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love lies bleeding - s.i.n.


Erscheinungsjahr: 2001
Label: ccp records
Tracks: 7
Spielzeit: 43:49
Genre: Metal
Subgenre: Melodic Black Metal
loveliesbleeding.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Nach dem Artwork zu urteilen hätte ich bei der zweiten CD der französischen Formation Love Lies Bleeding eher mit Gothic gerechnet. Nackte Frau auf dem Cover, Rotschwarzes Layout düster-erotische Schwarzweißfotos im Booklet, der Titel "S.I.N." und diverse Verse in Latein sowie letztendlich die Besetzung mit Keyboards, Female und Male Vocals. Alles ließ darauf schließen, dass man sich irgendwo zwischen Love Like Blood und von mir aus Lacrimosa auf französisch tummelte.
Aber erstens kommt es anders zweitens als man denkt.

Beim Intro mit seinen Neoklassikklängen und in dunklem Sprechgesang vorgetragenen Versen noch an "Impressions of Winter" erinnernd, wird mit der Fortsetzung "Ante-Persistance" direkt der Knüppel aus dem Sack gelassen. Hier regiert Black Metal. Zwischen rau und symphonisch. Hatten wir das nicht schon öfters? Ich denke nur mal an Cradle of Filth, die ja zur Zeit das Erfolgsrezept überhaupt entdeckt haben und zusammen mit Dimmu Borgir dazu beigetragen haben, dass Black Metal für die Massen anhörbar wurde.
Man sollte den Franzosen aber nicht vorwerfen, dass sie auf einen Zug aufspringen würden, immerhin gibt's sie ja schon was länger, und bis auf normale Verbesserungen im Klangbild (so wurde diesmal anstelle des Drumcomputers ein gewisser Hydraoth an die Drums geholt) hat man den Stil nicht allzu sehr gewandelt.
Im übrigen fehlt die Opulenz der Briten, ferner hat man zumindest mit dieser Scheibe wenig mit dem arg überstrapaziertem Vampirstil oder auch den Horroradaptionen zu tun, das Konzept ist mit Liebe - Sünde schon recht treffend beschrieben, also auch typisch Gothic. Ein wenig Eigenständigkeit ist also schon vorhanden, was nicht heißen soll, dass hier irgendwo Neues oder Innovatives zu hören wäre.

Mit den 5 überlangen Songs und den zwei Zwischenspielen/Intros deckt man die ganze Bandbreite zwischen ruhigen, besinnlichen, wahlweise auch bombastischen Neoklassik- und Gothicparts auf der einen und brutalen Uptempo Blackmetalparts auf der anderen Seite ab. Meistens alles in einem Song.
Ebenso wechseln die Vocals zwischen Flüstern, Kreischen und dem weiblichen, üblich melodischen Gesang.

Man ist bemüht, genügend Abwechslung zu bringen, was die Struktur an manchen Stellen ein wenig zerfahren aussehen lässt, wie beispielsweise im 10-minütigem "i cum jesus tears" (mach ich übrigens auch manchmal…), der ansonsten aber recht positiv durch seine hübschen Melodien und seiner Härte an den richtigen Stellen auffällt. Herzstück ist wohl das schon angesprochene zweigeteilte "Ante-Persistance", das eigentlich auch schon alle Trademarks des Albums beinhaltet: Schöne Keyboardpassagen, die manchmal aber dann doch zu gewollt klingen, symphonisch-majestätische Passagen, in denen der Drummer aufs Gaspedal drückt und wunderschönen weiblichen Gesang. Irgendwie fehlt mir aber da was neues, was das Album interessant macht, denn eigentlich hat man alles schon tausendmal gehört, da ändern auch die schönen Klavierpassagen und die häufigen Breaks nichts dran.

Technisch gibt es nicht allzu viel auszusetzen, die Franzosen erledigen alles recht ordentlich, lediglich die Gitarrenriffs hätten ausgearbeiteter sein können und die Drums ein wenig taktvoller, was aber insgesamt nicht stark ins Gewicht fällt.
Allerdings muss man sagen, dass die Produktion besonders bei den symphonischen Teilen, in denen viele Instrumente übereinander gelegt sind, hätte differenzierter sein können, oftmals gehen die Gitarren und der Bass unter.
Die Spielzeit hört sich mit 44 Minuten kurz an, ist aber ausreichend, da man gezwungen ist, öfters reinzuhören, ob man 15,-Euro dafür hinblättert, muss jeder selber wissen.

Positiv zu vermerken ist, dass man sich nicht direkt beim ersten Mal in das Album reingehört hat, was sicherlich an den teilweise heftigen Wechseln liegt und an der Stilvielfalt, aber generell ist das Album nur Freunden des melodischen, Gothicangehauchten Black Metals ans Herz zu legen, falls sie sich noch nicht sattgehört haben. Leute, die Cradle of Filth vergöttern, sollten auf jeden Fall mal reinhören, wenn man aber schon 20 ähnliche Alben im Schrank stehen hat, sollte man vorbereitet sein, nichts Neues zu vernehmen.


Ähnlich:
Cradle of Filth, Dimmu Borgir

17.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!