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meyer, frank / leykam, roman - primal ocean


Erscheinungsjahr: 2012
Label: frank mark arts
Tracks: 10
Spielzeit: 58:23
Genre: beats/elektro
Subgenre: ambient
primalocean.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Vor einigen Jahren gab es mit Chris Browns "Lava" ein Album, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, die Eruption eines Vulkans in Töne zu fassen. Ein grandioses Hörerlebnis und endlich eines, was dem Begriff des Kopfkinos gerecht wurde. Frank Meyer und Roman Leykam, zwei Elektro/Improexperimentalisten und Gitarristen versuchen mit "primal ocean" offenbar etwas ähnliches für die urzeitlichen Meere. Das alleine ist ja schon nicht unproblematisch, sind doch alle möglichen blubbernden Effekte schon als Bestandteil der Populärmusik totgenudelt. Die beiden Soundtüftler umgehen dieses Problem, indem sie allzu offensichtliche Blubberbeats gänzlich meiden und das Thema eher mit röhrenden oder sphärischen Klängen angehen. Elektrobeats sind auf "primal ocean" lediglich in der zweiten, fast schon poppigen Hälfte von "it never gets clearer" und im überraschend aufbrausenden, abschließenden "adrenergic" zu hören. Letzterer ist auch gleichzeitig als unerwartetes Ende eines eher ruhigen Albums der Höhepunkt von "primal ocean" - wer hätte gedacht, dass Meyer und Leykam die Unterwasserwelt mit einem von Industrial und Dark Elektro inspiriertem Track zu beenden? Adrenalin aus der Ursuppe? Chaostheorie? Oder einfach nur das erste Leben, entstanden aus zuviel Energie? Wie auch immer, die 50 Minuten vor "adrenergic" waren ein wenig zu träge und überraschungsarm um darauf vorzubereiten. Insofern: Versöhnendes Ende. Koppelt man seine Hörerwartung von allzuviel Unterwasseratmosphäre ab (denn da gab es schon deutlich imposantere Alben, ich denke insbesondere an "stay down" von den two lone swordsmen), dann kann aber auch "primal ocean" ganz gut da stehen. Es gibt viel Leykam-typische langgezogene Gitarrensoli, die sowieso schon immer an Walgesang erinnern, mal mehr, mal weniger atmosphärisches Synthiegewaber und in "counterpoise" und "tranquil" Klaviermelodien. Insofern hat vieles von "primal ocean" den Wiedererkennungswert, den ich auf Leykams Soloalbum stellenweise vermisst habe. Dafür ist "primal ocean" stellenweise zu seicht geraten, wo dann der Langeweilefaktor hochschlägt; die beiden Pianotracks sind zum Beispiel zu lang geraten, auch phantasm entwickelt sich nach der ersten vielversprechenden (Ambient)hälfte nicht wirklich weiter und die 10 Minuten für "pilgrimage" lassen auf die Dauer gute Ideen vermissen, immerhin fallen mir dazu "Röhrenfische" ein und der Track baut als einer der wenigen eine einnehmende Atmosphäre auf. "Cryptically" wird dann auf schöne Art und Weise zum Blubbern gemacht, was gefällt - nur die wie sphärischer Frauengesang klingenden Synths/Samples sind fehl am Platze. Alles in allem annehmbare Soundcollagen mit vielen schwachen Stellen und einem überragenden Abschluss. Ein besonderer Hinweis noch auf das wirklich schöne Artwork mit leider technisch nicht ganz gelungenen Fotos.


Ähnlich:
Chris Brown, Brian Eno, etc.

03.10.2013
stativision


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!