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celestial season - lunchbox dialogues


Erscheinungsjahr: 2000
Label: la guapa
Tracks: 10
Spielzeit: 53:25
Genre: alternative
Subgenre: alternative rock
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Bewertung: 8/10

rating

Bei den holländischen Celestial Season konnte im Laufe der knapp 10-jährigen musikalischen Entwicklung ein relativ radikaler Wandel von melancholischem Doom Death Metal zu treibendem Stoner Rock beobachtet werden. Nach je zwei Alben in den beiden Stilrichtungen ändern sie auf "Lunchbox Dialogues" ihren Stil erneut - diesmal allerdings sehr nachvollziehbar und fast schon elegant. Zwar ist in Songs wie "Boarding Music" noch immer Stoner Rock hörbar, aber insgesamt hat die Band einen riesigen Schritt Richtung feinfühligem, alternativen Rock mit Betonung auf Songwriting gemacht.

Gegenüber dem teilweise zwar kraftvollen, aber manchmal auch Feinheiten vernachlässigende Songwriting der Vorgänger wird hier feinfühliger agiert, man hört das gute Zusammenspiel der Bandmitglieder nach 3 Jahren deutlich.
Die melancholische Seite der Band wird betont, Stoner Rock Anleihen nur selten und hintergründig zu hören, das Material erinnert mehr an ruhigere Alice in Chains und teilweise an Pearl Jam, ohne allerdings die eigene Handschrift vermissen zu lassen.
Besonders "Lonely man burning" zeigt die brilliante Songwriterkunst der Holländer und repräsentiert am besten das musikalische Konzept des Albums. Trockene, harte Gitarrenriffs wechseln mit leisen, beinahe andächtigen, Ehrfurcht erweckenden Akustikparts ab. Auch textlich hat sich die Band entwickelt, "Lunchbox dialogues" kommt ernst daher, teilweise philosophisch, wie die Analyse von Kriegsneurosen im Opener, die selbstverschuldete Apokalypse in "all wrong" oder eine Interpretation von "König in Deutschland" in Outshine deutlich zeigt.
Das eröffnende Trio ist musikalisch am überzeugendsten. Gerade "sharks and razors", über die Unabdingbarkeit und Schwierigkeit von Kommunikation in allen zwischenmenschlichen Beziehungen ist ein hochgradig emotionaler Song ohne dabei in Gefühlsduselei abzudriften. Ähnlich gelagert und noch zerbrechlicher ist "Mary meets the sky", in dem Cyril über Trauer durch Verlust singt.

"Body Overdrive" ist hingegen ein gutes Beispiel, dass Celestial Season den leicht punkigen Rock noch nicht verlernt haben - im Gegensatz zum eher misslungenen "Boarding Music", das mit leicht orientalischen Anklängen zwar genug Ideen bietet, aber ansonsten einen eher schalen Eindruck vermittelt. Keine Hookline, kein Hit.
Bis auf zwei, drei Durchschnittliches bietet "Lunchbox Dialogues" aber erstaunlich ausgereifte hochkarätige Alternative Rock Stücke und verleiht der Band ein neues, eigenes Gesicht. Und letztendlich auch den (verdienten) Abschluss ihrer musikalischen Reise. "Lunchbox Dialogues" ist Celestial Seasons letztes Album.


Ähnlich:
Alice in Chains, Soundgarden, Kyuss, Queens of the Stone Age, Pearl Jam

13.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!