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fearing christmas - die morgennacht ep


Erscheinungsjahr: 2004
Label: modern entertainment
Tracks: 9
Spielzeit: 37:33
Genre: beats/elektro
Subgenre: dark wave/elektropop
morgennacht.jpg
Bewertung: 5.5/10

rating

Schon am (etwas kitschig geratenen) Artwork und an der Tracklist merkt man, dass "Die Morgennacht EP" eher einen Zusatz zur letzten LP-Veröffentlichung "Turm schlägt Pferd. Schachmatt.", als eigenständiges Werk darstellt.

Zusätzlich zu fünf neuen Songs und zwei Neubearbeitungen des aus den Anfangstagen der Band stammenden "Summerlove" gibt es Remixe von zwei Songs des letzten Albums. Stilistisch wird das typische Fearing Christmas-Gemisch aus Dark Wave, Elektro-Pop, Gothic, Ambient und Neoklassik auch auf den neuen Songs der Morgennacht EP weitergeführt.

Bis auf den ersten Teil von "Adoleszenz", das die elektropoppige Seite des Duos mehr betont, baden sich Fearing Christmas gewohnterweise in stiller Melancholie und Depression, wobei die Ambient- und Neoklassikseite in Songs wie "Letztes Gebet" und "Intermezzo" stärker herausgekehrt wird, als auf "Turm schlägt Pferd. Schachmatt." Die elektronischen Beats werden sehr sparsam eingesetzt und tupfen nur sanft die Wunden, die von den teils bitterbösen, stets hoch assoziativen Texten hinterlassen werden. Luke variiert dabei zwischen bloßer Rezitation ("Adoleszenz" und "Ende des Sommers") und klagendem Gesang ("Morgennacht" und "Letztes Gebet"). So gelungene Gesanglinien wie auf "Der Zweifler" und "Ebene 5" vom letzten Album sind aber leider nicht mehr zu finden.

In den langen instrumentalen Parts von "letztes Gebet", "Adoleszenz" und "Intermezzo" wird deutlich, wie sehr sich Fearing Christmas an gängige Neoklassik-Standards herangepirscht haben. Die Atmosphäre ist dabei überwiegend gelungen, es fehlt allein die Spannung und eine höherklassige Instrumentierung, was wohl am beschränkten Synthesizer-Sound liegt. So entstehen nach mehrmaligen Hördurchgängen unnötige und störende Längen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber dennoch: Insbesondere "letztes Gebet" mit den sakralen Elementen und dem trippigen Beat hat es mir angetan. Hier sollten Fearing Christmas anknüpfen, da der Sound ausbaufähig ist und noch etliche Variationen erlaubt.

Die Neubearbeitung vom alten "Summerlove" (das besser ans Ende der EP gepasst hätte) ist dagegen nicht mein Ding. Die englischen Texte von Fearing Christmas waren noch nie mein Fall und die Musik ist eine eher einfältige und anachronistische EBM-Version eines schlechteren Fearing Christmas Songs. Die Remixe am Ende der EP sind da schon gefälliger. "Wave" gefällt mir in der God's Bow-Version besser als auf dem Album, weil die Percussionähnliche Programmierung besser zum Song passt, als die 80er Jahre Beats der Originalversion. Zudem spendieren God's Bow dem Song überaus passenden weiblichen Begleitgesang. Fein, fein. "Ebene 5" kommt im Equatronic-Remix als treibender EBM-Track daher, zu mehr als Standardprogrammierung hat's hier aber wohl nicht gereicht. Den gelungenen Gesang vom Original bekommt die aber zum Glück nicht kaputt. Zum Abschluss gibt es nochmal "Summerlove", diesmal im Dedication Remix, der die Industrialseite des Songs betont und kantiger daherkommt als vorhin. Gefällt mir etwas besser, rettet das Lied aber nicht.

Eine gemischte Angelegenheit, die Fearing Christmas mit der EP veröffentlichen. Hoffen wir auf weniger Resteverwertung auf dem kommenden Album - zumindest ein paar der neuen Songs klingen vielversprechend.


Ähnlich:
Goethes Erben, Endraum, Lacrimosa, Depeche Mode, Impressions of Winter, Diary of Dreams, Dead Can Dance

05.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!