. .

fu manchu - go for it... live!


Erscheinungsjahr: 2003
Label: steamhammer/spv
Tracks: 22
Spielzeit: 97:10
Genre: alternative
Subgenre: stoner rock
fumanchu.jpg
Bewertung: -/10

rating

Die Wüste lebt. Die Wüste bebt. Und alle sind glücklich.

Fu Manchu sind zwar nicht unbedingt die Vorzeigewüstenband, durch die formalen Connections zu einer Band wie Kyuss und ultra-schnoddrigen Sound wird man allerdings schnell in den Wüstensand geschmissen. Und eigentlich ist das doch auch gar nicht so schlimm, denn Fu Manchu sind nicht irgendwelche Newcomer, sondern eine gestandene Band mit viel Erfahrung - immerhin können die Jungs schon auf zahlreiche Tourneen und fünf Alben zurückblicken. Wüstig-gut. Außerdem trommelt Trommelwunder Brant Bjork (Ja, die unsäglichen Kyuss, ts - immer und überall.) nicht bei jeder Band mit.

Auch wenn Brant inzwischen das Weite gesucht hat und heutzutage lieber singt und Gitarre spielt, so hat sein Nachfolger einen wohlklingenden Namen: Scott Reeder. Ja, so wie der kultige Barfuss-Tierhandlungs-Kyuss-Bassist. Obwohl weder verwandt, noch verschwägert. Man wird Kyuss einfach nicht los. Einmal infiziert. Egal in welcher Hinsicht. Fu Manchu sind das Beispiel.

Doch wie schon gesagt: Fu Manchu waren nie so richtig Wüste. Unter anderem waren sie dafür schon immer ein wenig zu wüst. Fu Manchu wabern sich nicht primär durch irgendwelche galaktischen Drogennebel, nein, sie legen mehr Wert auf rocken und schwitzen. Außerdem skaten und surfen sie in jeder freien Minute. Bizarre Mischung.

Also: Stoner Rock, Surfpunk, die Siebziger, der gute Rock´n´Roll und eine große Portion Sand in den Mixer. Wutsch. Wutsch. Raus kommt eine Band, die live erst so richtig aufdreht. Deshalb "Go For It... Live!" und nicht irgendein anderes Monster des Dr. Fu Manchu. Sie verstehen.

Erstmal: "Go For It... Live!" ist eigentlich so, wie man sich ein Livealbum vorstellt - nüchtern betrachtet. Ohne den Inhalt zu berücksichtigen. Eine abendfüllende Doppel-CD mit 22 Tracks, die die gesamte Bandbreite der Diskografie abdeckt. Von längst vergangenen Zeiten hin zum aktuellen Album. Alles da. Dazu ein Sound, der wirklich live ist. Wenig Overdubs, sprich: Nicht wenige kleine Fehler. Schließlich sind kiffende Wüstensurfer auch nicht unbedingt die saubersten und tightesten Musiker auf Erden. Vor allem Scott Hill, der coole Sänger und Gitarrist der Truppe, der sich leider kürzlich von seiner wehenden Mähne (mähnende Wehe?) verabschiedet hat, liegt schon mal ordentlich daneben. Aber Fuck it! Das ist Rock´n´Roll. Und trägt zur Atmosphäre bei.

Irgendwie hat man immer das Gefühl dabei gewesen zu sein. Mitgeschwitzt zu haben. Mal an dem Joint vom Nebenmann gezogen zu haben. Rumgehüpft zu sein, geträumt zu haben und vielleicht auch ein wenig den Kopf geschüttelt zu haben. Es gibt nicht viele Live-Alben, die einem dieses Gefühl vermitteln. Und sie sind der Beweis, dass es bei Musik eben doch meistens um das Feeling und nicht unbedingt um die Perfektion geht.

Fu Manchu haben alles im Programm: Wabende Orgien, die zwar nicht so intensiv wie die alten Monster Magnet, Hawkwind oder Kyuss klingen, aber trotzdem für einen kleinen Trip reichen ("Saturn III" - mit ganz viel Black Sabbath gewürzt), pumpende Stoner-Riffs ("Weird Beard" - die ultimative Hymne für jeden Bartträger) und richtige Asskicker wie man sie auch von Bands wie den Spiritual Beggars kennt. Hier dienen "Hell On Wheels" oder "Evil Eye", einer der besten Fu Manchu-Songs (Hell Yeah!) überhaupt, als Beispiel. "Evil Eye" sollte man auf jeden Fall kennen. Vorallem den Videoclip, der seinerzeit (1997) auf VIVA rauf und runter lief. Da stimmt einfach alles. Was für ein Song!

Doch nicht nur wegen "Evil Eye" lohnt sich die Anschaffung. So richtig schlechte Songs gibt es von Fu Manchu sowieso nicht. Nicht jeder ist ein Meisterwerk, aber schludern tun die Jungs auf keinen Fall. Sehr gelungen ist auch die Coverversion von Blue Öyster Cult´s "Godzilla", die sich pumpend durch die Boxen kämpft. Der Titeltrack vom letzten Alben "California Crossing" ist ebenfalls eine der Sternstunden von Scott Hill und den übrigen Drei von der Tankstelle. Waber, Waber. Garantiert verbleit.

Fu Manchu kicken gelassen und cool Arsch. Und doch können sie rocken wie die Großen. Style-Crossover der besseren Sorte. Schwitzend umgesetzt auf dieser Liveplatte, die auch dir noch zu deinem Glück fehlen könnte. Der ideale Einstieg in eine bessere Welt, in welcher Sand im Getriebe nicht unbedingt etwas Negatives darstellt.

Howdie, Cowboy.


Ähnlich:
Orange Goblin, Kyuss, Queens of the Stone Age, Unida, Monster Magnet

19.03.2005
hlmr


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

K4H         KNA      
N 1    D    O H   YWI
H58   Q6U   WMF      
9 F    8      T   817
BPL         81E      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!