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monster magnet - monolithic baby!


Erscheinungsjahr: 2004
Label: spv
Tracks: 12
Spielzeit: 54:16
Genre: alternative
Subgenre: stoner hardrock
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Bewertung: 8.5/10

rating

Dave Wyndorf ist clean. Und das schon seit geraumer Zeit. Macht aber nichts, denn musikalisch und lyrisch sind Monster Magnet immer noch in ihrer "World Of Pills" daheim.

"Monolithic Baby!" war auf jeden Fall eine schwere Geburt. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es überhaupt noch ein Monster Magnet-Album geben wird. Gut, dass man sich irren kann. Vier Jahre hat es gedauert. Vier lange Jahre. Dave Wyndorf hatte nicht nur mit unmotivierten Musikern zu kämpfen (deshalb mussten seine langjährigen Mitstreiter Joe Calandra (Bass) und Jon Kleiman (Drums) gehen), die Band hatte mit dem schlechten Ruf ihres letzten Albums "God Says No" zu kämpfen. Unverständlich, denn das Album war und ist immer noch gut. Wenn man etwas an "God Says No" aussetzen kann, dann die nachfolgende Tour. "God Says No" war vielleicht nicht das Album, das viele nach dem Ultrafeger "Powertrip" erwartet haben, aber deshalb noch lange nicht schlecht.

Von daher ist es gut, dass sich Dave Wyndorf von dem kommerziellen Flop nicht hat abschrecken lassen. Die Schuld lag seiner Meinung nach beim Label und nicht beim Album. Die Konsequenzen wurden gezogen: Nach langen Querelen durften Monster Magnet A&M verlassen und segeln ab jetzt mit SPV wieder unter der Indie-Fahne. Musikalisch ist "Monolithic Baby!" demnach gar nicht so weit von "God Says No" entfernt. Zu dem majestätisch coolen Powerrock von "Powertrip" ist man jedenfalls nicht zurückgekehrt. Natürlich würden einige Songs vom neuen Album auch auf dem ultimativen Kassenschlager keine schlechte Figur machen, doch schon allein vom Sound her würde es Probleme geben: "Monolithic Baby!" klingt ähnlich trocken und clean wie "God Says No". Bodenständiger, nicht so abgehoben, wie die Monsterproduktion von "Powertrip" - back to the basics, quasi.

Songs wie "Slut Machine", "Supercruel" (göttlich!) und "Unbroken (Hotel Baby)" sind typische Monster Magnet-Singles in bester "Space Lord" oder "Heads Explode"-Manier, während man sich mit "Monolithic" und dem ursprünglich als Titeltrack angedachten "Radiation Day" an etwas längere Übersongs mit Monsterrefrains gewagt hat. Das überlange "Ultimate Everything" geht sogar weit zurück in selige "Dopes To Infinity"-Zeiten, "Too Bad" ist eine nette Kurzballade, bei der Mr. Wyndorf tolle Stimme zum Tragen kommt und "CNN War Theme" ein gelungenes Outro, das die Scheibe leichtfüßig ausklingen lässt. Zwischendurch gibt es mit "The Right Stuff" vom Ex-Hawkwind-Sänger und "There´s No Way Out Of Here" von David Gilmour (Pink Floyd) zwei tolle Coverversion, die wunberbar in den Albumkontext passen und somit wirken, als wenn Dave Wyndorf sie selbst geschrieben hätte. Einen Ausfall kann man auf "Monolithic Baby!" lange suchen.

Monster Magnet sind der ideale Soundtrack für Partys mit coolen Leuten, für lange Autobahnfahrten, für sonnige Tage am Pool oder jeglichen sonstigen Anlass bei dem man eine Sonnenbrille tragen kann. Kurz: Für alle Situationen in denen es wirklich dienlich ist, sich verdammt cool zu fühlen. Kaum eine Band schafft es, Coolness so würdig auf Band zu nageln. Was die Band allerdings erst so verdammt cool macht, ist, dass sie es nicht mehr nötig hat, ihr Rockstar-Image aufrechtzuerhalten. Trotz Texten wie "Slut Machine" oder zahllosen nackten Frauen in Videos haben Monster Magnet kein Problem damit zuzugeben, dass sie es längst nicht mehr so wild wie früher treiben. Wyndorf hat schon lange den harten Drogen abgeschworen und ist verantwortungsbewusster Famlienvater. Das Wort "Exzess" kommt im Wortschatz der Band einfach nicht mehr vor. Öffentlich zuzugeben, dass letztlich alles nur Image ist, das ist verdammt mutig - und wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum es mit der alten Plattenfirma nicht mehr richtig funktioniert hat.

Für alle, denen die zwölf Songs nicht reichen, gibt es noch eine Limited Edition mit Bonus-DVD. Auf der DVD gibt zwei etwas lahme Livevideos zu "Monolithic" und "Radition Day", die in London aufgezeichnet wurden, den netten, unzensierten Clip von "Unbroken (Hotel Baby)" (so viele Weiber und Titten, dass es lecker übertrieben wirkt), ein unterhaltsames Interview und als besonderes Schmankerl den exklusiven Clip von "The Right Stuff" in einer Extended Version (über sechs Minuten), in dem Wyndorf mächtig cool mit einem Raumschiff durch irgendwelche LSD-Kanäle dröppelt. Schade nur, dass sich die Band das bessere Artwork für die normale Version ohne Bonus DVD aufgehoben hat.

"Monolithic Baby!" dürfte keinen Fan ernsthaft enttäuschen und viele Verschreckte nach "God Says No" wieder milde stimmen. Ich persönlich finde zwar weiterhin den Vorgänger noch ein Stückchen stärker, aber das ändert wenig daran, dass man sich dieses Album auf jeden Fall in den Schrank stellen sollte.

Oder was sagte Dave Wyndorf schon so passend über dieses Album? "Twentieth-Century-Rock´n´Roll-Psychedlica, larger than life".

10.03.2005
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!