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cult, the - beyond good and evil


Erscheinungsjahr: 2001
Label: atlantic/warner
Tracks: 12
Spielzeit: 50:55
Genre: rock
Subgenre: gothic hardrock
cult,the.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Klar, es gibt kaum jemand, dem The Cult nicht ein Begriff wäre, aber irgendwie kennt sie doch keiner. Ich hatte irgendwie nie das Bedürftnis die Band anzuchecken, da ich sie mit in die Schublade "Hardrock, den die Welt nicht braucht" gepackt hatte. Demnach war ich auch nicht wirklich traurig, als sich herausstellte, dass das Album "The Cult" (1994) vorläufig auch das letzte der Band war. Das Leben ging weiter, auch ohne The Cult. 1999 reformierten sich die beiden Chef´s Ian Astbury und Billy Duffy, um ein paar Tourneen durch Amerika zu spielen, da The Cult dort schon immer einen riesigen Status besaßen. Tangiert hat´s mich nicht, eher nach dem Motto: Schon wieder `ne Reunion. 2001 liegt nun das erste Album seit 7 Jahren vor, die ganze Welt wartet darauf und diesmal hat´s sogar irgendwie mich gejuckt...

... Und mich hat es einfach gegen die Wand gepfeffert. Woooooom. Der Opener "War (The Process)" verkörpert so ziemlich alles, was ich mir nicht unter The Cult vergestellt hatte. Anstatt belanglos in der Gegend rumzudümpeln und Alte-Männer Rock zu spielen, zu dem sie angesichts ihres Alters sicher auch in der Lage wären, bratzen die Gitarren gleich so richtig fett aus den Boxen, das Schlagzeug (bedient von Matt Sorum (ex-Guns`n´Roses) groovt unmenschlich und über allem thront Sänger Ian. Spätestens beim Refrain ist man verloren in der Welt des Kultes. Staubig, groovig, modern und doch zeitlos sind die Begriff die mir spontan einfallen. Die Single "Rise" kokettiert anfangs mit einem oberfetten Riff Marke Rammstein, schlägt allerdings recht schnell in einen Rocker mit wunderschönen Refrain zum Mitsingen um und klingt ganz grob wie ´ne Mischung aus Hellacopters und Kyuss, die gerade mit The Tea Party jammen, wobei Jeff Martin zeigt, was er mal wieder alles an komischen orientalischen Instrumenten angeschleppt hat. Grandios.
Vorallem der warme Groove, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Platte zieht, macht "Beyond Good And Evil" so hörenswert. Dazu kommt ein latent düsterer Touch (Schließlich haben The Cult mal unter dem Namen Southern Death Cult dem Wave/Gothic gefrönt), zu dem Ian´s Stimme perfekt passt, da er über keine typische Rock-Röhre verfügt, sondern mich ziemlich an seinen Kollegen Glenn Danzig erinnert, dessen Stimme ich eigentlich als einzigartig vermutete. Der düstere Touch trägt natürlich auch dazu bei, dass man wenig mit Grinse-Rock-Ikonen wie Thunder (R.I.P.) zu tun hat.

"Nico", so der Titel des schönsten Stückes der Platte, entfacht unglaublich euphorische Gefühle und erdrückt den Hörer nebenbei mit seiner atmosphärischen Dichte (die sich allerdings überall auf der Platte durchscheint). Absolut Easy fliegend und träumerisch präsentiert sich die Band, dessen Text natürlich von einer Frau handelt (Liebe kann ja so schööön sein). Als Gegenpol dazu steht eindeutig "American Gothic", dass seinem Titel alle Ehre macht und sicherlich das düsterste Stück der Platte darstellt, wobei die Band es schafft mit dem zerfahrenen Rhythmus und der Stimme von Ian ziemlich nach Tool zu klingen, was an dieser Stelle ein riesiges Kompliment sein soll. Düster, schön und absolut orginell. "Speed Of Light" lässt anhand des Titels eher Ambitionen im True-Metal Bereich erahnen, doch The Cult toben sich lieber weiterhin in ihrem intensiven Gemisch aus, dass die ganze Platte über so prächtig funktioniert hat. Diesmal sogar noch ein wenig besser, weil man an dem Refrain einfach nicht vorbei kommt. Ohrwurm. Nach dem balladeskeren "True Believers", bringen The Cult die Scheibe mit dem Stampfer "My Bridges Burn" zu ende, der locker nochmal alles toppt und Hymnencharakter besitzt, wie kein zweites Stück der Platte. Euphorie pur ! Die musikalische Message ist klar: Trotz den düsteren Momenten, ist das Leben einfach so verdammt schön. Und deshalb gleich noch mal ein rotziges Solo inklusive Refrain-Endlosschleife angestimmt. Demjenigen, den diese Platte kalt lässt, attestiere ich eine ernsthafte Geschmacksverwirrung, die man wohl nur mit Nachhilfe in Sachen Rock´n`Roll überwinden kann.

08.03.2005
kervorkian


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!