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kepler - attic salt


Erscheinungsjahr: 2005
Label: troubleman unlimited
Tracks: 9
Spielzeit: 39:03
Genre: alternative
Subgenre: sadcore
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Bewertung: 7/10

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Sie danken im Booklet Godspeed You! Black Emperor und Constellation Records. Und weisen derart ein klein wenig auf die zu erwartende Musikrichtung hin. Sparsam, minimalistisch, traurig, stimmungsvoll. Nicht unbedingt Postrock, aber auch. Neben diesem macht sich eine derart traurige Stimmung breit, dass man kaum umhin kommt, bei einer Beschreibung der Musik Keplers das Wort Sadcore in den Mund zu nehmen. Links stehen die Red House Painters, rechts Constellation-Bands, Mogwai und Trans Am. Näher stehen Kepler aber wohl ersteren. Nicht nur durch den extensiv benutzten Gesang, der zwischen leierndem Hauchen und einer leisen, aber festeren Indiepopstimme chargiert. Sondern auch durch die Gitarrenmuster, die ornamental in den Raum ragen und gleichzeitig den Rhythmus mitbilden. Aber erst nach dem eher postrockigen, düsteren Opener "broken bottles blackened hearts".

Toll wird "attic salt" mit dem bluesigen "my other", bei dem die Besatzung auf fünf Köpfe anwächst, von denen einer ingeniös die Lap Steel bespielt. Der Song streichelt sanft die Sinne, zieht gleichzeitig runter und muntert auf - wie das bei derart tief emotionaler und trauriger Musik eben der Fall ist. Dazu gibt es grandiose Zeilen wie "in the tangle of our limbs we pass the darkened hours". Auch im zynischeren und kürzeren "The bedside manner" ("you bring me plastic flowers you'll reuse when i have left") reichen Kepler an ihre Höchstform heran. Hier nerven die Synth Strings ausnahmsweise mal nicht.
Nach diesen beiden wunderbaren Perlen wird "Attic salt" leider etwas poppiger, eingängiger und geht nicht mehr so tief und mit dem netten aber belanglosen "the national epithet" wird eine abgründige Talsohle durchschritten.
Bergauf geht es mit "Days of begging", das dem alten, hier recht basslastigen Muster zum ersten Mal lautere, verzerrte Gitarren hinzufügt. Was sich gut macht. Sparsam eingesetzt, so dass sie die gebrochene Lyrik nicht übermalen, aber so kräftig, dass die Klangfarbe eine dräuende Wirkung entfaltet. "now i feel like i've known fury".
Das Ende gerät mit "Rented Limousine" und (etwas stärker) "reward and respite" zwar nett und rund, aber längst nicht so durchschlagend wie erhofft. "Attic Salt" wirkt trotzdem nach.


So gute Songwriter wie die Red House Painters sind sie nicht, so atmosphärisch wie manch Constellation-Bands nicht, so klug wie Trans Am erst recht nicht und so traurig wie die älteren Low auch nicht. Aber "attic salt" ist profund genug, um die verlorene Stimmung (nicht ohne Hoffnung wohlgemerkt) adäquat rüberzubringen und ohne aufdringlich zu wirken. Kepler haben zumindest nach einer Hälfte von "attic salt" eine unzweifelhafte Daseinsberechtigung. Alleine die drei herausstechenden Höhepunkte lassen das Genie in den Kanadiern erkennen. Aber vielleicht sollte die Richtung noch ein klein wenig fokussiert werden. Oder das nächste Album einfach durchgehend so stark wie die hier enthaltenen Glanztaten.


Ähnlich:
Red House Painters, American music club, Low, Codeine, Elliott Smith, Savoy Grand

21.12.2005
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!