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anyone - anyone


Erscheinungsjahr: 2002
Label: roadrunner records
Tracks: 16
Spielzeit: 64:10
Genre: crossover
Subgenre:
anyone.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Wenn man das Roadrunner-Logo auf der Debüt-CD eines Newcomers sieht, kann man davon ausgehen, dass die Band mehr oder weniger gelungenen Nu Metal spielt. Schaut man sich im Falle Anyone auch noch das Backcover an, so kann man sich eigentlich sicher sein: Drei mehr oder weniger wunderlich aussehende Typen mit komischen Frisuren und wahrscheinlich wahrlich obskuren Hobbies.
Doch unverhofft kommt oft und so entpuppt sich "Anyone" als die Scheibe, die nun wahrlich nichts mit Nu Metal am Hut hat - vielmehr könnten Anyone die Lücke stopfen, die Jane´s Addiction und Primus hinterlassen haben. Beide Bands mag es vielleicht wieder/noch geben, aber wer glaubt schon dran, dass die Jungs jemals wieder aus dem Quark kommen? Anyone haben also definitiv ein Ei am wandern, aber leben es zum Glück nicht in spastischen Rhythmen voller trend-triefender Bass-Grooves aus, sondern haben eine eher psychotisch-spacig-relaxte Scheibe aufgenommen, zu der man sich wunderbar zurücklehnen kann. Quasi der Hesseneffekt in Scheibenform. Da gibts eingängige Refrains, slappige Bassläufe, orientalisch anmutende Riffs, sehr geile Drumgrooves, verqueere Lalala-Chöre und raffiniert arrangierte Songs voller bunter Melodien. Gute Musiker sind Anyone also auf jeden Fall, trotz aller imageförderlichen Eigenarten (Sänger/Gitarrist/Songwriter/Bandkopf/Produzent Riz Story hat ein für Drogen-Parties berühmtes Anwesen ("Anyone´s Den") auf dem schon der ein oder andere "Adult"-Film gedreht wurde, bei denen auch Anyone Gastauftritte bestreiten durften, Bassist Static trennt sich sogar beim Schlafen nicht von seiner dämlichen Sonnenbrille und (Ex-)Drummer Nipples ist Weltrekordhalter im "Dauerdrummen" - Über 40 Stunden kloppte der Gute auf sein Kit ein).
Zwar schaffen es Anyone nicht ganz die Spannung über die ganze Distanz der Platte zu halten (schließlich sind 16 Songs in 66 Minuten auch eine ganze Menge Holz), doch das ändert wenig dran, dass sich die ein oder andere Songperle auf "Anyone" versteckt hat. Höhepunkt der Scheibe ist ganz klar der rund 8-Minütige Abschlusstrack "Wait Until Morning", bei dem Band so richtig vom Leder zieht. Solo-Eskapaden treffen auf balladeske Töne, verschickte Monster Magnet-Licks verschmelzen mit Primus´schen Bassexplosionen, während Pink Floyd mit Placebo Acid einbauen und eine Tüte nach der andern rauchen. Klingt so richtig wunderbar und ist eindeutig die Richtung auf die man bauen sollte. Schließlich ist "Anyone" erst das Debüt der Band. Da müsste sich doch noch das ein oder andere tun. "Anyone" ist eine CD, die man sich durchaus kaufen kann, wenn man Geld über hat (ja, kommt sowieso nie vor) und auf spacige Sounds steht. So abgefahren, wie man in vielen Reviews lesen konnte, ist die CD aber sicherlich nicht. Solider Stoff.


Ähnlich:
faith no more, rush, jane´s addiction, incubus, deftones, voivod, queensryche

16.03.2005
kervorkian


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!