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lost souls - close your eyes and it wont hurt


Erscheinungsjahr: 1996
Label: roadrunner records
Tracks: 10
Spielzeit:
Genre: metal
Subgenre: neo thrash metal
lostsouls.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Die seit 1991 aktive Band lieferte 1994 ihr Debüt-Album "Never Promised You A Rosegarden" ab, dass ziemlich Hardcore-lastig aus den Boxen krachte und wurde von der Plattenfirma, die sich eine besonderst dämliche Beschreibung einfallen lies, HateCore-Grunge genannt, was man auch immer darunter verstehen will. HateCore könnte ich ja wenigstens noch unterschreiben, aber um die paar melodischen Einsprengseln mit Cobain & Co. zu vergleichen brauchte man schon etwas Fantasie (mein gott, die neue Linksschreibung tut weh...). 1996 lieferte die recht junge Band (Sänger Christer Salling brachte beim Debüt-Album gerade mal 19 Lenze auf die Waage) den Nachfolger mit dem schönen Namen "Closeyoureyesanditwonthurt" ab, mit dem wir uns jetzt ein wenig näher beschäftigen wollen.
Beim Anfangssample des Openers "Body To Concrete" muss man unwillkürlich an eine Band denken: Die Labelkollegen Fear Factory. Doch schon als das erste Riff einsetzt muss man seine Meinung revidieren, denn das Riff klingt ziemlich Korn-lastig, allerdings setzen die Schweden diese Groove-Riffs etwas anders ein, als die Nu-Metal Götter. Und da Fear Factory Korn eh schon immer des Riffklau besichtigen (Stimmt schon, dass FF "Scapegoat" und Korns "Blind" etwas Ähnlichkeit haben), können wir also getrost beim FF-Vergleich bleiben. Stellt sich natürlich die Frage: Wozu braucht ein Mensch, der "Demanufacture" im Schrank hat (wurde übrigens ein Jahr vor diesem Album veröffentlicht) auch "Closeyoureyesanditwonthurt" im Regal ?
Nun, Lost Souls gehen kompromissloser ans Werk. So einen Brecher wie "Body To Concrete" haben FF noch nie aufgenommen. Fear Factory haben ein ausgeklügeltes Neo-Thrash Album am Start, Lost Souls den absoluten Hassklumpen ohne Melodien und cleanen Gesang. Songs
wie "The Real Thing" oder "Conformity" hauen schon ordentlich in die Magengrube.
Ein rohes, unverfälschtes Stück Thrash, das oft mit Industrial flirtet und dabei jeden Gegner mit Snare-Stakkato niederprügelt. Der Ohrgasmus kommt dann letztlich bei Songs wie "Digital Heart Generator" und "22 Seconds Of Pain" (Bei dem so eine richtig schöne und beklemmende Atmosphäre aufkommt). Anstatt von einem Break zu anderen zu hecheln, kloppen Lost Souls einfach drauf los und kommen schon nach 38 min im Ziel an. Das reicht allerdings völlig aus, denn so einen Wutklumpen hält man eh nicht viel länger aus. Hier wird das Wort "Härte" mal wieder schön definiert: Nicht wirklich schnell (im Vergleich zu Grind-Combos), aber mächtig fett und druckvoll. Die Produktion wurde natürlich auch von Daniel Bergstrand übernommen, den wir im letzten Bericht ja schon hatten. So sollte die Angst Fabrik eigentlich heute klingen, anstatt mit "Digimortal" auf der Stelle zu treten...

Und wie klingen Lost Souls eigentlich heute ? Nun, sie klingen leider gar nicht mehr, denn 1999 war Schluss. Nach dem Aus von Soundfront kam man zwar, genauso wie die Kollegen Face Down, bei Nuclear Blast unter und lieferte 1998 mit "Fracture" das ultimatives Album ab (Spannender gehts in dem Bereich nicht, Meshuggah treffen auf Neurosis und jammen mit Ministry). Doch als sich Gitarrist Michael Hahne entschließt, sein Baby (Er war Gründer und Kopf von Lost Souls) zu verlassen und sich seinen Kumpels von Misery Loves Co. anzuschließen, haben die übriggebliebenen Seelen nicht die Kraft Lost Souls alleine weiter zu führen. Gebracht hat ihm der Wechsel letztlich nichts, denn bei Misery Loves Co. war ein Jahr später Schluss. R.I.P. miteinander.


Ähnlich:
Machine Head, Fear Factory, Korn, Pantera, Pro-Pain, Misery Loves Co.

08.03.2005
kervorkian


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!