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die autos - rein in die mystik


Erscheinungsjahr: 2014
Label: ramshackle records
Tracks: 7
Spielzeit: 29:54
Genre: alternative
Subgenre: deutscher indiepop
Dieautosmysrtik.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Mit "rein in die mystik" sind die autos professionell geworden. Hörte sich der Vorgänger "swongs" noch deutlich nach Proberaumband an und bot etwas zu hastig zusammengeschusterten Schrammelnummern, kommt die neue LP (ja, LP!) auf allen sieben Nummern viel schneller auf den Punkt. Offenbar hat das Quartett einen ordentlichen Songschreiberkurs besucht: Die Schwachpunkte von "swongs" sucht man hier vergebens. Die Songs klingen erdiger, Rock und Folk statt Schrammelpop und besonders der teils zweistimmige Gesang ist auf "rein in die mystik" gereift. Bei alldem wird deutlich, dass der Abwechslungsreichtum von "swongs" größerer Homogenität gewichen ist. Und so richtig gepackt wird der Zuhörer auch auf dem Neuling selten. Dennoch haben die autos auf ihrem Neuling viel richtig gemacht haben. Neben dem schönen Artwork und den assoziationsreichen, nie zu eindeutigen Texten funktionieren die meisten der sieben neuen Songs erfreulicherweise sowohl als Hintergrundmusik als auch beim aktiven Zuhören. Mit dem Opener haben es die autos aber noch immer nicht: "Big Sur" geht zwar schnell ins Ohr nervt aber mit seinem flott schunkelnden Rhythmus schnell und erinnert eher an zu naiven Schrammelpop vergangener Tage. Vermutlich wollte die Band die unendliche Leichtigkeit des Seins angemessen vertonen, was sie dann aber bitte nicht auf diese knapp fünf Minuten auswalzen muss. "Erst kommt die Angst" ist dann schon viel feiner arrangiert mit dem Gegensatz aus ruhigeren Strophen und rockigem Refrain, an dessen Gesangslinien und Text die Band noch mehr hätte feilen können. Der Folk wird dann zum ersten Mal auf "brennende Reifen" zelebriert und steht den autos unerwartet gut. Ein klein wenig erinnern sie dann an Fink und den zu früh verstorbenen Nils Koppruch und andere der neuen melancholischen Deutschpopwelle (Gisbert zu Knyphausen und Co.). Melancholisc ist auch "Friedhoswiese", dabei aber sehr viel kräftiger mit einem wütenden, fast epischen Finale, bevor die folgenden "Ventil" und "könnt ihr mir sagen" auf zweieinhalb Minuten Indiepophit gebürstet sind, kurz vor dem Ziel aber auf Abwegen entlang schlingern. So richtig wollen die harmlosen Melodien nämlich nicht zünden. Der Höhepunkt der CD, noch vor den zwei herausstechenden "brennende reifen" und "Friedhofswiese" dann das mit 7 Minuten überlange "deine spur" am Ende der CD. Das nachdenklichste und getragenste Lied von den autos. Und wie gut es ihnen steht, das epische, das Sich-Steigern und Hinarbeiten auf einen Höhepunkt mit gar bluesigen Gitarrensoli die sich in Unendlichkeitsandeutungen verlieren: Deine Spur. Keine Angst vor Größe, zum Glück. Ob das die kurze Spielzeit von nur einer halben Stunde rechtfertigt? Nö. Vor allen Dingen angesichts des erneut verschenkten Openers und zwei weiteren Songs die eher egal sind. Alles in allem aber dennoch eine Weiterentwicklung die mehr als nur hoffen lässt.


Ähnlich:
Kante, die Sterne, Tocotronic, Tomte, Bosse, Fink, Gisbert zu Knyphausen, Nils Koppruch...

22.02.2015
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!