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beehoover - a mirror is a window´s end


Erscheinungsjahr: 2005
Label: beardhead/kozmic artefacts
Tracks: 3
Spielzeit: 29:51
Genre: alternative
Subgenre: ambient stoner rock
beehover.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Es ist schon rätselhaft. Auf dem Cover eine verfremdete, rostige Eisenskulptur, der Bandname ohne offensichtliche Bedeutung, der philosophisch angehauchte Titel "a mirror is a window's end", nur drei Songs mit durchschnittlich zehn Minuten Spielzeit und die Namen tragen wie "interference prone reflector" und "to kill a hill and move a mountain", ein Infozettel, der im wesentlichen aus einem Organigramm-Tafelbild besteht und mit Begriffen wie "revolutionary matters", "harmonic oscillations", "spiteful" und "dolorous" hantiert. Und dann die Besetzung: Ein Duo bedient neben Mikro lediglich Bass und Schlagzeug. All das evoziert derartig verschiedene Assoziationen im Hirn, dass letztendlich nur Fragezeichen bleiben. Avantgarde-Industrial-Retro-Drone-Doom? Oder eher Callas meets Death from Above 1969?

Die Musik macht es einem dankenswerterweise etwas leichter. Obwohl sich beehoover auch hier ein wenig zwischen die Stühle setzen. Klingt der Anfang des Openers "interference prone reflector" noch wie ein Drone oder Dark Ambient-Stück, sind die darauffolgenden Takte eindeutig dem Doom Metal Genre zuzuordnen. Und das nur mit einem Bass und Schlagzeug - Respekt. Anschließend steigert das Duo aber schon das Tempo und hängt so irgendwo zwischen Stoner und Desert Rock. Wobei sich der teils theatralische Gesang nicht so recht zwischen Doom, Gothic, Stoner oder Power Metal entscheiden kann.
Im Laufe der halbstündigen Spielzeit erspielen sich beehoover aber mehr Profil und legen ein Klangbild frei, das sich sowohl des schweren, basslastigen Stoner Rocks bedient, als auch des atmosphärischeren Space Rocks. Sie legen gleichermaßen Wert auf Atmosphäre und Groove - und klingen mit effektbeladenem Bass und Schlagzeug ziemlich eigenständig. So hat die anfänglich kryptische Erscheinung doch ihren Sinn, unterstützt diese doch die Abwehr gegen jegliche Einordnung.

Während "interference prone reflector" wegen der Konzentration auf die groovige Seite der Band noch etwas blass bleibt, da die zehn Minuten nur mit Mühe gefüllt werden, der Produktion der nötige Druck fehlt und der Gesang nicht immer passt, wird es danach interessanter. "Pioneer" glänzt mit bedächtig aufgebauter, weiter Atmosphäre und steht irgendwo in der Mitte zwischen Spacerock und Postrock. Der Gesang zieht in seinen Bann und man lauscht gespannt, während man gleichzeitig abdriftet und später wieder zurück auf den Boden geholt wird, weil die Spannungskurve mit Temposteigerungen und der abschließenden härteren, dichteren Passage steil nach oben getrieben wird.
Auch "to kill a hill..." nimmt sich ausreichend Zeit und bietet stellenweise einer Violine (Eva Geibert) die zusätzliche Melodieführung im immer intensiveren Spacerock-Gebräu an, diese kommt allerdings zu kurz.
Sänger/Bassist Ingmar Petersen zeigt hier zusammen mit Drummer und zweitem Sänger Claus P. Hamisch die vielfältigste und ausgereifteste Sangesleistung zwischen sanftem Kopfgesang, Brummeln, Sprechgesang und pathetischem Gekehle; später entwickelt sich ein Duett mit Sängerin Katja Raeck, die zwar über eine nette Stimme verfügt, aber zu blass bleibt um dem Song einen Stempel aufzudrücken. Auch wenn nicht alle Teile in dem elfminütigen Track zu Jubelstürmen hinreißen, beeindruckt er doch alles in allem in den ruhigeren Passagen und den treibenderen Instrumentalparts durch die mitziehende Atmosphäre, in der man sich verlieren kann. Gewinnt bestimmt zusätzlich durch überdimensionale Lavalampen und irritierende Lichtinstallationen.

Allen Psychedelic/Stoner/Groove/Krautrock-Freunden sei ein Reinhören unter www.beehoover.com empfohlen.


Ähnlich:
Hawkwind, Kyuss, Tool, Sons of Otis, Amplifier, Desert Sessions, Isis, Pink Floyd

03.11.2005
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!