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crustation - bloom


Erscheinungsjahr: 1997
Label: zomba
Tracks: 10
Spielzeit: 48:23
Genre: beats/elektro
Subgenre: trip hop
crustation.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Diese CD klingt wie sie aussieht. Nämlich Blau. Ich würde am liebsten mein ganzes Zimmer blau anstreichen (was erstmal Wunschdenken bleibt), aber bei dem tristen und regnerischen Wetter draußen, kommt das Album vor allen Dingen nach kurzem Schlaf hervorragend.

Wer steht jetzt eigentlich hinter dieser Band die Musik macht, die an die Bristoler Trip-Hop-Grössen erinnert (Morcheeba mit weniger Soul, Portishead ohne die desperate Düsternis, Massive Attack ohne HipHop)?

Es sind die drei Herren
Ian Dark,
Stig Manley,
Mark Tayler.

Die drei haben sich also der Trip-Hop üblichen Zutaten mächtig gemacht, sprich Sampler, Synthesizer, Programming, sich ein halbes Orchester dazu eingeladen und mal eben 10 schmissige, lässige, locker groovende Hits auf Kunststoff gebrannt, um die sie zahlreiche andere sogenannte Trip-Hop-Bands beneiden dürften.

Aber das Beste ist zweifelsohne der Gesang von der (nur vom Aussehen) entfernt an Björk erinnernden Bronagh Slevin.
Diese spezielle Perle dieser Musik fällt dem geneigten Rezensent allerdings erst nach dem ersten, recht archetypischen "Hey" in Erscheinung, da erst bei "Purple" Gesangseinlagen mit eingebunden werden.

Womit wir auch schon bei einem echten Highlight des Albums wären: "Purple" ist ein sicherer Chill Out Hit bei jeder Party, bei diesen wabernden Grooves und den blubbernden geschmeidigen Samples und last but not least der grandiosen einschmeichelnden und sanften Stimme Slevins ist man einfach gezwungen sich neben die Leute zu schmeißen und abzudriften...zu kuscheln, kiffen, pennen...

Wahrhaft perfekt programmiert. Und das Orchester untermalt leise im Hintergrund mit wohl temperierten Streicheinlagen grandios das blaue Szenario und macht es sehr viel wärmer.

Akustikgitarren begleiten das darauf folgende "Close my eyes", ansonsten das gleiche Bild wie beim ersten Lied, diese spezielle Chillout-Atmosphäre wird auf diesem Album kaum gestört und genau das ist es, was mich nach einiger Zeit (manchmal) an dieser Musik stört, diese Lethargie, diese "Nur-Entspannung", ich vermisse den einen oder anderen Bruch, wie bei "Portishead" in Form von verstörendem Gesang oder den teilweise abgedrehten Scratches/Samples. Oder bei "Massive Attack" die die Spannung mit der ein oder andere Anleihe aus anderen Genres aufrecht erhalten.

Textlich geht es soweit ich entschlüsseln konnte (leider keine kompletten Texte beiliegend, sondern nur kurze Auszüge), um etwas absurdere Ereignisse, sowie alltägliche enttäuschende Erlebnisse, die mit Gelassenheit und dem gewissen "Scheiß-Egal-Gefühl" aufgenommen werden. "My concentrations are already gone, wish you were too, my happiness is mine"
Da hervorzuheben ist "Flame", der eindringlich über Kindes- und Partnermissbrauch berichtet.

Besonders schön am Artwork übrigens: Es sieht so aus, wie die Musik klingt. Und wer schon vom Artwork angezogen ist, macht beim Kauf des Albums garantiert nichts falsch.


Ähnlich:
Morcheeba, Portishead, Massive Attack, Tricky, Lamb

18.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!