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fripp, robert and eno, brian - no pussyfooting


Erscheinungsjahr: 1973
Label: eg records
Tracks: 2
Spielzeit: 39:37
Genre: beats/elektro
Subgenre: ambient
fripp,robert.jpg
Bewertung: -/10

rating

Ambient in den Siebzigern

Das Debüt-Album des Electronic- und Ambient-Musikers Brian Eno entstand zusammen mit Robert Fripp, dem Gitarristen der seit 1969 bestehenden King Crimson. Herausgekommen ist ein sehr schönes Album sich sehr gemächlich entwickelnder sphärischer Klänge.

Wie es sich für die schon zwanghaft zeitliche Rahmen sprengende Gigantomanie der 70er Jahre gehört, füllen die beiden Tracks mit ihrer Länge jeweils genau eine LP-Seite aus.

Track 1, "The heavenly music corpotation":
Über einen warmen, analogen Synthie-Teppich breiten sich in größter Gelassenheit die immer dominanter werdenden verzerrten Gitarrenklänge aus.
Fripp hat manchmal diesen Stil, bei dem sehr verzerrte, nur einzeln gespielte Töne pausenlos und weich ineinander übergehen, als ob er über weite Strecken lediglich greift, die Saiten aber nicht anschlägt. Mit der Zeit nehmen die Keyboards Melodiefetzen des Gitarrensolos mit auf in die sphärischen Linien, mal sind es delay-verlängerte Gitarrentöne. Die Intensität der eingesetzten Geräusche hat langsame Wellenbewegungen, bei lauteren Phasen entsteht ein regelrechter Kanon von direkt und per Delay miteinander treibender Gitarrenlinien. Durch die Weichheit des Gitarrensounds erinnert das manchmal an die Streicher-Polyphonie klassischer Konzerte.

Track 2, "Swastika girls" (fragt mich jetzt bitte nicht, warum dieses Instrumental "Hakenkreuzmädchen" heißt, ich glaube, es lohnt nicht, darüber nachzudenken):
Ein seltsames Loop-Gerüst mit Synthies bildet den Untergrund, ein unruhiges, futuristisch-leicht tönendes Gebilde. Dieses kombiniert mehrere Linien weicher bis metallen klingender Synthietöne, deren Farbe sich raffiniert zueinander von dunkel/bassreich bis dünn/hohl/trocken verändert. Auch Gitarrenfetzen mußten für dieses ebenfalls in langsamen Wellen daherfließende Geräusch aufgenommen worden sein, aber die einzelnen Elemente sind so aufeinander abgestimmt und sich ergänzend, daß die Quelle einzelner Klänge oft kaum auszumachen ist. Im Gegensatz zu Track 1 lebt "Swastika girls" besonders von der durchgehenden Repetition der sich nur subtil verändernden Grundloops. Dieses wird im Verlauf mit tiefen, warmen Bassklängen beruhigt. Als Gegenstück auch hier ein gedehntes, verzerrtes Unisono-Gitarrensolo von Robert Fripp, welches manchmal ausbricht und härter wird.

Klangqualität:
LP kann ich nicht beurteilen, meine war bereits 2nd Hand und reichlich gebraucht. Die CD-Aufnahme, die ich kenne ist nicht doll. Vielleicht gibt es eine Neuauflage, ich habe nicht danach gesucht. Dafür bekommt man sie im allgemeinen in Second-Hand-Läden ziemlich billig.

Fazit:
Ein sehr anschaffungswürdiges Album entspannender, sphärischer Musik. Könnte z.B. eine gute Anregung sein für Leute, denen "Shine on you crazy diamond" von Pink Floyd (auf "Wish you were here") gefällt und denen letzteres zu kitschig und überladen ist. Wer einen breiteren Eindruck von Fripp/Eno haben will, sollte sich am besten gebraucht die Doppel-CD "The Essential Robert Fripp & Brian Eno" zulegen. Sie enthält neben dem kompletten "No Pussyfooting" noch sehr gutes neueres Material mit sehr verrückten Loop-Spielereien.

17.03.2005
nightonearth


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!