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golden apes - structures


Erscheinungsjahr: 2004
Label: (musicpro)dust(ions)
Tracks: 10
Spielzeit: 44:50
Genre: Alternative
Subgenre: Gothic Rock
goldenapes.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Mit ihrem letzten Album "Helianthos and the war" stiegen die Berliner Golden Apes für mich zu einer der größten Nachwuchshoffnungen im nationalen Gothic Rock auf. Groß waren infolgedessen die Erwartungen für das kürzlich erschienene "Structures (the inner scars)". Stilistisch hat sich seit "Helianthos" nicht viel getan, noch immer huldigt die Band den musikalischen Epigonen um Sisters of Mercy und the Cure, wobei sie in Punkto Songaufbau und Gesangslinien eher dem moderneren Gothic Metal a lá Dreadful Shadows und Secret Discovery ähnelt, ohne aber je einem metallischen Sound nahe zu kommen.
Deutlich besser geworden ist der Sound, den ich beim letzten Werk noch bemängelt habe. Zwar klingen die Drums stellenweise noch etwas steril und die Base Drum zu vorlaut ("at least"), ansonsten aber gibt es in diesem Punkt für eine Eigenproduktion nicht viel zu meckern. Perfekt der Musik angepasst, warm und füllig.
Auch die Keyboardpassagen klingen nicht mehr ganz so billig, stören aber immer noch ab und zu die Atmosphäre wie in "Remedy". Ansonsten ist auf den ersten Hördurchgang alles beim Alten. Noch immer ist da diese luftige Hymnenhaftigkeit der Refrains, noch immer gibt es wunderschöne Gitarrenläufe zu bestaunen ("my creation" und "at least") und einfallsreiche Bassmelodien zu hören (ebenfalls "my creation") und noch immer ist da diese tiefe, sonore und angenehme Stimme Peer Lebrechts. Doch spätestens nach dem dritten Hördurchlauf fällt die Kursänderung auf, die die Golden Apes unternommen haben. Die Band beschränkt sich auf das Wesentliche, die Songs sind geradliniger, teilweise fast schon poppig, vieles klingt nach auf Hit angelegt. Dadurch geht viel vom Charme und der Abwechslung des Vorgängers verloren, der sich besonders auf Dauer wesentlich vielseitiger und damit langzeitbeständiger zeigt. Auf "Structures" ähneln sich die Songs zu sehr, bis auf den Verlauf von rockigeren Stücken am Anfang des Albums hin zu getrageneren Stücken am Ende gibt es kaum Unterschiede zwischen den Liedern. Da bringt auch die homogenere Atmosphäre und die höhere Eingängigkeit der CD gegenüber dem letzten Album nicht viel.
Trotz der wirklich guten Stücke "My creation" und "Ewigheim" mit seinen an Gathering erinnernden manipulierten Beats und des Überorhrwums "Lightyears" bleibt "Helianthos" das bessere Album. Dazu tragen sicherlich auch das trotz des tollen Anfangs viel zu lange und langweilige "Accusation" und das hoffnungslos verkitschte "snow" als Tiefpunkte von "Structure" bei. Das als Hidden Track enthaltene "Atmosphere", im Original von Joy Division, ist dagegen ganz ordentlich (so ordentlich es bei einer eigentlich uncoverbaren Band eben geht) geraten.

Trotz all dem: Geblieben sind die schönen Texte, die mit poetischer Leichtigkeit dem Hörer philosophische Tiefe nahe bringen. Man höre nur "At least" und "Lightyears". Wenigstens in diesem Punkt halten Golden Apes ihre Versprechungen, die sie mit "Helianthos" gemacht haben. Hoffen wir, dass sie beim nächsten Mal auch wieder ihre musikalische Klasse derart in Erscheinung treten lassen.

www.goldenapes.de


Ähnlich:
Sisters of mercy, Fields of the nephilim, Dreadful Shadows, Love like Blood, the Cure, Garden of delight

24.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!