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down - over the under


Erscheinungsjahr: 2007
Label: roadrunner records
Tracks: 13
Spielzeit: 64:20
Genre: metal
Subgenre: southern groove metal
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Bewertung: 6/10

rating

Down. Das ist die Supergroup aus New Orleans, die 1995 mit "Nola" für mich persönlich eines der 10 berühmten Inselalben erschaffen hat. "Nola" ist die perfekte Vertonung von Schlamm, Sumpf, Voodoo und Whiskey. Sowas wie Deathblues. Die Art von Southern Rock, die vermodernde Leichen auf dem "Odd Fellows Rest" in New Orleans spielen würden.

"II" war dagegen nur Kreisliga. Die Songs waren bis auf ein paar Füller allesamt okay (wenn auch ausnahmslos nicht auf "Nola"-Niveau), aber die Atmosphäre stimmte leider überhaupt nicht. Die One-Album-Wonder-Legende war somit sowieso schon zerstört - warum dann nicht auch einfach ein drittes Werk nachschieben? Verloren hat man mit "II" sowieso schon genug, da hat "Over The Under" eigentlich gute Karten.

"Over The Under" beginnt mit "Three Suns And One Star" überraschend hart, groovig und unfreundlich. Der Sound ist arschtretend und furztrocken (Warren Riker drehte wie auch schon bei "II" die Knöpfchen). Die eigentliche Überraschung ist der Gesang von Phil Anselmo. Die drei Jahre Funkstille scheinen ihre Spuren hinterlassen zu haben: Anselmo klingt älter, reifer und rauchiger. Das passt allerdings stellenweiser wunderbar zum gebotenen Material - nervt aber irgendwann. Am Ende des Songs blitzen sogar die göttlichen zweistimmigen Gitarrenparts auf, die "Nola" zum Gänsehautgarant machten. Es wird das einzige Mal auf "Over The Under" bleiben.

"The Path" und "N.O.D." (hier klingt Phil teilweise verdächtig nach Ozzy) sind eindeutig in die "Füller"-Schublade einzusortieren, "I Scream" und "On March The Saints" entwickeln beide nach ein paar Durchläufen leichte Ohrwurmqualitäten, lassen aber das Quentchen Qualität zum Hit vermissen. "Never Try" hat einen interessanten Endlosschleifen-Ansatz, langweilt dann aber. "Mourn" ist das erste richtige Hightlight nach "Three Suns And One Star". Fettes, tiefes Riffing, guter Refrain, eine schleichende Strophe und ordentlich Wumms dahinter.

"Beneath The Tides" ist die gelungene Version von "Never Try". Hier kommen zum ersten Mal sowas wie Emotionen auf. Ein relaxter Song mit sehr vielen guten Ansätzen, der sogar leicht psychodelisch rüberkommt. Alte Soundgarden treffen auf C.O.C. - und gut! "His Majesty The Desert", das Intro zu "Pillamyd" erinnert an das olle "Jail" von "Nola", während "Pillamyd" selbst einer der aggressivsten Songs auf "Over The Under ist".

"Nothing In Return (Walk Away)", der erste und einzige Longtrack mit knappen neun Minuten Spielzeit. Das schillernde Albumhighlight - ohne Frage. Hier kochen die Emotionen über - hier fühlt man sich wohl. Das Anfangsfeeling ist "Planet Caravan" (Black Sabbath) pur, danach geht steigert man sich in einen Monster Magnet'schen Strudel aus musikalischen Leckereien. Und wenn der Song dann endlich losbricht, dann ist man doch froh, dass Down doch nochmal zugeschlagen haben. Der Bonustrack des Digipacks "Invest In Fear" ist nicht weiter der Rede wert - den Refrain haben Down leider völlig verhunzt. Insgesamt okay.

"Over The Under" bleibt zweispältig. Sehr enttäuschend, aber stellenweise doch überzeugend. Mit diesem Album sind Down endgültig zu einer "normalen" Band verkommen. Ziemlich bescheiden, wenn man schon als Legende begonnen hat...


Ähnlich:
corrosion of conformity, black sabbath, crowbar, pantera, eyehategod, soilent green, superjoint ritual, soundgarden, black label society

30.09.2007
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!