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ensireal - march of empty pattern words


Erscheinungsjahr: 2010
Label: nicrothal
Tracks: 8
Spielzeit: 48:32
Genre: metal
Subgenre: progressive death metal
ensireal.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Die Musik von Ensireal ist trotz der auf den ersten Blick komplexen Songstrukturen schnell erklärt: Roher Death Metal wechselt mit ruhigen akustischen Passagen ab, genauso wie das Gegrunze von klarem Gesang abgelöst wird. Klingt nicht nur auf dem Papier nach Opeth. Wobei in erster Linie die melodischen Passagen nach den Skandinaviern um Herrn Akerfeldt klingen. Selbst die Stimme und die Gesangslinien von Schlagzeuger Florian Fischer klingen nach besagtem Schweden, wenn auch dessen Klasse natürlich noch nicht erreicht wird. Dennoch klingen Ensireal dank ihrer rohen und groovigen, teils rockigen Death Metal Parts ansonsten kaum nach Opeth und auch die Songstrukturen sind selten sonderlich ausufernd, wenn auch nicht unbedingt nach dem ersten Hördurchgang nachzuvollziehen. Am eingängigsten ist dabei das mitten ins Album platzierte "joyful grey", das mit akustischem, melodischem Progrock mit Klavieruntermalung eröffnet und dabei fast schon Hitpotential entfaltet und sich erst in der zweiten Hälfte der vier Minuten in einen recht gefälligen mittelschnellen Death Metalsong (mit Isis-Tendenzen) entwickelt. Auch "Path(ethic)" ist trotz des sperrigen Namens und des fast nahtlosen Aufeinanderprallens von (Alternative) Progrock und Death Metal in das leichter konsumierbare Material von Ensireal einzuordnen, was auch den fast schon mitsingkompatiblen Refrains geschuldet ist. Vorher, zum Albumbeginn, wird man aber von Ensireal ins eiskalte Wasser geworfen: Ohne Umschweife steigen Ensireal bei "march of empty pattern words" mit schnellem, dichten Oldschool Death Metal in das Album ein, bevor dann unvermittelt entspannte Akustikgitarren den Song übernehmen und einen der an Opeth erinnernden Teil entfächern, der sich im Laufe des Songs noch zweimal mit - allerdings melodischen und langsameren deathigen Arrangments abwechselt. Mit "evisceration" gibt es dann einen Song, der sich komplett dem Death Metal widmet, was auch die Schwächen der Band offenbart: Die wenigsten der deathigen Parts haben das gewisse Etwas, Ensireal bemühen sich zwar um Groove und Abwechslung in Rhythmus und Riffs, aber einerseits können sie technisch nicht faszinieren, andererseits fehlen ihnen über weite Strecken mitreißende Killerriffs, extreme Tempowechsel und überzeugende Breaks. Schlecht ist das alles nicht, aber nach über zwanzig Jahren Death Metal reißt das meiste hier nicht annähernd vom Hocker - mehr als ein Gegensatz zu den melodischen Parts ist Ensireals Death Metal leider zu selten. Dafür haben sie ein Talent, beides zu verbinden. Die sowohl harten, als auch melodischen Parts sind auf Ensireals Erstling mehr als ordentlich. Die komplex aufgebauten, etwa 8-minütigen "Visions past" (der auch davon abgesehen durch gute Breaks und treibende Grooves die besten deathigen Teile beinhaltet) und "Immoral Torment" beweisen es eindrucksvoll. Schade, dass bei ersterem die Melodien im ruhigen Teil nicht an andere Ensireal-Songs herankommt - das übernimmt dann aber "Immoral Torment", der als bester Track der CD noch lange nachhallt. Dabei stört leider der noch etwas dumpf produzierte ältere Bonustrack der CD, der aber zeigt, dass schon das Frühwerk der damals wohl noch unter dem alten Namen Aggressive Minds firmierenden Ostdeutschen die Anlagen des Wechselspiels aus Death Metal und melodischem Rock enthielt, die das neue Material auszeichnen - wenn auch noch ohne klaren Gesang.


Ähnlich:
Opeth, Cadaverous Condition, entombed, porcupine tree, benediction, morgoth

30.11.2010
stativision


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!