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history of guns - acedia


Erscheinungsjahr: 2008
Label: line out records
Tracks: 10
Spielzeit: 42:50
Genre: alternative
Subgenre: gothic/industrial rock
historyofguns.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Die Welt ist schlecht, der Mensch sowieso und beide sind sie dem Untergang geweiht. Das haben auch history of guns seit ihrer Gründung verinnerlicht und veröffentlichen stetig ihre Alben und EPs die in einer nihilistischen Art und Weise allem Übel der Menschheit gewidmet sind.

Die Musik dazu ist eine klaustrophobisch arrangierte Mischung aus Gothrock, Postpunk und Wave der 80er sowie Industrial Rock/Metal der 80er und 90er. Die ein wenig muffelige und rumpelige Produktion verstärkt dabei den Retrostil der Band, der durch die monotonen, hypnotischen Riffs, die stellenweise an PIL erinnernde Rhythmusfraktion und das Gothic/Wave-artige Gesangstheater von Del Alien hervorgerufen wird. Die heutzutage eher ungewöhnliche Mischung verleiht "acedia" eine hohe Eigenständigkeit, allerdings setzt sich die Band teilweise derart zwischen die Stühle, dass man sich fragt, wer eigentlich das Zielpublikum der Band ist. Den Industrial Rock/Metal Fan wird man mit dem pathetischen und teilweise auch unpassenden Düstergesang abschrecken, die Gothicheads werden sich kaum mit den harten Gitarrenriffs anfreunden können. Bleiben Freunde der alten Schule, von Killing Joke und Alien Sex Fiend, die sicherlich Freude am Sound von history of guns haben werden. Obwohl man den Engländern eine Schwäche beim Songwriting attestieren muss: Die wenigsten Songs bleiben trotz interessanter Ideen, Samples und guten Parts über die gesamte Länge interessant. Vieles wird zu sehr gedehnt, manche Riffs ("Born, Brutalised, Bought then Buried", "It's easy (to go blind)", "Killing myself until I die") und Refrains ("what have they done to us", das punkige "never forgive you" und "empty eyes") werden überstrapaziert, so dass sich manchmal statt hypnotischer Wirkung Langeweile einstellt und die düstere Atmosphäre nur schwer aufrecht erhalten werden kann.
Dass das Album dennoch einen positiven Eindruck hinterlässt, ist zu guter Letzt den auflockernden, wirklich gelungenen Songs wie dem melodischen, wavigen "...But I'll be waiting" oder dem fast beiläufigen, ruhigen "drag on" zu verdanken, aber auch den vielen gut platzierten Samples und anderen kleinen Songornamenten, wie die Orgel in "Never forgive you" und "drag on", die wavigen Keyboards in "empty eyes" oder das Akustikgitarrenbreak in "Killing Myself Until I Die".

Letztendlich entscheidet wohl als erstes der wirklich gewöhnungsbedürftige Gesang von Del Alien, ob man History of Guns offen gegenüber steht. Der wandelt nämlich mit Cockneyakzent zwischen theatralischem Gothic-Crooning, wütendem Knurren und indifferentem Sprechgesang. Während in "exhaust fumes" eine theaterreife Mutation von relativ ruhigem Gothicgesang zu übergeschnapptem Grollen stattfindet, gibt er in "drag on" eher den neutralen Beobachter, dessen Psyche allerdings stets kurz vor dem Ausbruch scheint. Und das sind auch seine beiden besten Leistungen auf "Acedia", denn nicht immer passt diese Mischung so richtig zur Musik, stellenweise scheint Del Alien sich alleine auf der Bühne zu wähnen, um sein Theater zum Besten zu geben.

So ist "acedia" doch alles in allem dank einiger Lichtblicke in den instrumentalen Arrangments nicht nur für ewig Gestrige und dank der Eigenständigkeit in der heutigen Musikwelt ein Album mit Existenzberechtigung.

historyofguns.com


Ähnlich:
Alien Sex Fiend, Killing Joke, Ministry, Pitchshifter, Public Image ltd., Nefilim, NFD, Throbbing Gristle, VNV Nation, Bauhaus, Foetus, T.A.S.S., Suicide, Skinny Puppy, Wire, Ohgr, the Damned

31.12.2008
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!