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calaveras - calaveras


Erscheinungsjahr: 2007
Label: sweet home records
Tracks: 12
Spielzeit: 42:04
Genre: alternative
Subgenre: americana/alternative country
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Bewertung: 7/10

rating

Totenköpfe auf dem staubigen Boden, trockene Büsche wehen vorbei und der Wind bläst einem heiß ins Gesicht. Mitten in der Szenerie stehen Calaveras und spielen Lieder für die einsamen, vergessenen Toten. Sieben Mann stark, inklusive Cellist und Trompeter, die über dem meist temporeduzierten alternativen Countrygrundprogramm Melodien aus Liebe, Tod und Teufel weben.

Die Bilder sind natürlich ausgelutscht: Geier über ausgemergelten Leichen, hallende Schüsse in Geisterstädten, Mädchen gebeugt über den von Schüssen zerfressenen Körpern ihres Liebsten, Pferde mit stolzen, einsamen Reitern traben müde in den Sonnenuntergang. Die Songs dazu heißen "Dead Man" (und wer hier an Soundtracks denkt ist gar nicht so verkehrt), "Glowing Sun", "South of Vera Cruz" und, zu guter Letzt, "Last Ride". Immer wiederkehrend die zutiefst melancholischen Cellomelodien und Mariachi-Trompeten die die verlorenen Seelen vertonen. Dazu ertönt immer wieder das (für die Art von Musik zu clean produzierte) Pfeifen von Cellist Markus, dem man den im Herzen zerbrochenen Cowboy abnimmt - genau wie Sebastian, der mit tiefem, fast sprechendem Gesang über Verlust und Rache, Tod und verbrannte Erde singt. "Pay the bill". Eine Stimme, der man in wenigen Jahren die halbleeren Whiskeyflaschen und Zigaretten anmerken wird, Kurt Wagner von Lambchop und die Tindersticks lassen grüßen, während Calexico und Woven Hand um die Ecke schauen. Ja, die Bilder sind ausgelutscht, die Gefühle dazu bestenfalls zweite Hand, aber Calaveras vertonen die Einsamkeit in ausgedörrten Landschaften so wie kaum eine zweite deutsche Band. Glutrot geht die Sonne unter und Romantik erfüllt auch das einsamste Cowboyherz, mit Calaveras. Unbedingt notwendig.

Rauer produziert könnte "Calaveras" sein, mehr Abwechslung in den sich doch wiederholenden Melodien wünscht man sich und vielleicht doch mal etwas mehr Betonung auf den Gesang statt aufs Sprechen von Sebastian. Für ein Debütalbum ist ihr selbstbetiteltes Album aber so stimmig, dass man fast schon Angst haben muss um die Vorherrschaft der amerikanischen Referenzen auf diesem musikalischen Terrain.

offizielle Calaveras Website
myspace seite


Ähnlich:
Calexico, Woven Hand, 16 Horsepower, Ennio Morricone, Lambchop, Tindersticks, Iron & Wine, Leonard Cohen, Nick Cave, Giant Sand, Lilium, Neil Young

03.10.2007
Tobias Goris


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!