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cult of luna - somewhere along the highway


Erscheinungsjahr: 2006
Label: earache
Tracks: 7
Spielzeit: 64:45
Genre: metal
Subgenre: melancholic post core
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Bewertung: 6/10

rating

"Salvation", der Vorgänger, war verdammt gut. Ein tiefes Album, dass zu der Schwärze der beiden vorherigen Alben der Schweden, "Cult Of Luna" und "The Beyond", pure Verzweiflung, Ungerechtigkeit und andere Klangfarben addierte. Audioerlösung in höchstem Maße, die immer noch kein Stück an Faszination eingebüßt hat.

Der Erfolg ließ kaum auf sich warten - Cult Of Luna gelten jetzt allerorts als großer Geheimtipp, die Spannung auf den Nachfolger "Somewhere Along The Highway" stieg.

Wo würde die Reise hingehen? Zurück zu den bösartigen, vom Atomkrieg geprägten Cyberlandschaften von "The Beyond"? Weiter hinaus auf die erdigen, warmen Felder, die sich so langsam von dem Krieg zu erholen scheinen und auf "Salvation" wunderbar vertont wurden? Die Antwort: Keines von beidem. "Somewhere Along The Highway" beschreitet kein Neuland, aber auch nicht den alten Pfad. Das Album läuft neben den Spurrillen. Und verliert sich prompt.

"Somewhere Along The Highway" ist schwach geworden. Eine mittelschwere Enttäuschung. Und das gerade von den selbstsicheren Schweden, die eigentlich nichts falsch machen können und wollen. Die Schweden, die soviel Wert auf Perfektion legen. Bei ihrem vierten Album ließ sie ihr Instinkt im Stich.

Wären die beiden letzten Ausbrüche "Dim" und "Dark City Dead Man" nicht, würde das Album im schweren Sumpf der Mittelmäßigkeit untergehen. Das Problem: Man hat alles schon gehört. Von Neurosis auf ihrem "The Eye Of Every Storm"-Album, von Godspeed You! Black Emperor oder von Cult Of Luna selbst. Alles mit viel zu wenig Emotion und Liebe vorgetragen. Als ob "Somewhere Along The Highway" schnell veröffentlicht werden musste, obwohl die Band noch gerne jeden der sieben Songs überarbeitet hätte. Dahingeschludert.

"And With Her Came The Birds" ist ein netter Ausflug in neofolkige Gefilde, der angesichts der Klasse der Soloalben von Steve Von Till und Scott Kelly (beide Neurosis), die in die gleiche Kerbe schlagen, kaum blasser sein könnte. Bezeichnend - auch die anderen Songs können kaum überzeugen. Man findet keinen Zugang. Auch nicht nach intensiver Analyse. Weil die Leidenschaft fehlt. Routine ist das böse Wort. Es gibt keinen Zugang.

Cult Of Luna treten auf der Stelle und wissen wohl selber nicht so recht, was sie tun sollen. Dass es anders geht, beweisen die beiden schon erwähnten Rausschmeißer. Das über weite Strecken instrumentale "Dim" bietet zwar im Vergleich zu den anderen Tracks auch nichts Neues, beherbergt aber tief im Kern so etwas wie eine tiefe Emotionalität, die den Unterschied macht. Ebenso "Dark City Dead Man". Der 15-Minütige Abschluss von "Somewhere Along The Highway" plätschert zwar eine Weile vor sich hin, schafft aber dann gegen Ende noch die Brücke in das Reich der Träume zu schlagen. Da fühlt man sich wohl.

Wahrscheinlich sind Cult Of Luna an ihren eigenen Ambitionen gescheitert. Arbeitswut macht blind. Der Durchbruch naht - da darf man nicht schwächeln. Fragt sich nur, ob Herscharen von neuen Fans überhaupt merken werden, dass "Somewhere Along The Highway" den Standard nicht halten kann.

Verdient haben die Schweden die Beachtung weiterhin.


Ähnlich:
neurosis, pelican, isis, red sparrows, khoma, overmars, godspeed you! black emperor, buried inside, scott kelly, steve von till

21.05.2006
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!