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havoc unit - h. iv + (hoarse industrial viremia)


Erscheinungsjahr: 2007
Label: vendlus
Tracks: 13
Spielzeit: 53:42
Genre: metal
Subgenre: industrial hate metal
havocunit.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Listen – consume – delete. Wer den Leitspruch von Havoc Unit ansprechend findet und mit Industrial Metal keine Probleme hat, dürfte ein potentieller Käufer von h.IV + (Hoarse Industrial Viremia) sein. Am Titel erkennt man zwar schon, dass die Mannen von ... and Oceans hier auch ein überfrachtetes und aufgeblasenes Gedankenkonstrukt (das wie bei den Vorbildern um Apokalypse und Menschenhass kreist) erschaffen haben, das den „pseudointellektuell“-Stempel in Gedanken erscheinen lässt, beim Hören merkt man davon aber nicht mehr viel. Havoc Unit hauen ohne Rücksicht auf Verluste auf die Kacke und es macht die meiste Zeit Spaß, ihnen dabei zuzuhören. Red Harvest kommen mir in den Sinn, die grandiose Atmosphäre ihrer Meisterwerke wird dabei nicht erreicht, wohl aber die apokalyptische Härte Red Harvestscher Electrometalparts. Wenn diese Intensität in Songs wie den ersten beiden, „Vermicide“ und „I.esus“ mit der Energie und der Aggressivität von Atari Teenage Riot und ein paar Meshuggah ähnlichen Riffs und Rhythmen (die später erneut in „Man vs. Flesh“ zitiert werden) verknüpft wird, stehen Havoc Unit schon auf der Gewinnerseite. Danach bremsen Havoc Unit ein wenig ab und erinnern mit „When Snuff is no longer enough“ und weiteren Songs eher an Ministry in ihrer Anfang/Mittneunziger Phase. Erst beim herausragenden „Kyrie Eleison“ gibt es erneut Maschinengewehrbeats und rasende Gitarren.

Trotz aller ähnlich klingender Referenzen sind Havoc Unit eigenständig genug, um ihr Dasein zu rechtfertigen. Man hört, dass sie vom Black Metal kommen und genau das macht h. IV+ interessant – wenn maschinell erzeugte Härte auf kalte Riffs und krächzende Vocals trifft, die Mischung dabei aber erhaben rüberkommt. Und mit Solefald-Sänger Lazare und anderen Künstlern wird bei „Ignoration Elenchi“ auch menschliches Pathos hervorragend verwertet, ohne (zumindest auf den zweiten Blick) deplatziert zu wirken. Hier lassen die besten Werke ...and oceans (und natürlich Solefalds) grüßen, die ansonsten kaum herausgehört werden können.

Nicht ganz mit den oben genannten Glanzpunkten mithalten können einige der Midtemposongs wie „Viremia“ und „Rape Scene Act I“, die zwar hart und gut zwischen digital und analog erzeugten Klängen ausbalanciert sind, durch die teilweise eher einfallslose Riff- und Rhythmusarbeit aber gegenüber den anderen Tracks abfallen. Erwähnenswert, weil mit weiblichem Gesang/Gebrüll und fast schon tanzbarer Elektronik angereichert ist dabei „Ignoratio elenchi“, bei dem nur ein paar zu käsige Keyboardparts negativ auffallen, ansonsten aber eine nette Abwechslung zu dem ohrenbetäubenden Lärm bietet. Zwei weitere Verschnaufpausen gibt es in Form von den kurzen, instrumentalen Zwischenspielen „Nihil“ (Sprachsample-Ambient) und „Kristallnacht“ (Klavier/Sample-Interlude), die wohl die düstere Atmosphäre unterstützen sollen, was aber nur „Kristallnacht“ schafft.

Ganz mit den Höhepunkten von Red Harvest und Ministry können Havoc Unit noch nicht mithalten – dazu fehlt noch die Fähigkeit einwebende Atmosphäre aufzubauen und über eine Spielzeit von über 50 Minuten die Spannung zu halten. In Sachen intensiver als auch interessanter Aggro-Industrial Songs macht ihnen aber kaum einer was vor.


Ähnlich:
Red Harvest, Skrew, Ministry, Fear Factory, Skrew, Front Line Assembly, Raunchy, Atari Teenage Riot, Prong, Alec Empire, White Zombie, …and oceans, Ted Maul

18.11.2007
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!