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crowfish - requiem for a broken heart


Erscheinungsjahr: 2003
Label: Freecore Records
Tracks: 8
Spielzeit: 44:52
Genre: Alternative
Subgenre: EmoCore
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Bewertung: 6.5/10

rating

Im Zuge der EU-Osterweiterung soll Bulgarien 2007 eingegliedert werden. Musikalisch präsentiert sich das Land jetzt schon fit und schickt mit Crowfish einen beachtlichen Vertreter der dortigen Independent-Szene vorbei. Landestypische Einflüsse sucht man zwar auf "Requiem for a broken heart" (leider?) vergeblich, aber trotzdem gibt sich die Band weitgehend befreit vom skandinavischen und amerikanischem Inzest der Emo-Punk Szene. Trotz des klischeehaften Titels erfreut das zweite Album des Trios mit ideenreichem Emo-Core zwischen Alkaline Trio und New End Original. Dabei gibt man sich nicht mit dem relativ einfach gestricktem Sound der Vorbilder zufrieden, sondern baut in den mitunter überlangen Songs schon mal vertrackte Beats und abseitige Gitarrenläufe ein. Das verhindert ein wenig die Eingängigkeit des Songmaterials, erhöht aber unzweifelhaft die Langzeitwirkung. Dabei lassen die Bulgaren jedoch die nie Trademarks des Genres aus den Augen. Überaus melodiöse Leadgitarren werden gekrönt von einfühlsamen Gesang Chavdar Manolchevs, der die Texte mit Inbrunst und glockenheller Stimme vorträgt.
Apropos Texte: Die werden - nicht immer in perfektem Englisch - von einem interessanten Konzept zusammen gehalten. Am Anfang stand der Text von "Porcelain" (natürlich geht's hier auch um Zerbrechlichkeit - näheres bleibt aber unentschlüsselt, da die Texte nicht beilagen) und die übrigen Songs sind auf Gefühlsebene mit diesem verknüpft - sie stellen quasi das selbe Thema aus einem anderen Blickwinkel dar.

So ist "Requiem for a broken heart" - ganz im Gegensatz zum Veröffentlichungstermin Januar - eine melancholische Frühlings- und Sommerplatte geworden, die erstaunlich frisch (nicht zuletzt durch die transparente Produktion) klingt. Besonders die ruhigen und wunderschönen "4 a.m." (grandiose Gitarrenarbeit!) und "There's nothing left to say" (ein wenig an die Weakerthans erinnernd) wissen durch stimmiges Songwriting und selbstbewusste Instrumentierung zu überzeugen. Auch der abschließende, überlange und in zwei Teile unterteilte Titeltrack kann restlos überzeugen und wirkt nie trivial wie einige Songs der genannten Bands vom fernen Amerika. Das einzige Problem der Band sind zuviele durchschnittliche Tracks, denen eines fehlt, was andere Songs des Genres so hörenswert macht: Melodien für die Ewigkeit. Weder "Porcelain" (mit Van Halen Riff) oder "No more goodbyes", noch "Drawing Paintings" bieten als relativ standardisierte Emopunk-Songs die Hooks, die diese Songs zu mehr als nur netten Snacks machen würden.
Dennoch: Etwa die Hälfte des Albums ist wirklich überzeugend und das macht die CD letztendlich zu mehr als nur Durchschnittsware - und ich bin mir sicher, dass man von diesen Bulgaren noch hören werden! www.crowfish.de


Ähnlich:
Alkaline Trio, New End Original, Weakerthans, Bad Astronaut, Bayside, Everest, Saves the day, three minute poetry, Sunny day real estate, the Fire theft, the ataris, Jimmy eat world, samiam, the get up kids, the promise ring, death cab for cutie

13.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!