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machine head - the blackening


Erscheinungsjahr: 2007
Label: roadrunner records
Tracks: 8
Spielzeit: 61:03
Genre: metal
Subgenre: thrash metal
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Bewertung: 9/10

rating

Die Großkotzigkeit ist zurück! Im Vorfeld verkündete Mastermind Robb Flynn, dass „The Blackening“ das „Master Of Puppets“ der Neuzeit geworden ist, was auch das erklärte Ziel der Band war. Die Geschichte kommt einem bekannt vor: Während den Vorbereitungen zum Zweitling „The More Things Change...“ (1997) schwang Robb ähnlich große Parolen. Die Geschichte ist bekannt: „The More Things Change...“ konnte die geschürten Erwartungen, die man nach dem unsterblichen Debüt „Burn My Eyes“ (1994) sowieso schon unendlich groß waren, nicht halten. Mit den folgenden Alben „The Burning Red“ und „Supercharger“ manövrierten sich Machine Head ins kommerzielle Aus.

Die Wiederauferstehung mit dem saustarken „Through The Ashes Of Empires“ gelang. Ergo: Die gleiche Situation. Ein ebenbürtiger Nachfolger muss her. Die großen Sprüche sind wieder da. Und das obwohl die Band in dem vergangen zehn Jahren reifer geworden ist.

Wahrscheinlich genau deswegen ist „The Blackening“ keine Bruchlandung. Im Gegenteil: „The Blackening“ ist ein Album geworden, das bald als Klassiker gelten wird. Den Status von „Master Of Puppets“ (meiner Meinung nach allerdings sowieso hoffnungslos überbewertet) wird „The Blackening“ niemals erreichen, aber das ist schlichtweg utopisch. „The Blackening“ ist das beste Machine Head-Album seit „Burn My Eyes“ und das nur das zählt.

„The Blackening“ ist komplex, wunderbar durchdacht, perfekt produziert, modern, anspruchsvoll, detailverliebt und Metal as Fuck. Der Neo-Thrash Schublade sind Machine Head schon mit dem ebenfalls traditionell verankerten Vorgänger entwachsen, doch „The Blackening“ geht noch weiter: Die zweistimmigen Soli erinnern oft genug an eine Mischung aus Slayer und Iron Maiden, während die gut versteckten Progkinkerlizchen wirklich ein wenig an Rush erinnern, die Machine Head unverholen als sehr großen Einfluss angeben.

Die Scheibe überrascht gleich mit vier überlangen Songs mit Spielzeiten von 9-10 Minuten. Dass von diesen vier ledigleich ein Stück mit balladesken Anleihen („A Farewell To Arms“) arbeitet ist eine große Überraschung. Der Opener „Clenching The Fists Of Dissent“ ist ein komplexes Metal-Monster mit zahlreichen Soli, massiven Grooves, einem tollen Refrain (der erst im letzten Drittel des Songs präsentiert wird) und intelligenten Breaks, wirkt aber trotz der Komplexität eingängig. Und kurzweilig! Die 10:37 Minuten sind im Nu vorbei. Kunststück.

„Halo“, der nächste Longtrack, kristallisiert sich nach einigen Durchläufen als tonnenschweres Highlight. Einer der besten Songs, den Machine Head je geschrieben haben. Ein Spannungsaufbau par excellene, eine treibene Strophe mit typischen Machine Head-Obertönen und ein Refrain, bei dem die Sonne aufgeht. Absolut schlafraubend und wieder ein guter Beweis dafür, dass Robb Flynn über eine der coolsten Cleanstimmen in der Szene verfügt. Zum Glück weiß er sie auch passend einzusetzen. Spätestens beim Up-Tempo Part in der Mitte des Songs, reckt sich die Pommesgabel gen Himmel. Doppelt.

Einen richtigen Schwachpunkt sucht man auf „The Blackening“ vergeblich. Der einzige Song, der im Vergleich zum Rest ein klein wenig abfällt, ist „Wolves“. Das kann aber auch an der etwas ungeschickten Platzierung zwischen den Brechern „Halo“ und „A Farewell To Arms“ (der phänomenale Schlusspunkt, der den Gänsehaut-Effekt perfekt verinnerlicht hat. Der deutlich härtere Bruder von „Descend The Shades Of Night“) liegen. Da würde jeder Song verblassen. Hinzu kommt noch, dass er der einzige Longtrack ist, dem eine kürzere Spielzeit vielleicht besser getan hätte. Trotzdem ist auch „Wolves“ ein guter Song, der den Gesamteindruck von „The Blackening“ nicht trüben kann.

Die vier kürzeren Songs (die immerhin noch zwischen 4:17 und 6:30 angesiedelt sind) können auch glänzen und sind alles andere als Füllmaterial. „Beautiful Mourning“ ist der eingängiste Track der CD. Eingängiger Refrain und schöne Melodien. Sehr gelungen. „Aesthetics Of Hate“ ist der härteste und schnellste Song von „The Blackening“ und erinnert ein weing an „Imperium“ oder „Davidian“. Aber auch hier haben Machine Head es nicht verpasst, Abwechslung groß zu schreibnen und grandiose zweistimmige Gitarrenmelodien samt tollen Soli zu integrieren.

Überhaupt ist „The Blackening“ ein übergroßes Statement, was Gitarrensoli angeht. Machine Head wollen das Solo wieder salonfähig machen und das dürfte ihnen geglückt sein. Das Gitarrenduo Flynn/Demmel hat wirklich viel Mühe gegeben und hat bewusst darauf achtgeben, keine 08/15 Wichssoli einzuspielen. Die Dinger sind mal kürzer, mal länger, aber immer unterhaltsam und auf den Punkt.

Bleiben noch „Now I Lay Thee Down“ und „Slanderous“. Ersteres ist ein melodischer Groover mit einem tollen Refrain, der sich auf der Bühne sicherlich noch viel besser machen wird, während „Slanderous“ wie eine hasserfüllte Abrechnung wirkt. Das Gaspedal treten Machine Head zwar nicht durch, aber 2007 hat die Band einfach mehr Ausdrucksmöglichkeiten und ist nicht mehr auf pures Gekloppe anwiesen. „The Blackening“ ist insgesamt trotzdem unglaublich heavy und schnell genug.

Wie auch schon 1994 sind Machine Head wieder die Trendsetter - und tausende andere Bands werden ihnen versuchen zu folgen...


Ähnlich:
Slayer, Metallica, Iron Maiden, Rush, Vio-Lence, Exodus, Judas Priest

28.04.2007
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!