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lykathea aflame - elvenefris


Erscheinungsjahr: 2000
Label: obscene
Tracks: 11
Spielzeit: 72:01
Genre: Metal
Subgenre: Oriental Death Metal
lykatheaaflame.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Diese CD wurde vom Rock Hard verrissen.
Während diese Tatsache wahrscheinlich direkt einige dazu veranlassen wird, mit Kaufabsicht in den nächsten Laden zu rennen (der die CD sowieso nicht haben dürfte) werde ich doch noch ein paar Worte darüber verlieren, warum Lykathea Aflame denn so zwiespältig aufgenommen werden.

An sich ja eine hübsche Idee, a lá "Wie stellen sich Tschechische Death Metaller den Orient vor?" Da kommen die vier dann mit einer CD daher, die eine wilde Mischung aus Orient-Anklängen, atmosphärischen ruhigen Parts und natürlich derbstem Death Metal an der Grenze zum Grindcore bietet. Veröffentlicht wurde das Ganze auf dem Tschechischen Obscene-productions - DAS Label dort für wüsten Metalkram.

Und gleich der erste Track lässt den Hörer verwirrt zurück. Nach einem kurzen Intro, das mit besagten Orientklängen auftritt und ein wenig an ältere Nightfall-Zwischenspiele erinnert, werden dem Hörer heftigste Blastbeats um die Ohren geprügelt, darüber liegt eine Wolke von rauen Gitarren und irgendwo dazwischen ein Grunzer, der mehr zusätzliches Instrument als Textdarbieter zu sein scheint. Soweit so unklar, aber nicht genug der Konfusion. Ab und an werden dann mal ein paar liebliche Keyboardklänge verwurstet und das Ganze wird zusätzlich durch 31 Breaks und unzählige Fill-ins abgerundet. Was sich jetzt wie totales Chaos anhört, hat Deutschlands größtes Heavy Magazin (wahrscheinlich nach dem ersten Hördurchlauf) zu einem einzigen Punkt (von zehn) hingerissen, denn obiges Konzept wird eine ganze gute Stunde lang durchgezogen.

Doch mit der Zeit entfaltet sich der ganz eigene Reiz dieser ungewöhnlichen CD und das Konzept geht auf, nicht ohne Kinderkrankheiten zwar, denn hier wurde stellenweise ein bisschen zu viel gewagt (wodurch einiges überladen wirkt), doch insgesamt erstaunlich frisch und Garant für Langzeithörspass.

Die Melodien sind selten auf den ersten Blick zu erschließen, die Knüppelparts mitunter anstrengend, aber gerade das ist der Reiz, den das stellenweise manische Songmaterial darstellt. Dabei stehen gar nicht mal die durchaus noch ausbaufähigen Instrumentalfähigkeiten im Vordergrund, sondern der komplexe Songaufbau, der auch nach vielzähligen Durchläufen immer neues bietet. Der Sound ist dabei kein Hindernis, obwohl dieser stellenweise präziser und klarer hätte sein müssen, hört man mit ein wenig Anstrengung doch alles - bis auf ein paar Bassparts heraus.

Wundersamerweise leidet unter dem "Chaos" die Atmosphäre wenig, exotisch ist die Präsentation allemal, wenn auch die eigentlichen Orienteinflüsse wie auch beim Coverartwork oft überkitscht und klischeehaft sind, worüber man aber hinwegsehen kann.
Zusätzlich wirken einige der Knüppelparts etwas angestaubt, was aber ob der vielen Breaks nicht so sehr ins Gewicht fällt - nach einem schlechten Part folgt fast immer ein interessanter.

Einen Rüffel gibt's aber für das unsägliche "Walking in the garden of ma'at". Dieses überlange, zehnminütige Werk soll wohl etwas wie den traumhaften atmosphärischen Abschluss dieses Werkes darstellen, draus geworden ist der letzte Mist. Die vorher nur unterschwellig vorhandenen und leider etwas billig klingenden Keyboards und ein paar Natursamples versuchen auf Biegen und Brechen mystisch verträumt zu klingen. Was rauskommt ist schlimmer, als die Beimusik zu einem drittklassigen Fantasy PC-Spiel. Grauslig kitschig.
Der leider misslungene Abschluss zu einer der interessantesten CDs im extremen Metalgefilde, wobei der bandeigene Stil sicherlich noch ausbaufähig ist. Es ist ja - soweit ich weiß - erst die Debüt-CD.


Ähnlich:
Nile, Vader, Necrophagist, Nightfall, Cryptopsy, Cannibal Corpse, Strapping Young Lad, Sceptic, Morbid Angel, Pavor

17.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!