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leykam, roman - the mainspring


Erscheinungsjahr: 2011
Label: frank mark arts
Tracks: 11
Spielzeit: 69:18
Genre: beats/elektro
Subgenre: ambient
mainspring_leykam.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Roman Leykam macht Musik aus dem Spannungsfeld zwischen Ambient, Improvisation und Industrial, wobei zumindest das Material auf "the mainspring" von düsteren Synthieflächen und langgezogenen, psychedelischen Gitarrenmelodien dominiert wird. Die Kompositionen wirken improvisiert, eine Grundstruktur ist zwar vorhanden, wird aber so gedehnt, dass sie kaum mehr erkennbar ist, wodurch die meisten der 11 Kompositionen assoziativ sind und verträumt sind. Gleichzeitig ist das Album durch den exzessiven Einsatz von düsteren Bässen überwiegend dunkel getönt, was auch Titel wie "Ghost dance", "black spheres" und "phobia" ausdrücken.
Die ersten beiden Tracks auf "the mainspring" sind irreführend: Aufgrund der dominanten verschleppten Beats auf "Ghost dance" und "fiction" lässt einen die erste viertel Stunde eher an experimentellen, langsamen Dub denken, als an den Ambient der folgenden Tracks. Insbesondere die verschachtelten Rhythmen sind es aber, die hier aufhorchen lassen und den Anfang so zum besten Teil der CD werden lassen. "Ghost dance" wird dabei vollkommen dem Titel gerecht, neben den betrunken stolpernden Beats sind es dabei die verhuschten Gitarren, die dem Song etwas stark geisterhaftes geben. Abwechslung bringen dabei ein paar exotische Samples, die an den arabischen Raum gemahnen und den Song dabei hohen Wiedererkennungswert geben. "Fiction" ist dank greifbarer Gitarren präsenter im Raum, hier würde aber etwas mehr Struktur den 8 Minuten gut tun - die Wechsel im Gitarrenklang (insbesondere gegen Ende) bekommen hier etwas willkürliches und effektheischerisches.
Der Rest von "the mainspring" kommt hingegen nahezu ganz ohne Rhythmen aus. Das ist etwas schade, denn insbesondere gegen Ende werden die düsteren Bassflächen und die langgezogenen Gitarrensoli etwas eintönig, auch wenn Roman Leykam oft mit unterschiedlichen Sounds und Samples operiert. Aus ähnlichen Gründen sind mir viele Ambientalben auch nicht zugänglich: Der Wiedererkennungswert ist gering. Bei Mark Leykam sind es sicherlich die Samples, die die einzelnen Songs herausstechen lassen. Erneut kommen bei "black spheres" orientalische Skalen zum Tragen, hier manifestiert als Melodien eines arabischen Streichinstruments. "Slow acting" bietet bis auf ein paar interessante Gitarrenarbeiten im ersten Drittel nichts zum Aufhorchen, experimenteller Ambient ohne Pfiff und mit wenig Atmosphäre. Die bietet dafür "speaking in images", mit seinen 7,5 Minuten der zweitlängste Track der CD. Mit vielen Pausen, in denen kaum etwas zu hören ist, ist hier viel Platz für die Ausbreitung der Gitarrensounds und ein paar der düstersten Flächen und ein paar sparsam eingesetzte Guitar drum loops, die hier ganz entfernt an afrikanische Schlaginstrumente erinnern. "crystal ball" ist etwas noisiger, was den Gitarren zu verdanken ist und aber konsequenter hätte umgesetzt werden können. Wenn man den Ambientschen Schläfer schonmal wachrüttelt, dann auch richtig - leider nicht hier, es wirkt wie gelangweilte Spielerei. Die klareren Gitarren auf "The wandering" tuen dem so recht entspannten Track hingegen gut, bevor auf "Phobia" die klassischsten Rockgitarrensoli zum düsteren Bassfundament geboten werden, was ebenfalls positiv wirkt. Danach stellt sich dann eine Sättigung ein, was "northern lights" mit typischen Ambient Synthflächen genausowenig verhindern kann wie "Vow of silence" (mit perlenden Gitarrenläufen) und "uncharted roads".
Roman Leykam hat mit "the mainspring" ein ordentliches, recht düsteres, streckenweise aber langatmiges Ambientalbum abgeliefert, welches durch entweder pointiertere Sample- oder Beateinsätze oder durch eine konsequentere atmosphärische, bzw. hypnotische Ausrichtung hätte interessanter werden können, so aber in weiten Teilen nicht mehr als Durchschnitt ist.


Ähnlich:
Chris Brown, Bill Frisell, Bill Laswell, Marc Ribot, Fennesz, Robert Fripp, Brian Eno, Lab Report, Fred Frith

03.10.2013
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!