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fripp, robert and league of crafty guitarists - live II


Erscheinungsjahr: 1990
Label:
Tracks:
Spielzeit:
Genre: rock
Subgenre: progressive rock
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Bewertung: -/10

rating

New Age Hommage an die Ovation-Gitarre

Die "Crafty Guitarists" sind eine wechselnde Gruppe von Schülern des Gitarristen Robert Fripp, die sich innerhalb seiner "Guitar Craft"-Kurse hervorgetan haben. Diese Kurse, die jedem mit dem nötigen Kleingeld offenstehen, verbinden die Lehre eines eigenartigen Gitarrenspiels mit meditativen und philosophischen Elementen. Fripp tritt sonst als Bandleader / Gitarrist und Elektronik-Spezialist bei King Crimson, mit Brian Eno oder Solo in Erscheinung.

Auf dieser Live-Aufnahme von 1990 spielt Fripp zusammen mit 14 weiteren Musikern, alle an der halbakustischen Ovation-Gitarre. Eingestreut in diese instrumentalen Tracks sind noch einige Gesang-Stücke ohne Begleitung.

Dieser Gitarrenstil ist nicht mit dem in anderen Fripp-Projekten vergleichbar. Gleichzeitig mathematisch-gefühlskalt und spacig-transparent anmutende Kompositionen, die keinen Raum für Improvisationen zulassen, vereinen 15 Gitarrenstimmen in kurzen Tracks, die an Lehrmaterial erinnern.
Beispielsweise gibt es aus Arpeggien bestehende Tracks, bei denen jeder Gitarrist jeweils nur einen Ton pro Arpeggio-Lauf beisteuert und ihn lange nachklingen läßt (Circulations). Andere erinnern mit ihrem Wechselspiel aus Arpeggien, Läufen und gebrochenen Akkorden an Bachsche Polyphonie im Sinne gleichberechtigter Melodielinien. Der sparsame und repetitive Umgang mit Harmonien und das Arrangement rückt den Klang der Gitarre selbst in den Vordergrund. Im Gegensatz zum m.E. vergleichbaren meditativen "Buch der Klänge" (für Klavier solo) von Hans Otte überwiegen hier dissonante, ungefällige Harmonien und schräge Rhythmen.
Auf "Live II" stellt sich dementsprechend selten etwas Grooviges, Souliges, irgendwie Tanzbares oder rockig/proggig Mitreißendes á la King Crimson ein, dazu sind die Kompositionen zu streng, zu lehrhaft und nüchtern angelegt.
Die klanglichen Eigenarten sind bestimmt ein Ohrenschmaus für Gitarren-Liebhaber. Der warme, weiche, cleane Klang von Ovations, irgendwo zwischen elektrischer Jazz- und Westerngitarre kommt hier auf eine nie gehörte, einzigartige Weise zur Geltung. Die a capella Einlagen der Sängerin sind ganz nette Zwischenspiele. Platte Philosophie-Lighttexte á la "Talk is expensive, silence is cheap" geben dem ganzen Projekt einen Beigeschmack von entrückter New-Age Esoterik. Bei einem Live-Konzert in Berlin (1992) verstärkten sich für mich diese Eindrücke: Fripp und 13 weitere Musiker an Ovation-Gitarren bildeten einen großen Halbkreis auf der Bühne. Sehr konzentrierte und steife Atmosphäre, vor allem die Schüler Fripps mit blöde entrückten, wissenden Gesichtsausdrücken. Alle saßen kerzengerade auf ihren Stühlen, als ob sie einen Stock verschluckt hätten. Beim Konzert warf man sich gegenseitig mit aufeinander abgestimmten sparsamen Rumpfbewegungen Töne zu, so daß optisch Wellenbewegungen entstanden. Allein durch den einzigartigen Gitarrensound war das Konzert jedoch sehr, sehr faszinierend.

Wer Crafty Guitarists Aufnahmen sucht:
Die CD besorgte ich bei einem Konzert, kann sie im Nachhinein jedoch in keiner Fripp-Discografie mehr finden. Dafür sind von Fripp & Crafty Guitarists folgende CDs erhältlich, auf denen sich Tracks von "Live II" finden: "Live!" (1986), "Show of Hands" (1992), "Intergalactic Boogie Express - Live In Europe 1991" (rel. 1995).

17.03.2005
nightonearth


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!