. Darüber hinaus lassen lediglich "Tanz mit dem Feuer" den (bei diesem Song nicht ganz so üblen) Gesang vergessen. Ganz schlimm wird es, wenn der Kitsch der Texte auch musikalisch Einfluss findet. Besonders "Nimm mich" ist in dieser Hinsicht der absolute Tiefpunkt geworden, aber auch "Für dich" ist nicht besser, als der Titel erahnen lässt.

Doch warum lange reden - Fans von seichtem und gut produziertem Gothic Industrial Pop werden sowieso mal reinhören, die anscheinend beachtliche Fanbasis von nCor sowieso zugreifen und der Rest wird sich mit Grausen abwenden und lieber die neue Deine Lakaien kaufen.
Jedenfalls muss die Band aufpassen, dass sie nicht selbst mal Medienstars werden - in die Ecke haben sie sich mit "nimm mich" nämlich zumindest musikalisch manövriert.


Ähnlich:
Nik Page, Melotron, Camouflage, Nu Pagadi, Oomph!, Prodigy, Blind Passengers, DAF, Gothminister, Witt, Linientreu, Rosenstolz, Deine Lakaien

05.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!