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colleen - the golden morning brakes


Erscheinungsjahr: 2005
Label: leaf
Tracks: 10
Spielzeit: 46:39
Genre: alternative
Subgenre: acoustic ambient
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Bewertung: -/10

rating

Das Cover und der Titel beschreiben perfekt die Musik. Einhörner und Elfen: "The golden morning breaks". Mehr braucht es eigentlich nicht, um das zweite Album von Colleen zu beschreiben. Die Eleganz der Musik wird hier auf die Spitze getrieben. So sehr, dass die Ruhe und die Schönheit, die das Album ausstrahlt, auf den ersten Blick wie gut gepflegte Langeweile erscheint. Für viele wird das wahrscheinlich auch so bleiben - aber das wird der CD bei weitem nicht gerecht. Vielmehr ist es so, dass man meint, für diese Art Musik noch nicht bereit zu sein. Nocht nicht weise genug, um in diese geheimnisvolle Sphäre einzudringen. Man war sicherlich schon einmal bereit dazu. Es ist die perfekte Musik für unschuldige Kinder, für all diejenigen, die sich noch nicht von der Hektik der modernen Welt haben beeinflussen lassen - und die Chance ist nicht gering, dass man sich nach dem Genuss von "the golden morning brakes" schmutzig fühlt.

Dabei ist diese Reinheit noch nicht einmal perfekt. Die mit zahlreichen akustischen Instrumenten geschaffene fragile Schönheit wird, extrem subtil, durch elektronische Bearbeitung gleichzeitig auf irdisches Niveau zurückgeholt und in noch schönere Dimensionen katapultiert. Weißes Rauschen untermalt gewollt und gekonnt perlende Gitarren und sanft dröhnende Orgeln, das Echo verwandelt Gitarrengezupfe in fallende Tropfen und bimmelnde Glocken in himmlisches Läuten. Das hört sich alles etwas esoterisch an und das ist es auch. Im besten Sinne: Eine rätselhafte, fast spirituelle Weisheit hat das hier entworfen.

"the golden morning brakes" ist eine CD für gewisse Stunden. Man muss allein mit der Musik sein (als Hintergrundmusik taugt sie nur in dem Sinne, dass man sie dann nicht oder nur leicht störend wahrnimmt). So, dass die perlenden, harfeähnlichen Gitarren das Rückenmark massieren können, dass das Glockenspiel das Gehirn aufweicht und die Orgel ein sanftes Bett bereiten kann.

"the golden morning brakes" kommt gänzlich ohne Gesang aus. Obwohl man sich sehr gut eine gehauchte Frauenstimme dazu vorstellen kann. So bewahrt die Musik stets ihr überirdisches Gesicht. Die Komplexität der instrumentalen, oft ineinander verwobenen Melodien (trotzdem hinter Colleen nur eine Person steht) wird kaum wahrgenommen. Die Musik ist wie von Geisterhand mit einem ungeheuren Selbstverständnis komponiert. Obwohl sie etwas antikes hat, ist sie doch zeitlos, für immer.

"the golden morning brakes" ist traumhaft. Und doch kommt es mir manchmal so vor, als will sich etwas dagegen wehren, dann kommt mir dieses zarte, gebrechliche Gebilde wie eine Fassade vor, hinter der sich letztendlich nur heiße Luft verbirgt. Ein wunderbar gemachtes Trugbild. Eine zärtliche Spinnerei und lieblich-esoterisches, fabelhaft gemachtes aber Gegniedel. Ich weiß noch immer nicht, was ich von Colleen halten soll.

Doch: Wenn schon entspannende Musik, dann so.


Ähnlich:
Feen und Elfen

13.02.2006
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!