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mintzkov - 360°


Erscheinungsjahr: 2008
Label: haldern pop
Tracks: 11
Spielzeit: 49:15
Genre: alternative
Subgenre: indiepop
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Bewertung: 7/10

rating

360° passt. Genau diese Drehung haben Mintzkov Luna vollzogen. Klingen nicht bedeutend anders als auf ihrem Erstling, haben aber beim rotieren ihr "Luna" verloren. Eine Art Neuanfang wohl. Eines wird der Band aber weiterhin anheften - und vielleicht wollen sie es auch gar nicht anders: 360° könnte, wie der Vorgänger, auch von einer der bekanntesten Belgienpop-Vertretern veröffentlicht worden sein. dEUS. Nun stehen die Chancen für eine Band, die sich vom Klangbild irgendwo an einem Mittelweg zwischen dEUS' "Ideal Crash" und den Indiepopnummern von "Pocket Revolution" (das alles transformiert in ein leicht grungiges Format) orientiert gar nicht schlecht: ein ordentlicher Anteil der Fans von dEUS war schließlich enttäuscht von deren elektronischen Spielereien und der kalten, digitalen „Pocket Revolution“-Produktion. Da kommen Mintzkov gerade Recht. Ihre Songs haben den dramatischen Kniff, sie haben die melancholische Schönheit und einen Gesang, der dem Tom Barmans zum Verwechseln ähnelt – mit ihm hat Philip Bosschaerts mehr als nur das belgische Timbre gemeinsam. Lediglich in Punkto Text/Phonetik hinken Mintzkov ein wenig hinterher. Und die Wendungen in ihren Songs sind nicht so unerwartet, was vielleicht auf Dauer der größte Schwachpunkt an 360° ist. Vieles läuft mit mehr oder weniger monotonen Riffkombinationen wie ein Fluß auf einen dramatischen Höhepunkt zu, in dem sich erst einmal alles entlädt, ehe der Strom gemächlicher, leicht verändert weiterfließt und auf den nächsten Höhepunkt zusteuert.  Ansonsten ist an dem leicht angeschrägten Indiepop wenig auszusetzen. Die Songs atmen, sie haben Seele und Melodie und vom Drama wurde ja schon gesprochen. Abwechslung gibt es in Form von weiblichem Gesang (auf der ersten Single „One equals a lot“ und „Ruby red“), Tempovariationen und Härte. Mit 360°, das auf das schöne, balladeske „Return & Smile“ folgt, gibt es gar einen Ausflug in beinahe punkige Gefilde. Und wenn Bassistin Lies Lorquet zum Mikrofon greift, werden Erinnerungen an den Doppelgesang der Pixies wach. Schön. Am besten gefallen Mintzkov aber in der Rolle der sanften Balladenkönige und der dramatischen Storyteller auf Indiepop. „Return & Smile“ und „Miles ahead“ und der Hidden Track punkten in der ersten Kategorie, „Life after Fire“ und „Let’s talk things over“ in der zweiten und bei „Sugar Rush“ trifft man sich in der Mitte. So ist "360°" eine kurzweilige Angelegenheit, bei der selbst die schwächeren Songs wie "the state we're in", "title you" und "hitman" (übrigens allesamt auf der zweiten Hälfte und alle wegen ihrer teilweise langweiligen Riffaneinanderreihung nicht den Standard des Albums haltend) in Ordnung gehen. Etwas mehr Wagnis, Wahnsinn und einfallsreichere Kniffe wird dann hoffentlich das nächste Album bringen. Bis dahin bleibt "360°" - falls es bis hier nicht so rübergekommen sein sollte mehr als nur ein Wartezeitüberbrücker bis zum nächsten dEUS-Album.

www.mintzkov.com
mintzkov auf myspace


Ähnlich:
dEUS, Girls In Hawaii, Ghinzu, Venus, Absynthe Minded, Sioen, Coparck, Placebo, Girls against Boys, Kashmir, The Flaming Lips, Pixies, Breeders, 22 Pistepirkko, Zita Swoon, Dead Man Ray, Soulwax, Das Pop

17.03.2008
Tobias Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!