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ghostorm - frozen in fire


Erscheinungsjahr: 1995
Label: black mark
Tracks: 9
Spielzeit: 36:54
Genre: metal
Subgenre: melodic death metal
ghostorm.jpg
Bewertung: 8.5/10

rating

Ghostorm ? Nie gehört. Dabei lies der Produzent dieser CD verlauten, dass dies die beste CD wäre, die er je produziert hätte. Na ja, klingt auch nicht sehr überzeugend, solang man nicht weiß, wer bei dieser CD hinter den Reglern saß. Diesen Job erledigte nämlich kein geringerer als Dan Swanö (ex-Edge Of Sanity), der zu der Zeit, als die CD veröffentlicht wurde (1995) den Status hatte, den Peter Tägtgren (Hypocrisy, Pain) heute genießt. Wie Tägtgren heute, der unter anderem bei Dimmu Borgir und Immortal hinter den Reglern saß, produzierte der Mensch damals alles was Rang und Namen hatte in seinen Unisound Recordings, Schweden. 1996 verschwand Swanö allerdings ein wenig von der Bildfläche, nachdem er seinen Ausstieg bei Edge Of Sanity bekanntgegeben hatte und wenig später sein Soloalbum "Moontower" raushaute. Diesen Sommer wird er allerdings mit einem Paukenschlag über Relapse Records zurückschlagen... Freuen wir uns drauf. Doch nun zu seinen Schützlingen Ghostorm. Bei "Frozen In Fire" handelte es sich um ihr erstes und leider auch vorletztes Album (Das Album "Black Box", dass das Kapitel Ghostorm beendete, wurde allerorts ignoriert, leider...), was daran liegen könnte, dass die Band aus einem nicht unbedingt Metal-typischen Land stammte, dass da Litauen wäre. Klar, dass Metal-Bands in diesem Land nicht unbedingt die größten Überlebenschancen haben. In letzter Zeit gab es zumindest kaum einen Release aus Litauen, der es zu etwas gebracht hat, trotz florierender Underground-Szene, in der es ein paar Maniacs gibt, die dort die Szene am Leben erhalten zu versuchen (z.b. Atlantida Productions, die ähnlich den deutschen Underground-Vertrieben Ketzer Distributions oder M.U.D. (Gruß an Riedel !!!) in regelmäßigen Abständen Tape-Sampler und inzwischen auch CDs mit vielversprechenden Undergorund-Bands aus eher untypischen Ländern wie Bulgarien, Lettland oder gerade Litauen veröffentlichen). Jedenfalls klangen Ghostorm auch dem entsprechend untypisch. Das Gebräu würde ich am ehesten als Melodisch Death-Metal kategorisieren, wobei man da natürlich sofort an diese ganzen Göteborg-Death Bands wie In Flames, Dark Tranquility oder Gardenian denkt, doch mit denen hat man recht wenig am Hut (obwohl das Album in Schweden produziert wurde), da man weitaus technischer vorgeht als jene Bands. Man muss auch bedenken, dass der Durchbruch dieser Szene erst 1996 (also ein Jahr nach Ghostorm) mit "The Jester Race" von In Flames besiegelt wurde. Also wäre die Schublade "Orgineller Death-Metal" vielleicht am treffensten.
Der Opener "Fraud Of Dark" deutet schon gleich jedes Trademark der 5 Jungs an. Schöne Melodien, gnadenlose Groove-Mosh Parts, technisch-versierte Breaks, Slap-Bass Einlagen, Up-Tempo Gehacke, obercoole Thrash-Beats und das ultratiefe Geröchel von Shouter Marius, der nichts mit dem Gekrächze von Konsorten wie Anders Frieden (In Flames) gemein hat, sondern eher wie ein Bastard aus Chris Barnes (ex-Cannibal Corpse, Six Feet Under) und Jan-Chris De Koeyer (ex-Gorefest, R.I.P.) klingt. Im Verlaufe des mit 36 Minuten recht kurzen Longplayers zeigen die Jungs, dass sie technisch einiges auf der Pfanne haben, besonderst Basser Andrius erweißt sich als ziemlich cooler Zocker, der eigentlich nichts bei einer Death-Metal Band verloren hat. So können es sich die Burschen auch erlauben ein wunderschönes, spährisches Instrumental wie "Dreamland" (einen passenderen Titel gibt es nicht) aufzunehmen, bei die Jungs ihre Fähigkeiten eher songdienlich verwenden, anstatt in Solo-Orgien alles nieder zu Frickeln. Hervorsticht hier vorallem, dass Basser Andrius die Lead-Gitarren Parts einfach mitspielt (!!!). Als weiteren Programmpunkt sollte man "The Sea" hervorheben, dass vor Slap-Bass Licks und kranken Rhythmen nur so strozt. Als Ghostorm dann gegen Ende noch eine eindeutige "Nicht-Von-Dieser-Welt"-Melodie einstreuen ist der Kniefall vor dieser Scheibe perfekt. Mit dem abschließenden "Unnormal" setzten die Musiker noch einen drauf: Hier wird der Rock`n`Roller in den Jungs geweckt. Nach ultracoolen "Uah! Let´s Go!"-Schrei von Marius entwickeln Ghostorm einen genialen Death`n´Roll Groover, der Leute wie Entombed schon soundtechnisch und vorallem vom Coolheits-Faktor her links liegen lässt. Ich kenne jedenfalls keine Death-Metal Band, die es sich traut eine Cowbell (!!!) einzusetzen. So hätten Gorefest auf ihrem "Chapter 13"-Album klingen sollen, dann würde es die Band auch heute noch geben. Fazit: 9 Anläufe, 9 Volltreffer. Jeder der Song entwickelt Eigendynamik und weiß hundertprozentig zu überzeugen. Es ist wirklich schade, dass das Album so untergegangen ist. Ich denke mal, dass die Leute damals einfach noch nicht reif genug für diese Platte waren, denn am Sound konnte es garantiert nicht liegen (Der Name Dan Swanö bürgt für Qualität) und mit Black Mark hatte man sogar ein recht finanzstarkes Label im Rücken. Mich würde es interessieren, ob die Scheibe anno 2001 immer noch gnadenlos untergehen würde...


Ähnlich:
At the Gates, Nightfall, Edge of Sanity, In Flames, Dark Tranquility, Gardenian, Night In Gales

19.03.2005
kervorkian


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!